a) Wie im vorigen Jahr von denjenigen Bezirksvereinen, welche auf diese Unterstützung Anspruch machen wollen, der Nachweis über die Verwendung früher bezogener Gelder erbracht und die Zwecke, zu welchen die weiter beanspruchten verwendet werden sollen, dem Bereinspräsidenten angegeben werden, sondern er hat
b) ferner beschlossen, daß nur von denjenigen Beiträgen der Vereinsmitglieber, welche bis zum ersten Juli dieses wahres an den Rechner des landw. Vereins von Oberhessen wirklich abgeliefert worden sind, ein Dritttheil an die betreffenden Bezirksvereme zurückfließen soll, während die erst nach dem ersten Juli eingehenden Beiträge der Mitglieder des landw. Vereins von Ober-. Hessen der Vereinskasse ganz verbleiben sollen. ,
Ad 7. Auch im Jahr 1857 soll die landw. Zeitschrift unter den seitherigen Voraussetzungen auf Kosten des Vereins an oberhessische Schullehrer abgegeben werden.
Ad 8. Die zur Aufmunterung des Gartenbaues und der Seidezucht vorgesehenen 100 fl. sind dazu bestimmt:
1) Denjenigen, weiche verwilderte Gärten in zweckmäßige Garten- oder Obitanlagen umichaffen und dieß durch ein Zeugniß des Vorstandes des betreffenden Bezirksvereius dem Präsidium des landw. Vereins von Oberhessen nachweisen, Prämien von 6 10 fl. ju ertheilen.
2) Denjenigen Seidezüchtern Oberheffens, welche Eoeons abliefern, von denen nicht mehr als 275 Stück auf das Pfund gehen, eine Prämie von 20 fr. pro Pfund ausznzahlen. Diejenigen Seidezüchter, welche diese Prämien in Anspruch nehmen können, wollen den Seidenbau-Verein in Darmstadt ersuchen, die Prüfung der Eoeons vorzunehmen, auf dessen Bescheinigung alsdann die Deerctur zur Auszahlung dieser Prämien Seitens des Präsidiums des landw. Vereins von Oberhessen ertheilt werden wird. Ad 9. Die zu Bestreitung der Druckkosten eines durch Herrn Regierungsrath Zeller herausgegeben werdenden Werkes über die 25jährige Wirksamkeit der landw. Vereine im vorigen Jahr vorgesehenen 150 fl. kamen in demselben nicht zur Verwendung; da aber nach früheren Beschlüssen der Oberhessische Verein ein Dritttheil dieser Druckkosten zu übernehmen hat, dieses Dritttheil aber 315 ,fL 20 fr. betragen wird, so hat der Ausschuß beschlossen, die Auszahlung dieses Postens in diesem ^ahr ganz erfolgen zu lassen.
Ad 10. Die Zuerkennung solcher Prämien hat der Ausschuß sich vorbehalten.
Ad 11. In fortbestehender Ueberzeugung, daß der Umstand, wonach in Oberheffen theils reines, theils Schmeervieh gehalten wird, viele Unzuträglichkeiten mit sich führt, hat der Ausschuß beschlossen, daß zu Beförderung der Einführung reinen Schafviehes abermals 50 fl. verwendet werden können. Ob diese Summe jedoch zu einem oder zu mehreren Preisen verwendet werden soll, darüber hat der Ausschuß sich die Entscheidung Vorbehalten. Etwaige Anmeldungen wegen eines Preises für Abschaffung Lon Schmeervieh und dessen Ersatz durch Reingut, sind an das Präsidium zu richten, welches dieselben dem Ausschuß vorlegen wird. ,
Alle Mitglieder des landw. Vereins, sowie die Großherzoglichen Bürgermeister, werben erjucht, vorstehende Bekanntmachung tm Interesse der Landwirthschaft treibenden Bevölkerung zu verbreiten.
Laubach, den 14. Februar 1857.
Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen:
Otto, Graf zu Solms-Laubach.
Polizeiliche Deka n n t m a ch u n g.
Gefundene Gegenstände.
Eine Schippe, — 1 Geldbeutel mit 4 fl. 54 fr. Geld, — 1 seidenes Halstüchelchcn, — 1 desgleichen, — 1 Paßbericht-Formular, — 1 großer Schlüssel, — 1 wollener Fausthandschuh, — 1 Ladenreiber, sind gefunden und auf meinem Bureau abqeqeben worden. Die Eigcnthümer wollen solche daselbst in Empfang nehmen.
Gießen, am 17. März 1857. Der Grvßherzogliche Polizei-Commissär für die Provinzialhauptstadt Gießen:
L. N o v e r.
Gerichtliche und Privat - Bekanntmachungen.
Besondere Bekanntmachung.
604) Auf Ansuchen' des Bürgers und Kappenmachers, Wilhelm Bleimann von Gießen, der auf längere Zeit eine Reise unternehmen will, werden alle Diejenigen, welche noch Forderungen an denselben zu machen haben, aufgefordert, dieselben binnen vier Wochen auf hiesiger Bürgermeisterei geltend zu machen, widrigenfalls demselben die Reiseerlaubniß ertheilt werden wird.
Gießen, den 16. März 1857.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ,________________D. Ebel._____________
Versteigerungen.
Main Weser-Eisenbahn.
Scction Butzbach.
596) Die zur Erbauung des Perrons im Bahnhofe zu Butzbach erforderlichen Arbeiten, als:
Maurerarbeit, veranschlagt zu 240 fl.
Steinhauerarbcit, „ „ 117 „
Zimmerarbeit, „ „ 343 „
Schlosserarbcit, „ „ 204 „
Spenglerarbeit, „ „ 405 „
Weißbinderarbeit, „ „ 186 „
Pflastererarbeit, „ „ 410 „
sollen Dienstag den 24. d. Mts., des Vormittags um 9 Uhr,
auf dem Büreau des Großherzoglichen Bahnhofsverwalters zu Butzbach, woselbst Pläne, Voranschlag und Uebernahmsbedingungen eingesehen werden fönnen, durch öffentliche Versteigerung in Accord gegeben werden.
Gießen, am 14. März 1857.
Der Großherzogliche Sections-Ingenieur: Eickemeyer.
623) Dienstag den 24. und Mittwoch den 25. d. Mts., von Nachmittags 2 Uhr an, sollen in der Wohnung des Louis Lony
gut gehaltene Möbeln, Weißzeug, Bettung u. s. w., gegen baare Zahlung versteigert werden.
Gießen, am 17. März 1857.
Großherzoglichcs Ortsgericht Gießen. D. Ebel.
Holzverstcigerung im Gießener Stadtwalde.
622) Montag den 23. März l. I., von Morgens 9 Uhr an,
soll in dem hiesigen Stadtwalde, District Faulerboden, Abtheilung Grasfeld, nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden: 10 Stecken Buchen-Scheidholz,
8 „ „ Prügelholz,
27% „ ,/ Stockholz,
975 Wellen „ Reisholz,
6% Stecken
65%
39%
2350 Wellen
Eichen-Scheidholz, „ Prügclholz, „ Stockholz, „ Reisholz,


