benbes. v. Siel); Hm. Kauff. Rainza v. Mainz, Klein v. Bann, 'S miet' v. New-Ioik, Schüe, Beil) u. Vogel v. Frankfurt n. Hammann v. Stuttgart.
In den Privat Häusern.
Bei Hru. Univ.-Richt. Haberkorn: zwei Frl. Nüliner v. Darmstadt. — Bei Hrn. G. Ph. Gail : Fr. Köpfer m. Fam. v. Mannheim. — Bei Hrn. Rivisor Stock: Hr. Stock ni. Fam. v. St. Louis. — Bei Hrn. Kaufm. Appel: Fr. Actuar Stehr v. Homburg. — Bei Hrn. Stnd. Reitz: Hr. Hohenstein, Oecon. v. Äeffel. — Bei Wittwe Taschn: Frl. Eberhardt v. Darmstadt. — Bei Hrn. Dr. Mettenheimer : Hr. Beranger v. Lhon. — Bei Hrn. Hofger.-Acv. Dierv: Hr. Riegelmann, Jnsp. v. Wetzlar. — Bei Hrn. Heinr. Hemberger: Frl. Areste a. Mailand. — Bei Hrn. Hntm. Gail : Fr. Banst v. Laasphe. — Bei Hrn. Lehr. Brann : Frl. Braun v. Cassel.
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Mbsamcn, Schwimmlehrer.
Der Pferde-, Schaf- und Wollmackt in Gießen.
Schon mehrfach wurde die Frage aufgeworfen, ob es für die hiesige Stadt Wohl räthlich sei, nut den periodischen Viehmärkten auch noch einen Pterde- markt zu verbinden, ferner ein Schaf- und Wollmarkt gewünscht. Je lauter sich derlei Wünsche vernehmen ließen, um so mehr muß es befremden, daß seitens unseres sonst so rührigen Magistrats noch keinerlei einleitende Schritte gcthan wurde», weßhalb man diese Angelegenheit hier einmalzur Sprache bringen wollte.
Was zunächst den Pferdeniarkt betrifft, so muß hervorgehoben werden, daß der Loklarer Markt aus leicht begreiflichen Gründen in den letzten Zügen liegt. Außer diesem sind die nächsten Pserdemärkte im südwestlichen Deutschland Creuznach und Mannheim, nach Offen hin Schweinfurt. Sind nun wohl diese Städte mit der Eisenbahn bald zu erreichen, so werden unsere zahlreichen Landwirthe es doch vorziehen, in der Nähe zu kaufen, besonders dann, wenn die Märkte mit denen zusammenfallen, welche sie jetzt immer besuchen. Da kein guter Markt in der Nähe ist, so verlassen sich die Meisten lieber auf die Handelsleute, als daß sie weite Wege machen wollten. Es läßt sich also zahlreicher Besuch eines guten Pferdemarktes in Aussicht stellen, denn mit den sicher eintreffenden Käufern finden sich die Verkäufer von selbst.
Es fragt sich nur, ob Gießen zu einem guten Pferdemarkt geeignet ist; andererseits könnte die Nothwendigkeit eines solchen mit Hinweis auf den mehr und mehr eingehenden Lollarer Markt in Abrede gestellt werden, Es hat aber der Lotlarer Markt um deßwillen keine Zukunft mehr, weil er den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht. Gießen dagegen, weil es eben allen Anforderungen entspricht, kann diesen für die diesseitigen Gebiete so wichtigen Markt nicht nur erhalten, sondern auch wieder zum alten Glanze bringen.
Wie in anderen Dingen, so macht sich auch hierin der Fortschritt durch gesteigerte Bedürfnisse geltend. Man begnügt sich z. B. nicht mehr mit dumpfen Stallungen, kleinem Raum, unzureichenden Bequemlichkeiten.
Pferdehändler sind oft große Herren, die Käufer nicht minder. Ter Händler muß mindestens den Tag zuvor am Orte sein, verlangt geräumige schöne Stallung für seine Thier«, gutes Logis, Auswahl in Speise und Trank für sich. Der Käufer liebt dergleichen nicht minder, läßt an Maxkttagen gerne etwas drauf gehen, zum Kaufen verlangt er freien Raum zum Prokuren der Pferde, damit der Blick nicht abgelenkt werde, auch sieht er die Thiere gerne im Stalle, beim Fressen, was nur in guten Lokalen möglich ist.
Alleit diesen Anforderungen kann Lollar nickt entsprechen.
Gießen dagegen hat auf dem geräumigen Brande einen wie zum Pferdemarkt geschaffenen Platz. Hier ist ein großer geschlossener Hof, ein geräumiger gepflasterter und ein nicht gepflasterter Platz, dicht neben an eine geschloffene und eine offene Reitbahn mit der Gelegenheit, ein gutes Pferd schulmäßig vorgeritten zu sehen. Gießen hat geräumige Stallungen genug, bietet Käufern und Verkäufern je nach Geschmack und Vermögen jede Bequemlichkeit in Bezug auf Logis, Speise und Trank. Darum hat der Pferdemarkt in Gießen eine Zukunft. Wir verweisen in dieser Beziehung auf Schweinfurt. Dort war vordem der Pferdemarkt sehr stiefmütterlich bedacht, in einzelnen weit von einander entfernten engen dumpfen Stallungen mit verschwindend kleinen Vorhöfen,
| oft bloßen Durchgängen, wurden die Pferde ausgestellt, wer da nicht gerade mußte, kaufte nicht, der Pferdemarkt bedeutete gar nichts, während der besser ausgestattete Rindviehmarkt immer mehr an Bedeutung gewann. Dies veranlaßte den Magistrat zu wesentlichen Verbesserungen, seitdem wächst auch der Pferdemarkt zusehends, gewiß nicht zum Schade» der Stadt, welcher ihre Opfer schon jetzt durch die vermehrten städtischen Einnahmen vergütet sind.
Ein gut ausgestatteter Markt mit erleichterter Schau lockt auch viele Neugierige an, welche in der Regel am meisten Geld in der Stadt sitzen lassen und da sicher wegbleiben, wo ihnen die Schau erschwert und wenig oder gar keine Bequemlichkeit geboten ist.
Gießen bedarf nur geringen Aufwandes, die gegebenen Verhältnisse erleichtern derartige Unternehmungen ungemein; diese dürfen jedoch nicht zur Stütze der Lässigkeit werden, aus Nichts wird Nichts, ohne Anstrengung und wenigstens anfänglich einige Opfer geht die Sache nicht. Möge man das nicht vergessen!'
Anforderungen anderer Art erfordert ein Schafmarkt, auch diese finden wir in 'ließen gegeben. Man bedarf hierzu bloß eines großen Raumes, am besten ein Rasenplatz, zum Aufschlagen der Pferche. Die städtischen Wiesen an der Lahn unterhalb der Brücke bis zum Alexander- Wellenbad eigneten sich vortrefflich dazu, nicht minder der Trieb.
Bamberg z. B. hält seinen Octoberschaftnarkt auf städtischen Wiesen, sieht an den drei Markttagen oft an 30,000 Stück Schafe mit ihren Hunderten von Hirten, Metzger, Käufer und Verkäufer in Menge, so daß die geräumige, sonst ziemlich leere Stadt nicht Platz genug zur Unterkunft ihrer Gäste hat. Dabei evneurrirt Bamberg noch mit Römhilds und anderen Orten in nickt zu weiter Ferne, ohne daß deren Umgebung sich gerade durch große Schafzucht auszeichnete. Oberhessen hat mindestens ebensoviele Schäfereien, Gießen würde aber dazu noch diejenigen Nassaus und der benachbarten preußischen und kurhessischen Gebiete bekonnnen, so daß ein ansehnlicher Markt sicher erwartet werden kann.
Ein solcher braucht dabei nur höchstens zweimal im Jahr gehalten zu werden, im Frühjahr und vor Winter und können die Termine mit Berücksichtigung der Graserndte so gewählt werden, daß der städtischen Kaffe daraus kein Schaden erwächst. Ueberdies trägt die reichliche Düngung zur Verbesserung der Wiesen bei, was besonders dann wohlthätig wirken durfte, wenn man sich für den Trieb entscheiden wollte. Besser wären aber jedenfalls die Lahnwiesen, well bequemer gelegen und Wassermangel nicht zu furchten ist; Bequemlichkeiten welche sich eben so nahe beisammen auch nicht überall finden.
Die städtischen Behörden müßte» bei Abhaltung eines Schafmarktes jedoch für sorgfältigste Trennung von „Schmeervieb" und ,Meingut" Sorge tragen, und dürften am besten thnn, wenn sie von vornherein „Schmeervieh" ganz vom Markte ausschlössen.
Wir bespreche» nun noch den WollmarU. Bekanntlich gibt es außer Cassel keinen bedeutenden Wollmarkt im südwestlichen Deutschland. Die vortrefflichen Anordnungen des dortigen Magistrats ziehen Käufer und Verkäufer aus weitester Ferne an; trotz vieler in nächster Nähe gelegener Märkte, geht fränkische und thüringische Wolle in großen Mengen nach Cassel. Es wäre also mit einem dermaßen beliebten Markte gar nicht zu eoncurriren, wenn wenn nicht jener Ort vorzüglich in feiner Wolle anzöge, welche vhuedieS viel weiter transportirt werden kann. In unserer Gegend wird feine Wolle nur ausnahmsweise gezogen, weßhalb unsere meisten Schafzüchter ihre Wolle lieber an Händler, meist Juden, verkaufen, indem ihre Wolierndten überdies selten chedeiltend sind. Wäre hingegen ein regelmäßiger Markt in Gießen, so tourten sie sicher den Verkauf am Markte vorziehen.
Zu einem Wollmarkte gehört ein Local, welches bei Regeuwetter Nnter- knust gewährt, der untere Raum des Zeughauses würde sich dazu vollkommen eignen. Da ein solcher Markt nur einmal im Jahr gehalten wird, ;o kann das Local die übrige Zeit des Jahres hindurch noch anderweit benutzt werden.
Wollten nun unsere Stadtbehörden einen Wvllmarkt abhalten, so rathen wir die Cassler Einrichtungen zum Muster zu nehmen.
Wie große Vortheile Übrigens derlei Märkte der Stadt bieten würden, braucht wohl nicht hervorgehoben zu'werden; das Zuströmen von Fremden aller Art, die vermehrten städtischen Einnahmen, die Marktgelder u. s. w., würden die Stadt hinreichend für jedes Opfer entschädigen. Auch möge man bedenken, daß heut zu Tage uothwendige Verbesserungen nicht lange auf sich warten lassen; bringt sie'die eine Stadt nicht, so thut es eine andere. Gießen möge sich diese Vorthelle nicht nehmen lassen, ringsum ist manche strebsame, eifersüchtige Rivalin; was Gießen versäumt kam, Marburg ;. B. thun. welches ebenso in anderer Beziehung vielleicht früher mit dem Rhein in direkte Verbindung kommt als Gießen, wenn dieses die Hände in den Schooß legt.
Frucht- und Mehlpreise von nachbenaunten Städten und Fruchtmärkten.
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei.
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und Datum.
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