Ausgabe 
9.3.1859
 
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Dgü Der beste Theil des.knappen Verdienstes dadurch verschlungen wird.". Leider aber hat meht Jeder Vic nöthigen Geldmittel zum direkten Bezüge und muß sich also, wcyn nicht sonst geholfen wird, in Vas Unvermeidliche fügen. Doch auch selbst der Bemittelte, der sein Material direkt bezieht, kauft als Einzelner oft theuerer, als in Gesellschaft mit Andern. Nehmen wir z. B. cm, daß 30 hiesige Schuhmacher gleichzeitig zur Ledermesse nach Frankfurt reifen, und schlagen wir die Reisekosten eines jeden ganz gering auf 3 Gulden an, so kommt der Ledervorrath, den sie zurückbringen, schon ganz allein dadurch um 87 Gulden hoher zu stehen, als wenn chr Einkauf durch einen Einzigen besorgt woiden wäre. Ueberdieß vcrthcuern sich dich dreißig Leute, indem sie aus Rücksicht auf Zeit und Zehrkosten zum Rückweg eileiz, vielleicht noch durch ihre eigne Konkurrenz die Preise, während ein einzelner Beauftragter mit geringem Mehrbetrag des Reiseaufwandes den günstigen Augenblick des Handelns hätte abwarten können.

Wie machten es nun die Schuhmacher zu Delitsch, um solchen Uebelständen abzuhelfen? Im Jahre 1849 traten dort 56 Meister zu einem Vereine zusammen, der jetzt bereits 80 Mitglieder zählt und zum Zwecke hat, Alle, auch die weniger Bemittelten, an den Voriheilen des Duetten Einkaufs Theil nehmen zu lassen. Solidarische Haftbarkeit (wie bei den Vorschußkassen) sichert dem Vereine Den nöthigen (SreDit für die Anfangs unumgänglichen, später immer mehr sich mindernden Capitalaufnahmen. Ein Obmann mit zwei Besitzern leitet und überwacht Den Einkauf, ter auf Den Namen des Vereins geschieht, sowie die Bestimmung der Verkaufspreise und überhaupt den ganzen Geschäftsgang. Ein Lagerhalter bewahrt und verkauft an die Mitglieder Die Waaren- vvrräthe und hat hierüber ein genaues Buch zu führen. '"Der Cassirer, der zugleich auch Protokollführer in Den Versammlungen ist, übernimmt vom Lagerhalter die eingegangenen Gelder und führt außerdem die Eontrolebücher. Der Lagerhalter erhält für seine Mühe und für die Stellung des Derkaufslocals 2% Procent vom Verkaufserlöse des Associationsgeschäftcs, der Cassirer »/♦ Proeent. Beide Beamte stellen Caution. Den Verkaufspreis stellt der Verein nur 6 bis 7 Procent über Den Einkaufspreis; indem er aber fein Capital wenigstens dreimal im Jahre ümsetzt, deckt er hierdurch nicht nur sämmtliche Verwaltungskosten und die Zinsen für aufgenommene Capitalien, sondern erübrigt auch noch einen schönen Ertrag als Reingewinn, der theils züm Reservefonds geschlagen, theils den Mitgliedern als Dividende gutgeschrieben wird. Bei dieser Einrichtung lieferte Der Verein seinen Mitgliedern gleich Anfangs das Paar Stiefelsohlen, und zwar von besserer Qualität, um 2*4 Silbergrvschen billiger, als der Lederhändler, und so das Uebrige im Verhältniß, so daß schon nach wenigen Jahren Die Schuhmacher Der umliegenden Städte nicht mehr im Stande waren, mit den Delitschern auf Den Märkten zu concurriren und sich hierdurch veranlaßt sahen, ebenfalls zu Assoeiationen zusammen­zutreten. Der Verein von Delitsch hat in Den ne,hfl-'Jahren seines Bestehens, abgesehen von den Vortheilen, Die er seinen Mit- gliedern durch billigere Maare verschafft hat, einen Reingewinn von 817 preußischen Thalern zusammcngebracht, die zum Theil Den Reservefonds bilDen, zum Theil den einzelnen Mitgliedern als Dividende zugeschrieben sind.

Im Ganzen bestehen in Deutschland gegenwärtig etwa dreißig solcher Schuhmacherassoeiätionen, und jede einzelne gedeiht um so besser, je tüchtiger und erfahrener Die Männer sind, welchen die Verwaltung obliegt. So setzte der Verein zu Borna (im Königreich Sachsen) fein ursprüngliches, durch Anlehen aufgebrachtes Betriebskapital von 1450 Thalern sogleich so thätig um, daß er schon im ersten Jahre für 5290 Thal eh Maaren einkaufen konnte und mit einem ..Reingewinn von 122 Thalern abschloß. Im zweiten Jahre stieß , er schon 55 Thaler Capitalschuld ab und machte 195 Thaler 'Reingewinn; im dritten beliefen sich seine Anschaffungen auf 86.Ö3 Thaler, der Verkaufserlös auf 9152, Der Reingewinn auf 223 Thaler.

In gleicher Weise, wie die Schuhmacher, haben auch andere Gewerke, als, Schreiner, Schmiede, Schneider, Weber u. s. w. Vereine zur Anschaffung von Rohstoffen errichtet; man zählt'deren in Deutschland bis jetzt im Ganzen etwa zwanzig.

Bei. der Gründung solcher Vercnff hat man allerdings hier Und da erlebt, daß manche Meister, namentlich solche, denen ihr Wohlstand erlaubte, .ihr. Geschäft schwunghaft zu betreiben, aus Furcht vor der Concurienz, die'ihnen gemacht werden, würde, wenn auch ihre unbemittelteren College» besser und billiger einkaufen könnten, Anfangs sich fern hielten, scheel dazu sahen oder , wohl gar auch Hinderniffe zu bereiten-suchten. Man kümmerte sich'sticht um sie, und als sie sahen, daß die Sache auch ohne sie ging- trat allmählig einer nach dem andern Mi um auch ihrerseits die Vortheile'zu genießen, Die sie gleich Anfangs hätten haben können, weNN ihre Mißgunst nicht gewesen wäre-. .

Wer Die Einrichtung der fraglichen Associationen in allen ihren Einzelheiten kennen, lernen rpill, . den verweisen wir auf das Associätions buch" von Schulzc-Delitsch. Dort ist alles so genau vorgezeichnet, daß es bei Gründung neuer Vereine nicht schwer fallen kann, den richtigen Weg zu gehen. '

Was werden die''Handwerker von Gießen tbün? Sollte dass wäs in Sachsen, . Preußen, Braunschweig und Hannover aus­geführt tvordcn ist und sich bewährt hat, in Gießen eine Unmöglichkeit sein? Oder sind in Delitsch und Borna die Menschen solider, gescheidter und rühriger, als hier ?

Es circulin eine. Geschichte von einem vor vielen Jahren in Gemeinschaft Hierselbst versuchten großen-Kohleneinkauf, der schmählich verunglückt«.' Diese Geschichte kann nicht als Zeugstiß gegen Die Sache selbst, und folglich auch nicht gegen ein neues und besser durchdachtes und geleitetes Unternehmen angerufen werden. Hier heißt es auch: Wie man's treibt, so gcht's. 8. re») Die Gewerbebank zu Gießen.

Der Ausschuß hat beschlossen, öffentlich bekannt zu machen, daß die Bank zu dem vermehrten Geschäftsbetrieb kleinere und größere Eapitalien .^von fl. 5 an) aufnimmt und mit 4% ; verzins't. Die Darlehen können jeder­zeit zurückgenomnien werden und sind durch Solidarität hinlänglich garantirt.

Bei einer Mitgliederzahl von 125. sind seit, dkm fünfmonatlichey Bestehen der Bsank fl. 2400 umge­schlagen worden.

Anmeldungen können geschehen bei PH, Fillmanu, C. Nagel,.1 A. Balser,

......... .. ___________Vorsteher. ________ Controleur.._______Rechner.__________

Main-Wefer-Eisenbah»t-Frachtbriefe

sind vorräthig und zu haben in der

G. D. Vrühl'schen -Lerlagöbandlung, Canzleiberg, Lit. B. Nr. L