Beilage zu Nr. 36 des Anzeigeblattes.
Vermischte Anzeigen.
Motto: HLtt'st Du geschwiegen still.
Dein — gehalten fein. —
io*) „Nur nicht roh!"
ruft Herr Fr. Berg in Nr. 35 ves hiesigen Anzeigeblattes dem Einsender des Artikels „Hört! Hört!!" zu, ohne zu begrün« den inwiefern derselbe eine Rohheit begangen.
Wir sind unendlich gerührt durch diesen Zuruf, bedauern sehr, seither in solcher Begriffsverwechslung gelebt zu haben und ersuchen veßhalb Herrn Berg freundlichst, uns einmal seine Begriffsausicht von „roh" und „sein" mitzutheilen, da wir bis fetzt nach aerade Vie umgekehrte Meinung von beiden Artikeln haben.
$ Was nun die Beurtheilung der von Herrn Berg in seinem Artikel entwickelten Logik betrifft, worin er im Eingänge em Hinaufsü>rauben der Preise gewissermaßen zugibt, und dieses am Schlüsse, um ehrlich zu bleiben, auf eine recht schone Weise zu rechtfertigen sucht, überläßt man rem Urtbeil ves Gesammt«Publikums, insbesondere aber den Kunden des Hrn. Berg, denen er, aus so »arte Weise, Vas lange Borgen unv selbst Betrügereien vorhält. , n 0 „
Sind) scheint Hr B crg nicht, wie er am Schlüsse seines Artikels erwähnt, mit dem Motto: „Schuster bleib bei deinem Leist, einzustimmen, Venn sonst tourte er gewiß sein „Merkt's! Merkt's!" nicht verfaßt, geschweige venu veröffentlicht haben.
’ Weiter auf den Artikel des Hrn. Berg, vcr nichts weniger, als eine Erwiederung des Artikels „Hort. Hort., enthalt, einzugehen, finden wir, offen gestanden, nicht der Mühe werth. ___
2 fl. — fr.
12 kr.
1 fl. 20 „
1 „ 32
10931 Um Frrthümern vorzubeugen, diene hiermit zur Nachricht, daß ick meine Stiefel noch nie höher als mit einem Gulden, ebenso vie Damenstiefel unv Schuhe mit einem halben Gulden Aufschlag per Paar verkaufte. Es findet sich wohl irgend em beliebiger guter Rechner, der einem verehrlichen Publikum vorrechnet, wie viel Procente es macht; ich habe versprochen, bet meinem Leisten zu bleiben, und könnte mich dabei wieder vergallopiren, wodurch nur neues Aergermß entstünde.
Gießen, den 5. Mai 1857. r!er. -v erg.
1086) V l V II l TL II
Aus ven in Nr 34 des Anzeigeblattes erschienenen anonymen Artikel Nr. 1001, unter der Aufschrift: «Hort! Hört!!" und auf den in Nr. 35 d. Bltts. erschienenen anonymen Artikel Nr. 1044, unter der Aufschrift: „Nochmals die Schuhmachennnung!" erwiednn wir Fo g was jene Ausführungen enthalten," ist als ungegründet dargestellt. Jeder unbefangene Leser
jener Artikel wird die Sache in gleichem Sinne beurteilen. Man hält daher eine förmliche Beantwortung desselben für überflüssig unü will nur einige Sßt'Tfcr^bun^cn in bvm wnfyrcn ^id)tc bQrftcUcu. ~x
Es ist in dem ersten Artikel Nr. 1001 gesagt, daß bei der Berechnung der diesjährigen Preiserhöhung für Schuhmacher- waaren ein Rechnungsfehler unterlaufen sei, intern eine 20procentigc Erhöhung auf je einen Gulven nur 12 fr. und nicht 24 fr. betraqe Vies haben'die Schuhmacher bei ihrer Berechnung ganz gut gewußt, obgleich sie, wie feuer Artikel besagt, selten m den Fall kommen, Zinsberechnungen anstellen zu müssen, so trösten sie sich mit Vem Verfasser jenes Artikels, der wahrscheinlich, wie die Schuhmacher von ihrem, durch die Hänve Arbeit erspartem Gelve keine Zinsberechnungen anzustellen brauchen.
Bei der vorjährigen Preiserhöhung in Nr. 30 des Anzeigeblattes von 1856 wurde der Preis für em Paar Stiefel auf 6 fl. sestaestellt und nach einem abermaligen 20proeentigen Aufschlag in Nr. 7r> des Anzeigeblattes von 1856 haben sich die Preise für dieselben schon damals, ohne ven viesjährigen Aufschlag, auf 7 fl. 12 fr. gestellt, hierin liegt eine unwürdige Beschuldigung.
Der Verfasser des in Nr. 35 des Anzeigeblattes erschienenen zweiten Artikels Nr. 1044 stellt unter Andern, ganz richtig tue Berecknuna auf, daß nach de» alten Lederpreisen an ein Paar Herrenstiefeln für 3 fl. 30 fr. Leder sei, somit der Arbeitslohn sich auf 2 fl berechne. Der Verfasser jenes Artikels wird wohl wissen, daß zwischen Arbeitslohn unv Gewinnst ein wesentlicher Unter
schied ist.
Von diesen . . • •
sind außer vem Leder für weitere Zuthaten Mindestens . der Arbeitslohn für den Gesellen mit zusammen ° fl 28 fr
SoR^be^S Gesellen,' an denselben Stiefeln einen ganz'en Tag zu arbeiten, die Miethe für die Wohnung,
Steuer! ü s w u s w. zu bestreiten hat. Fertigt ein Meister ein Paar Stiefel selbst an, so beträgt st'" täglicher Verdienst \ ? ^ran ru arbeiten hat) 36 fr., welcher Arbeitslohn nicht seinen Sack, sondern leider sein Buch anfullt.
Kann ein Handwerksmann voi! einem solchen Verdienste durch seiner Hände Arbeit seine und seiner Familie Existenz fristen und noib fn viel erübrinen, damit ihm ein Sparpfennig für seine alten Tage übrig bleibe? — Wir sagen nein. —
Unb nimmt man an, baß die Leberpreise seit kurzer Zeit einen hoppelten Preis erreicht haben, jo fließen gewiß nicht nach obiger Angabe und den jetzigen Preisen einige und zwanzig Proeent, wie jener Artikel sagt, in unfern Sack und deßwegen können wir IcifccT nicht öon bcn cic|tctltcn greifen abgehen. . c.
Indem wir diese Darlegung hiermit veröffentlichen, dürfen wir des Urtheils Ms Unbefangenen gewarüg fern, «m 4. Mai 18-7. DI, Schub«-ch--,»-ft.


