Ausgabe 
31.10.1855
 
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Privat - Bekanntmachungen

Gerichtliche Edictalladung.

2029) Nach Erkennung des formellen Con- cursprozesses gegen Kaufmann Louis Wille zu Gießen werden Alle, welche Ansprüche an denselben zu bilden haben, aufgcfordert, solche im Liquidations-Termin den 8. November I. I., Vormittags 9 Uhr, bei Meldung des stillschweigend eintretenden Ausschlusses von ter Masse anzuzeigen und zu begrünten. Von den persönlich nicht erscheinenden Gläubigern wird unterstellt, daß sie allen Beschlüssen der Mehrzahl der erscheinenden bezüglich der in demselben Ter­min zu versuchenden Güte, Wahl eines MaffepflegerS und Gläubiger - Ausschusses, zustimmen. Gießen den 24. Septbr. 1855.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Muhl, Bott, Stadtrichter. Stadtger.-Assessor.

Besondere Bekanntmachung.

Das Oetroi der Stadt Gießen bctr.

3110) Mit Bezugnahme auf die höchste Verordnung vom 2. October 1855, wonach

1) von der Ohm Bier, auswärts fabri- cirt, statt 10 kr. 8 fr.,

2) von der Ohm Bier, in Gießen sabri- cirt (statt der früher bezahlten Octroi- Abgabe von 8 kr. für 130 Pfund Malz) 5'/2 kr. betragen,

3) das Gewicht des Malters Hafer, statt wie seither auf 130 Pfund, auf 120 Pfund angenommen werden soll, wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß ge­brach!, daß diese Bestimmungen mit dem 1. November 1855 in Wirksamkeit treten und die Abgabe unter 2 für die Folge bei dem Großherzoglichen Hauptzoüamte erho­ben wird. Gießen den 26. Oktober 1855.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. D. Ebel.

Versteigerungen.

Betr.: Wiederverpachtung der herr­schaftlichen Fisch- und Krebs - Wasser im Forste Gießen.

1981) Freitag den 2. November d. I., Vormittags 10 Uhr, werden im Gasthause zum Einhorn dahier die nachverzeichneten mit Ende 1855 leih­fälligen herrschaftlichen Fisch- und Krebs- Wasser, unter den im Termine eröffnet werdenden Bedingungen, auf weitere 9 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet, nämlich:

1) die Lahn, vom Einfluß der Salz- böde bis zur Königl. Preuß. Gemar­kung Dudenhofen in den Gemarkungen Fried'elhausen, Staufenberg, Rutters-

«nd

Hausen, Lollar, Wismar, Launspach, Wieseck, Gießen und Heuchelheim. Die auf einem Theile dieser Strecke der Krone Preußen zustehende Koppel- fischcrei wird gleichzeitig mitverpachtet.

2) Die Lumda, von der kurhcssischen Grenze bis zu ihrer Einmündung in die Lahn.

3) Die Wieseck, von den Heerd'schen Wiesen in der Gemarkung Trohe bis zur Lahn.

4) Die Oberlache, von Annerod an bis zur Wieseck.

5) Der Bieberbach, von seinem Ur­sprung an bis zur Lahn (mit Aus­nahme der durch die Gemarkung Rodheim fließenden Strecke.)

6) Der Hausstättcr Bach und der Ehlybach (letzterer bis zur Atzbacher Grenze.)

7) Der Grundelbach, von seinem Ursprung bis incl. zum tiefen Bäch­lein in der Gemarkung Großenlinden nebst dem sog. großen Woog.

Es können nur bekannte rechtliche Leute als Pächter zugclasscn werden, von denen eine ordnungsmäßige Benutzung des Fisch- und Krebsfangs zu erwarten steht, keine Holzfrevler, Wild-, Fisch- und Krebsdiebe, oder Leute ohne alles Vermögen, oder solche, die durch die Ausübung des Fisch- und Krebsfangs ihr Gewerbe vernachlässigen und in ihrem Nahrungsstande zurückkvmmen würden.

Nachgcbote werden nicht angenommen; die Genehmigung der Verpachtung bleibt Großherzoglichcr Oberforst- und Domänen- Direction Vorbehalten.

Gießen den 20. September 1855.

Großherzogliches Forstamt Gießen.

v. Buseck.

Arbeitsversteigerung in Grüningen. 3065) Donnerstag den 1. November v. I., des Vormittags 10 Uhr, sollen aus der unterzeichneten Bürgermeisterei,

zur Fortsetzung des Vicinalwcgs nach Stein- berg, 240 lfde. Klafter Chaussirung, ver­anschlagt zu 360, fl., unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich an die Wcnigst- nehmenden in Accord gegeben werden.

Grüningen den 22. October 1855. Großherzogliche Bürgermeisterei Grüningen.

I. A.: Gerhard, Bezirksbauaufseher.

3127) Montag den 5. November, Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Hause des Bäckers Schäfer am Rathhaus allerlei Hausgeräthe und Mo­bilien gegen gleich baare Zahlung verstei­gert werden.

Gießen den 29. October 1855. Großherzogliches Ortsgericht Gießen.

In Auftrag des Vorstehers.: C. Weidig, Ortsgerichlsmann.

F e i l g e l) o t e n.

~ 3118) Ausgclohte Sauerkraut-Fäßchen, Fleischständer, Fleischbüttcn, Weinfässer rc., sowie mehrere Stecken trockenes, 3 Fuß lan­ges Holz, den Stecken zu 6 fl., verkauft _________Wilhelm Ko hl er mann.

3128) Sehr schönes Weißkraut ist zu verkaufen bei Gg. Heinr. Lony.

3077) Feinsten Rum, Arrac, ächten französischen Cognac, Pcrsico, Extrait dAbsynlhe, ächten Düsseldorfer Punsch- und Bischofs-Essenz empfiehlt

L. I a h r e i s.

3117) Verschiedene Sorten gebrochene Acpfel, als: Melacken, Süszäpfel, Madäpfel, Hütäpfel, ii ©immer 1 fl. 20 kr., Bors- dorfer, ä ©immer 1 fl. 45 kr., sowie gute, sich lange Zeit haltende Winter-Birnen, a ©immer 1 fl. 30 fr., verkauft täglich

Obsthändler Mehl am Wochenmarll

3126) Bei Beginn der Jahreszeit erlaube ich mir, auf mein vollständig assortirtes Zager

in allen Sorten

grünen» und schwarzem Thee, als: Peccve- mit Blüthen, Souchong-, Congo-, Perl-, Imperial-, Hay- 2C- / )owie auf meinen ächten Jamaica - Rum, Batavia - Arrac und vorzüglichen Punsch-Essenz von Arrac und Rum, aufmerksam zu machen. Außerdem bringe ich meine Chvcolade, mit und ohne Gewürz, Zeylon-, Java- und chinesischen Zimmet, Ärangeat, Citronat, Corinthen, Rosinen, Mandeln, Vanille, Ertronen, eingemachten Ingber, Häringe, Sardellen, Sens, sowie meine übrigen Colonial- und Specerei-Waaren, in empfehlende Erinnerung.

W. Zur buch.