Ausgabe 
19.10.1859
 
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Die Milchpreise betreffend.

2232) Unter Jnser.-Nr. 2168 des hiesigen Anzeigeblattes hat Jemand auf den Art. 2145 desselben Blattes, die hohen Milchpreise betreffend, Antwort gegeben, aber gerade davurch auf uns den Eindruck gemacht, als sei er nicht mit den nöthigen Kenntnissen in der Landwirthschaft zur Beurtheilung und Bekämpfung unseres Artikels ausgerüstet. Wenn der geehrte Antwort­geber in seinem Artikel behauptet, daß das Futter Gelb kostet, so ist diese Meinung sehr logisch und steht richtig,.............

wirb auch für die-Folge nie von uns bestritten werden. Damit nun unser geehrter Gegner von seinem Wahne, als sei der seitherige Preis der Milch richtig und würde nur die Butter ohne Nutzen verkauft, eurirt werde, so möge uns vergönnt sein, mit einigen Worten und Zahlen *) nachzuweisen, wie übermäßig stark der Geldbeutel des milcheonsumirenben Publikums seither in Anspruch genommen wurde.

Man weiß nicht allein aus praktischer Erfahrung, sondern kann es auch tn Mm Lehrbuch der Landwirthschaft aufgeführt finden, daß man durchschnittlich aus 2425 Pfund = 6 Maaß guter Milch, ein Pfund Butter nnd l/4 Pfund fertige Käse gewinnt. Diese 6 Maaß Milch kosten............1 fl. tr.

Hiervon wird fabrieirt:

1 Pfund Butter zu dem Betrage von......... fl. 25 tr.

14 u Käse........... 15 » 40

Mithin ist und bleibt es bei 6 Maaß Milch eine Ueberforderung von...... fl. 20 kr.

Ob nun unser hierfür gebrauchter Ausdruck an seinem Orte war oder nicht, das überlassen wir lediglich dem Urtheil des Publikums und erlauben uns nur noch kurz die Bemerkung, daß, wenn man freilich von mancher ganz besonders zum Berkaus bestimmter Milch 1 Pfund Butter und 1% Pfund fertige Käse erzielen wollte, man mindestens 36 Pfund --- 9 Maaß Milch, ja oft noch mehr dazu nöthig haben würde. Wollte man solche Milch aber als Maaßstab gelten lassen, so würde aller­dings die Behauptung, daß die Butter ohne Nutzen verkauft wird, seine Richtigkeit haben, weil dann 3 Maaß Flüssigkeit mehr verwerthet wird, aus der sich weder Butter noch Käse gewinnen läßt. Jedenfalls bleibt es eine Abnormität, wenn man für den Rohstoff bedeutend mehr bezahlen muß, als für die daraus mit vieler Mühe gewonnenen Produkte, zumal nach Letzteren die Nachfrage sehr stark ist.

Zum Ueberfluß wollen wir noch anführen, daß der landwirthschastliche Betrieb nicht nur allein vom Klima, Boden und dessen Werth, den Absatzquellen rc. rc. abhängt, sondern auch ganz besonders von der Intelligenz des Bewirthschafters selbst, und daß jedenfalls eine im Kleinen mit einem Kühchen, dem dazu nökhigen Personal und gar kheucr gepachteten Grundstücken betriebene Landwirthschaft weder hier zur Norm dienen, noch auf die Milchpreise influiren kann, steht ebenfalls richtig,...........-

Dies unser letztes Wort, möge das rechtlich denkende Publikum richten.

Gießen, den 18. Oetober 1859. K.

*) Auf weitgehende Deduktionen und Berechnungen können wir uns wegen der Enge des Raums hier nicht einlaffen und verweisen unfern geehrten Gegner, wenn er Lust hat, sich darüber zu unterrichten, auf die Lehrbücher über Landwirthschaft.

Das Theater in Gießen betreffend.

2234) Wir haben wieder in neuerer Zeit Gelegenheit gehabt,' das schöne Spiel und die Präcision in der Aufführung Seitens der hier anwesenden Theater-Gesellschaft zu bewundern und war namentlich das Lustspiel:Der Vicomte von Lötorivres" geeignet, uns zum vollsten Enthusiasmus hinzureißen. Sonntag den 16. d. Mts. war das Schauspiel:Mutter und Sohn" zur Aufführung gebracht und ein neues Mitglied der hiesigen Bühne, Herr Müller von Mannheim, zum Erstenmal als Bruno aufgetreten. Derselbe führte in Hinsicht des Spiels seine Rolle gut durch, nur sprach sein Organ das Publikum nicht an; es wäre also Herrn Müller anzurathen, sich recht sehr zu bemüheu, den Nasenton aufzugeben, damit seine Stimme klangvoller und dann jedenfalls ansprechender wird. Da unsere Kritik scheinbar etwas scharf gegen Herrn Müller gerichtet ist, so müssen wir aber immerhin darauf aufmerksam machen, daß derselbe erst 19 Jahre alt, zum Erstenmale auf den Brettern steht und also, Men Nasenton abgerechnet, ein sehr guter Schauspieler zu werden verspricht.

Wir sehen aus allen Dem, daß Herr Krafft stets bemüht ist, uns vorzügliche Kräfte auf der hiesigen Bühne vorzuführen, möchte doch das Publikum mehr Sinn für dramatische Kunst an den Tag legen, damit der Besuch des Theaters ein leb­hafterer würde. T.

Frucht - und Mehlpreise von nachbenannten Städten und Fruchtmärkten.

Druck und Verlag der G. D. Brüh loschen Universitäts-Buchdruckerei.

Warzen.

Korn.

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Aufge- Ber- Mittelpreis

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Mittelpreis

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Gießen, 14. Oktober

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Grünberg, 15.

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Friedberg,

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Mainz, 14.

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