Ad 9. — In der Sitzung vom 17. December v. I. hat, der Ausschuß beschlossen, daL abermals eltoa 100 Malter der s. g. Ziviebclkartoffeln in Sachsen angckaust und an die landwirthschaftüchen Bezirks-Vereine zur Versteigerung überlassen werten möchten. Nach den günstigen Resultaten, welche der Anbau dieser Kartosselsorte im vorigen Jahr geliefert hat, haben sich, mit Ausnahme eines einzigen, alle Bezirks-Vereine an diesem Kartoffelbezug betheiligen zu wollen erklärt. Die Kartoffeln werden den Bezirks- Vereinen gegen Ersatz der Ankaufskostcn überlassen, die Transportkosten bis Gießen aber auf die Casse des landwirthschaftlichen Vereins übernommen werden.
Ad 10. — Allgemein anerkannt ist es wohl, daß der dermalige Zustand der Schäferei in Obcrhessen, wo in einem Theil ter Gemarkungen reines, in einem anderen Theil aber s. g. Schmeervieh gehalten wird, sehr viele Unzuträglichkeiten mit sich führt und daß es zu wünschen wäre, wenn in der ganzen Provinz nur Schaafvieh einer Art gehalten würde. Da man aber denjenigen, welche reines, d. h. vollkommen gesundes Schaafvieh halten, nicht zumuthen kann, es durch Schmccrvieh zu ersetzen, so bleibt nichts übrig, als nach dem Beispiel von Bayern, Württemberg re. dahin zu wirken, daß das reine Schaafvieh allgemein werde. Deßhalb hat der Ausschuß das Präsidium ermächtigt, derjenigen Gemeinde, welche in diesem Jahr zuerst das Schmeervieh abschafft und durch reines Schaafvieh ersetzt, eine Prämie von 50 Gulden zu ertheilen und wird diese Gemeinde außerdem ein von einem englischen Bock gefallenes dießjähriges Bastardbocklamm unentgeldlich erhalten.
Ad 11. — Daß der landwirthschaitliche Verein von Obcrhessen an dem im Jahr 1856 zu feiernden Fest des 25jährigen Bestehens der landwirthschaftlichen Vereine sich zu betheiligen habe, hatte der Ausschuß in früheren Sitzungen beschlossen. Nach erhaltenen Mittheilungcn werden die Kosten, an welchen derselbe Theil zu nehmen hat, nur in den Druckkosten eines über sein Wirken erscheinenden Werkes bestehen. Für dieses Jahr sind zu diesem Behuf 150 Gulden vorgesehen.
Ad 12. — Diese Position ist in Folge eines von dem Ausschußmitgliede, Großherzoglichem Steuercommissär Hunsinger, gestellten Antrags von dem Ausschuß beschlossen worden.
Die Vorstände der landwirthschaftlichen Bezirks-Vereine, die Mitglieder des Ausschusses des Provinzial-Vereins, sowie überhaupt alle Mitglieder desselben, endlich die Großhcrzvglichen Bürgermeister, werden ersucht, zur Verbreitung vorstehender Bekanntmachung beizutragen.
Laubach, den 26. März 1856. Der.Präsident des landwirthaschftlichen Vereins von Oberhesscn:
Otto, Graf zu Solms - Laubach.
Gerichtliche und privat-Bekanntmachungen.
EdictaUadung.
829) Die Erben der Wittwe des Balthasar Doringer in Wicseck haben den Nachlaß derselben unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten. Indem man dieses hiermit bekannt macht, fordert man alle, welche an diesen Nachlaß einen Anspruch bilden, auf, denselben sogewiß binnen vier Wochen dahier anzuzcigen, als sie es sich sonst selbst beizumessen haben, wenn sie bei der Vertheilung des Nachlasses unberücksichtigt bleiben.
Gießen den 3. April 1856.
Großherzogliches Landgericht Gießen. Ploch.
Besondere Bekanntmachungen.
Die Lefe!)olznutzttng.
1057) Die betreffenden hiesigen Einwohner werden hierdurch in Kenntniß gesetzt, daß das Leseholzsammeln in den Monaten Mai und Juni nach §. 9 der höchsten Verordnung vom 31. Juli 1854 nicht gestattet ist und als Frevel bestraft wird.
Gießen den 5d Mai 1856.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __D. Ebel.____________ Die Anlagen im Philvsopl-en-
Wald.
1028) Auf Veranlassung der Forstbc- hörde wird hierdurch bekannt gemacht, daß der District Philosophenwald wegen verschiedener neueren Anpflanzungen in Heege gelegt worden ist, und daß daher sowohl das Sammeln von Leseholz, Tannenzapfen k.,
als auch das Betreten des Waldes außerhalb der Wege in dem genannten Distrikte nach den Bestimmungen des Forststrafge- setzcs geahndet werden wird. — Zugleich bringen wir in Erinnerung, daß das Reiten daselbst nur auf den breiten geraden Schneißen, nicht aber auf den schmäleren krummen, und für Fußgänger bestimmten Wegen gestattet ist.
Gießen den 2. Mai 1856.
Großhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen. D. Ebel.
Versteigerungen.
1046) Die Lieferung von 20 Stecken Buchcn-Scheidholz in das hiesige Bürgerhospital soll auf dem Soumissionswege vergeben werden und sind dcsfallsige Soumissionen bis zum 10. I. Mts, Nachmittags 1 Uhr, wo die Eröffnung derselben statt- fiudet, bei dem Unterzeichneten, auf dessen Büreau auch die Bedingungen eingesehen werden können, abzugeben.
Gießen am 5. Mai 1856.
Der Rechner: Wittich.
1058) Die Lieferung von 80 Stecken Buchcn-Scheidholz soll
Samstag den 17. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, in dem hiesigen Hofgcrichtsgebäude öffentlich an den Wenigsknehmenden in Accorv gegeben werden.
Gießen den 3. Mai 1856.
Kreb s.
BreuuhoIzliefcruug.
1047) Samstag den 17. Mai, Vormittags 10 Uhr,
soll in der Großherzoglichen Universitäts- kanzlci dahier die Lieferung von 400 Stecken Buchen - Scheidholz an die verschiedenen Universitäts-Anstalten, sowie von 50 Stecken in das Großherzogliche Gymnasium dahier, öffentlich an den Wenigstnehmenden versteigert werden. Gießen den 5. Mai 1856.
Großherzogliches Universitäts-Rentamt. Martin.
Arbeitsverfteigeruug in NodHeinr. 995) Donnerstag den 8. Mai 1856, Vormittags 9 Uhr, sollen auf der Bürgermeisterei zu Rodheim folgende an der Pfarrhofraithe daselbst vor- kommendcn Arbeiten an den Wcnigstnch» inenden öffentlich vergeben werden:
Zimmerarbeit, vermischt, zu 3 fl. 30 kr.
Maurerarbeit, „ „ 84 „ 5 „
Schmiedearbeit, „ „ 6 „ 40 „
Schreinerarbeit, „ „11 „ 1 „
Gießen den 29. April 1856.
I. A.: Der Bezirksbauaufsehcr L. Euler.
Holzversteigeruug zu Allendors mt der Lumda.
1045) Freitag den 9. Mai, Vormittags 8 Uhr, sollen im hiesigen Stadtwalde, District Homberg:
172% Stecken Buchen-Scheidholz,
23 „ „ Prügelholz,
117% „ „ Stockholz,


