Polizeiliche Bekannt in a ch u n g.
Die Beiträge der Dienstboten in das academische Hospital zu Gießen betreffend.
Das seiner Zeit zur öffentlichen Kenntniß gebrachte Regulativ Großherzoglichen Krcisamts vom 19. April 1856 bestimmt u. A. Folgendes:
„§. 5. Das Beitreten und die Zahlung der Beiträge ist für die Dienstboten und Taglöhner Bedingung für die Gestattung des Aufenthaltes in der Statt Gießen. Eine Verwci- qernng des Einen oder des Andern zieht daher Ausweisung aus derselben nach sich."
Dem ungeachtet weigern sich viele Dienstherrschaften und Dienstboten die Beiträge in das Hospital zu leisten, und selbst nachdem ich viele Dienstboten persönlich belehrt habe, daß die Beiträge absolut bezahlt werden müßten, wird dem Erheber derselben noch häufig das Geld verweigert, wodurch große Weitläufigkeiten entstehen.
Ich sehe mich daher veranlaßt, auf die bestehende Vorschrift wiererholt und mit dem Bemerken aufmerksam zu machen, daß ich künftig diejenigen Dienstboten, welche die Zahlung der Hospitalgelvbeiträge beim Anforrern nicht sofort leisten, der bestehenden Vorschrift gemäß, unnachfichtlich alsbald aus der Stadt ausweisen werde. Es liegt mithin im Interesse der Dienstherrschaften, daß sie ihre Dienstboten belehren und selbst dafür sorgen, daß dem Erheber der Beiträge keine Zahlung mehr verweigert werde.
Gießen, am 18. September 1856. Der Großherzvgliche Polizei-Commissär für die Provinzialhauptstadt Gießen: Nover.
Gerichtliche und Privat-Bekanntmachungen.
Versteigerungen.
1989) Montag den 29. September, Nachmittags 2 Uhr,
will Herr Philipp Lampus auf dahiesigem Rathhausc seine nachfolgend beschriebenen Grundstücke auf 12 Jahre vurch Versteigerung an den Meistbietenden in Pacht geben, nämlich:
□ .«litt.
1245 Acker am Krofdorfer Weg,
311 Acker im Eisenfelr, am Mittelweg, 735 Acker im Gänswinkel, daselbst, 798 Acker daselbst,
1108 Acker an der Chaussee,
836 Acker am Schwarzacker,
598 Acker daselbst,
500 Acker vor den Steinbrunncn,
2146 Acker vor dem Weiher, auf den Aulweg,
990 Acker auf der Warthe,
760 Acker auf der Rothhvhl,
466 Wiese am untersten Riegelpfad,
191 Wiese daselbst,
335 Wiese daselbst,
494 Garten auf der Stephansmark,
431 Acker daselbst,
804 Wiese daselbst, am Bruch,
1854 Acker am Schiffenberger Weg,
254 Wiese am Gänsacker,
146 Wiese daselbst,
842 Wiese daselbst,
1869 Acker beim Fürstenbrunnen, und werden Pachtliebhaber eingcladen, sich um die bestimmte Stunde einzufinden.
Gießen, den 22. September 1856.
I. A.: C. Weidig, Ortsgerichtsmann.
1998) Montag den 29. September
sollen die der hiesigen Gemeinde gehörenden Zwctschen versteigert werden. Der Anfang ist Vormittags 11 Uhr bei der Linde.
Grüningen, den 22. September 1856. Großherzogliche Bürgermeisterei Grüningen.
Köhler.
1983) Montag den 6. October l. I., Vormittags 10 Uhr,
soll dahier öffentlich versteigert werden die Lieferung:
Die Verwaltungs - Commission. Für die Ausfertigung: Rispel, Secretär.
1)
von
2400
Stück Weißkraut,
2)
u
300
„ Würsing,
3)
II
900 Malter Kartoffeln,
4)
u
50
Ctnr. gelben Rüben,
5)
1/
50
„ untercrdigen Kohl
rüben,
6)
u
5
„ Zwiebeln,
7)
II
20
Pfund Knoblauch,
8)
II
125
Ctnr. Sauerkraut,
9)
//
90
„ Erbsen,
10)
//
90
„ weißen Bohnen,
11)
u
70
„ Linsen,
12)
u
10
„ gebörrt.Zwctschen.
Marienschlvß,
am 20. September 1856.
1990) Dienstag den 30. September, Nachmittags 2 Uhr,
soll auf dahiesigem Rathhaus das ver Jungfer Elisabethe Hessig gehörenre Wohnhaus in der Linvengasse, an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden.
Gießen, den 28. Scptember 1856.
I. A.: C. Weidig, Ortsgerichtsmann.
1970) Donnerstag den 25. September d. I., Mittags 1 Uhr,
soll das hiesige Gemeinde-Obst, bestehend in Zwctschen und etwas Acpfeln, versteigert werden.
Rodheim, den 18. Scptember 1856. Großherzvgliche Bürgermeisterei Rodheim.
Wagner.
Feilgeüotenes.
1995) Mehrere Malter sehr gute Kartoffeln sind billig zu verkaufen bei
PH. Kattrein.
1997) Eiferr-Waaren, insbesondere «Heerde und Oefen für Steinkohlen- und Holz-Feuerung, empfiehlt I. G. D. Bapst, am Markt.
| Frankfurter Pier
bei Louis Busch.
1964) Ich mache ein geehrtes Publikum wiederholt darauf aufmerksam, daß bei mir stets eine große Auswahl in irdcnem Geschirr , Honigtöpfen, Steingut re., anzu- treffen ist und daß ich bei allen Gegenständen eie billigsten Preise stelle.
I. K r i e b , wohnhaft in dem Hause des Gg. Becker, in der Marktstraße.
1996) Von heute an ist stets frischer Treber bei mir zu haben.
Chr. Busch, zum Darmstädter Haus.
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