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für die

Stadt und den Kreis Gießen.

Erschein, wöchentlich zwei Mal: Mittwoch« und Samstag«. Preis des Jahrgang« für Einheimische 1 fl. 36 fr., für Auswärtige, ind. PostaufschlagS, 2 fl. Auswärts abonnirt man sich bei allen Postämtern. In Gießen bei der Expedition (Canzleiberg Lit. B. Nr. 1),________________________________

. 86. Samstag den 27. October 1860.

Gerichtliche und Privat Bekanntmachungen.

Besondere Bekanntmachung.

Steuerverhciltnisse betreffend.

2569) Das Verzeichniß ter Culmrver- änterungen vom 1. August 1859 bis Ende Juli 1860 und das Verzeichniß Der im Laufe des Jahres 1860 ganz neu erbauten, sowie der durch Bauveränderungen im Werthe erhöhten oder verminderten und der ganz abgegangenen Wohnhäuser und Gewerbs­anlagen liegt zu Jedermanns Einsicht vier Wochen lang auf dem Rathhause dahier offen. Gießen, den 26. October 1860.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. D. Ebel.

Versteigerungen.

2315) In Sachen Friedrich Storch zu Weckesheim, Klägers, gegen Hofgerichts- Advocaten Briel dahier, Beklagten, Ver­tragserfüllung betr., sollen nachbenannte, dem Hofgerichts-Advocaten Briel cigenihüm- lich zustehende Realitäten

Montag den 19. November 1860, Vormittags 10 Uhr, auf dem Rathhause dahier, unter den alsdann bekannt gemacht werdenden Be­dingungen, welche auch vorher in unserer Registratur eingesehen werden können, öffent­lich meistbietend versteigert werden:

I. Ein Dritttheil des Gießener Braun­steinbergwerks, das im Ganzen jetzt einen ungefähren Werth von 700,000 fl. hat.

Das Bergwerk liegt südöstlich von Gießen, etwa eine Stunde von dieser Stadt, in der Lindener Mark. Seine abbauwürdige Fläche der Braunstein führenden Thonablagerung über den Dolomiten des Massenkalkes der Devenformation beträgt circa 100,000 bMftr. mit einem unverritzten Felde von circa 62,000 IHKlstr.

Der Gießener Braunstein gehört, wie all­gemein bekannt, zu den besten Sorten der Erde, sein Gehalt schwankt zwischen 90 und 60 pCt. und kann im Durchschnitt auf

66 pCt. gestellt werden. Die Grube ist im besten Betriebe, mit allen erforderlichen Län­dereien , Gebäuden, Maschinen und Uten- filten tc. reichlich versehen.

II. Das theils in der Gemarkung Leih­gestern, theils in der Gemarkung Steinberg gelegene Hofgut Ludwigshöhe im un­gefähren Werthe von circa 40,000 fl.

Das Gut liegt 2 Stunden von Gießen und nur '/2 Stunde von der Eisenbahn-Station Lang-Göns, durch welches auch die Staats­straße nach Frankfurt führt, es enthält circa 300 Morgen Ackerland, 20 Morgen Wiesen und 20 Morgen Ravelholzwaldung, ist mit 2 Wohnhäusern, allen erforderlichen Occo- nomiegebäuden und Brennerei versehen. Die Gebäude sind größtentheils neu und massiv.

III. Das am Wallthor dahier gele­gene, vor circa 20 Jahren erst neu gebaute 4stöckigc Wohnhaus, nebst Hausgarten, im ungefähren Werthe von 16,000 fl.

Es werden hierzu Steigliebhaber mit dem Anfügen eingeladen, daß die Realitäten zu jeder Zeit eingesehen werden können und daß bei annehmbaren Geboten der Zuschlag sofort erfolgt.

Gießen, den 22. September 1860.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen. In Beurlaubung des

Großh. Stadtrichters:

Bott, v. Rotsmann, Stadtger.-Assessor. Stadtger.-Assessor.

2528) Montag den 29. October 1860, Nachmittags 3 Uhr,

werden 71 Stück abgängige Obstbäume von städtischen Triebvierteln, sowie 40 Stück Fichtenbäume aus der Anlage vor dem Neuenweger Thor und mehrere Haufen Baumstützen, öffentlich meistbietend verstei­gert und wirt der Anfang am Nassauer Hof gemacht.

Gießen, den 23. October 1860.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. D. Ebel.

2533) Freitag den 9. November, Morgens 11 Uhr, sollen auf dem Gießener Braunsteinbergwerke die dem Hofgerichts-Advocaten Briel dahier gehörigen 1609 Ctr. Braunsteine theils derbe, theils Wascherze, theils Mulm mit einem Gehalte von 7060 % auf dem Bergwerke selbst gegen gleich baare Zahlung öffentlich meistbietend versteigert werden, wozu Steigliebhaber hiermit ein­geladen werden. Bei annehmbaren Geboten erfolgt der Zuschlag sofort.

Gießen, den 25. October 1860. Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Muhl, v. Rotsmann, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.

2476) Montag den 5. November d. I., Nachmittags 2 Uhr,

soll auf dahiesigem Rathhause die dem Sei­lermeister Daniel Hilgardt gehörende Hof- raithe an den Meistbietenden versteigert werden, mit dem Bemerken, daß mit dem Zuschlag die Genehmigung sofort ertheilt werden soll, als: Flur Nr. DÄlftr.

V458 3 Hostaithc, Wohnhaus auf

der Mäusburg, mit

V776/3 2 Hofraithe, Stall bei der

Stadtwaage.

Gießen, den 17. October 1860. Großherzogliches Ortsgericht Gießen.

In Auftrag des Vorstehers: C. Weidig, Ortsgerichtsmann.

2563) Das den Conrad Ufer's Erben gehörige Ackergut, welches auf Martinitag 1861 leihfällig wird, soll auf den Wunsch mehrerer bisheriger Pächter, welche ausge­stellte Grundstücke zurückzuliefern haben, Dienstag den 6. November

auf weitere 6 Jahre, vom 11. November 1861 anfangend, auf hiesigem Rathhause verpachtet werben.

Gießen, den 26. October 1860. Großherzogliches Ortsgericht Gießen.

D. Ebel.