Gerichtliche und Privat Bekanntmachungen.
Besondere Bekanntmachungen.
Warnung!
159) Da sich die Holzfrevel in den Waldungen der Stadt Gießen neuerdings wieder in ausfallender Weise vermehrt haben, so ist die Behörde zur Anordnung der strengsten Schutzmaasregeln genöthigt worden. — Man will nicht unterlassen, hieraus aufmerksam zu machen und von Begehung von Freveln atzzumahnen. Zugleich wird vor dem Ankauf gefrevelten Holzes wiederholt gewarnt und bemerkt, daß derselbe gesetzlich verboten ist und eintretenden Falls zur Anzeige und Bestrafung gebracht werden wird.
Gießen den 25. Januar 1856. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
D. b c l.
Aufzunehmende Capitalien.
116) Die Stadt Gießen braucht für die Gasanstalt 30,000 fl. und nimmt jetzt, schon Capitalien zu jedem beliebigen Betrage, gegen 4 pCt. Zinsen und Kündigungs- rccht, an. Dcsfallsige Anerbietungen können mündlich oder schriftlich bei der unterzeichneten Stelle täglich gemacht werden.
Gießen den 18. Januar 1856.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. D. Ebel.
145) Die Ehefrau des Balth. Schäfer von Watzenborn ist wegen Verstandcsschwäche unter Curatcl gestellt und ihr Johs. Dern von Watzenborn als Curator bcigcgeben worden. Es wird dieses mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Dispositionsbefugniß über das gejammte vorhandene Vermögen ausschließlich der Ehefrau des Balth. Schäfer, resp. deren Curator, zusteht und rechtliche Geschäfte mit Gültigkeit ohne Zustimmung ihres Kurators mit der Balth. Schäfer'ö Ehefrau nicht abgeschlossen werden können.
Gießen am 18. Januar 1856.
Großherzogliches Landgericht Gießen. P l o ch.
Edictalladungeu.
3469) In Sachen des praktischen Arztes Dr. Weber 1. zu Gießen, Klägers gegen Reinhard Ottmann von Gießen, Beklagten, Forderung betreffend, wird der unbekannt wo abwesende Beklagte aufgefordcrt, sich auf die Klage, welche von dem Kläger dahin erhoben wurde:
der Beklagte verschuldet mir für ärztliche Behandlung feiner Frau und Schwägerin 19 fl., worüber ich einen Auezug aus meinem Geschäftsbuche überreiche, hat auch diese Schuld besonders anerkannt. Ich beantrage, La ich auf dem Wege der Güte nicht zu meiner Befriedigung gelangen konnte:
den Beklagten nach verhandelter Sache zur Zahlung der libellirten 19 fl. nebst 5 pCt. Verzugszinsen vom Tage der Klage an und der Kosten schuldig zu erkennen, zu diesem Zweck auch, indem mein Anspruch durch den übergebenen
Auszug genügend bescheinigt sein wird, auf einen Ausstand des Beklagten bei der hiesigen Sparkaffe, soweit als erforderlich ist, Arrest anzulegen, im Termin
den 3. April k. I., Vormittags 9 Uhr, bei Meldung der Annahme des Eingeständ- niffes und des Ausschluffes mit Einreden zu erklären. — Dem Arrestgesuche wird Statt gegeben und erfolgt die Bekanntmachung weiterer Verfügungen nur durch Anschlägen derselben an die Gcrichtsthüre. Gießen den 19. Decembcr 1855.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen.
Muhl, Bott,
Stadtrichtcr. Stadtger.-Apessor.
Ocffentliche Ladung.
127) Nachdem unter dem 15. d. Mts. über den Kaufmann Carl Jordan zu Marburg der förmliche Concurs erkannt worden, so werden alle und jede, welche Ansprüche an dessen Verinögcnsmasse aus irgend einem Grunde zu haben glauben, hiermit öffentlich vorgeladen, ihre deshalbigen Rechte in dem dazu auf
den 5. Mai d. I., Morgens 9 Uhr, als Contumacirzeit hierher angesetzten Termine, unter Vorlegung ihrer deshalbigen Beweisstücke, bei Meldung der gänzlichen Ausschließung von der Masse, in Person, oder durch einen glaubhaft legitimirten Bevollmächtigten gehörig anzumelden.
Marburg am 16. Januar 1856.
Kurfürstliches Justizamt I.
Wagner.
Versteigerungen.
Vergebung von Schreiner- u. Schloster- arbeit bei der Stadt Gießen.
128) Montag den 28. Januar 1856,
Vormittags 9 Uhr,
sollen auf dem Rathhause dahier folgende Arbeiten an den Wenigstfordernden verge- I ben werden:
Schreinerarbeit, vcranschl. zu 10 fl. — kr.
Schlosserarbeit, „ „ — „ 24
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
D. Ebel.
56) Montag den 28. Januar d. I., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Rathhause die der PH. Anton Beckcr's Wittwe dahier gehörenden Grundstücke aus freier Hand öffentlich meistbietend versteigert werden, mit dem Bemerken, daß bei annehmbarem Gebote der Zuschlag sogleich ertheilt wird.
□ Klftr,
518 Garten nebst Gartenhaus, links am Busch'schen Garten, neben Dr. Mettenheimer, '/21 , */22. Klasse,
184 Acker, auf den Sandkautcr Weg und Hecgstrauch, neben Chr. Burckhardt, PH. Chr. S., */22., '/,3. Klasse, 95 Acker am Altenfeld, bei den Gärten, neben Melchior Kauf Ehefrau, 2. Klasse,
156 Acker im Altenfeld, links auf den Weg, neben Hermann Puggc, 7,2., 7,3. Klasse.
Gießen den 9. Januar 1856. Großherzoglichcs Ortsgericht Gießen. D. Ebel.
Holzverftcigcrung im Gießener Stadt- walde.
129) Montag den 28. Januar l. I., von Morgens 9 Uhr an,
soll in dem hiesigen Stadlwalde, Distrlct Oberwald, Abtheilung Charlottenberg, Falkenhorst und Schützenschlag, nachverzcichne- tes Holz öffentlich versteigert werden:
3
Stecken
Buchen-Scheidholz,
54
u
„ Prügelholz,
4
rr
„ Stockholz,
8350
Wellen
„ Reisholz,
10
Stecken
Eichen-Scheidholz,
180
ir
„ Prügelholz,
168„
„ Stockholz,
6300
Wellen
„ Reisholz,
100
„ Hainbuchen- „
1 Stecken Kiefern-Scheidholz,
22 „ „ Prügelholz,
7 „ „ Stockholz,
1700 Wellen „ Rcisholz,
3450 „ Fichten- „
3 Stecken Erlen-Prügelholz,
50 Wellen „ Reisholz,
2 Stecken Aspen-Prügelholz,
1 „ „ Stockholz,


