Ausgabe 
31.10.1855
 
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Auzeigebtatt

für die

Stadt und den Kreis Gießen.

Jfo 87. Mittwoch den 3L October 1855.

Erscheint wöchentlich zwei Mal? Mittwoch und Samstag. Preis des Jahrgangs für Einheimische 1 fl. 30 fr., für Auswärtige incl. Postaufschlags 1 st. 53 tr. __'

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Amtlicher Theil.

O f f i c i e l l e

Erhebung in den Adelstand. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben allergnädigst geruht, durch Allerhöchste Entschließung vom 6. September teil Lberlieutenant im Generalquarliermeisterstab Earl Julius Grundier für sich und seine eheliche Na ykommcnschaft in den Adelstand des Grvßherzoglhums zu erheben.

Pntenterthciluugr'N. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigü geruht: Ain 19. September der Firma Ferdinand Ihm und Bürger zu Offenbach für die Dauer der nächsten fünf Jahre das Recht, die in der übergebenen Beschreibung näher erläuterten Eeinent- und Stein- niehlmaffen und Farben und damit getränkte Wcbstoffe, sowie die Verbindung dieser Eemeut-Farben mit Kautschuckauflösuug im llnifang des Großherzog- thiiins allein in Anwendung bringen zu dürfen, sowie an demselben Tage den, Cfvil - Ingenieur Dr. C. Schneidtler in Berlin für den Ärchitecten H. Gerner aas New-Jork für die Dauer der nächsten fünf Jahre das Recht, den von diesem erfundenen, durch Zeichnung und Beschreibung näher erläu­terten Schreib- und Zeichnen - Evpier-Apparat im Umfange des Großherzog- thuinS allein in Anwendung bringen zu dürfen, zu ertheilen.

Dienftnachrichtcn. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht : Am 5. September de» Wagenwärter bei der Cifenbahn- Station Offenbach Johs. König zum Wagenwärter bei der Main-Neckarbahn und deti Nletallarbeiter in der Centralwerkstätte der Main-Neckarbahn zu Tarmitadt Nicolaus Beunleth zum Wagenwärter bei der Eisenbahn-Station Offenbach jn ernennen; am 7. September den von rem Ortsgeistlichen und dem Ortsvorstande zu Niainstingen auf die erledigte erste katholische Schnl- lehrerstelle zu Mainflingen, im Kreise Offenbach, präsenticten Schullehrer Adam Schreiber zu Wackernheim für diese Stelle zu bestätigen; am 12. Sep­tember den Professor Dr. Schneid zu Gießen zum Rector der LandeS-llniverfftäk für die Zeit von Michaelis 1855 bis dahin 180(1, und an demselben Tage den Obersteuer-Registratur-Aceefststen Ludwig Baur zu Darmstadt zum Ober­steuer.- Secrelär zu ernennen; au demselben Tage den von dem Herrn Grafen von Schlitz, genannt Görtz, auf die zweite Plarrstelle zu Schlitz, im Kreise

Nachrichten.

Lauterbach, präsentirten Pfarrverweser Georg Christian Dieffenbach zu Schlitz für diese Stelle zu bestätigen; an demselben Tage dem Schulvicar Valentin Boller zu Esselborn, im Kreise Alzei, die evangelische Schullehrerstelle da­selbst zu übertragen; an demselben Tage den praktischen Arzt Dr. Ignaz Victor Weil zu Zwingenberg zum Kreisarzt des Medicinalbezirks Bensheim zu ernennen; am 17. September dem evangelischen Pfarrer Justus Otto zu Fränkisch-Crumbach die evangelische Pfarrsteile zu Alsfeld zu übertragen- an demselben Tage den praktischen Arzt Dr. Anton Helwig zu Mainz zum Kreiswundarzt für den Medicinalbezirk Mainz, sowie an demselben Tage den HvfmuflknS Emil Reitz zugleich zum Hofkantor zu ernennen

Charakterertheilungcn. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht : Am 25. August dem Bahn-Ingenieur und Bahn­vorstand der Bahnverwaltung Darmstand Friedlich Lichkhamnier den Charakter als Baurath, dem Oberzolliuspector Conrad Rötzcl zu Emmerich den Charakter als Steuerrath und dem Canzleiinspector Friedrich Netz zu Darmstadt den Charakter als Canzleirath, und am 17. September dem ersten reformirteu Pfarrer zu Umstadt, Ludwig Marchand, den Charakter als Kir- cheurath zu verleihen.

Dienstentlassung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben geruht: Am 18. August den DistrictSeinnehmer der Districtseinnehmerei Ruffelsheim Georg Amendt zu Rüffelsbcim feines Dienstes zu entlassen.

Versetzungen in den Ruhestand und Charaktercrtheilung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habe» aUergnävigst geruht: Am 26. Angllst den Kreiswundarzt des Medicinalbezirks Altenstadt Ur. Heinrich Carl Schäfer zu Altenstadt, und am 2. Septemöer den Landgestuksdiener Bernhard Kaiser zu Darmstadt, sowie am 7. September den Schnllehrer JustuS Wilhelm Krapp zu Königstätten, im Kreise Großgerau, in den Ruhe­stand zu versetzen; am 12. September den Obersteuer-Secretär Georg Jacob Zeitz zu Darmstadt, auf sein Nachsuchen, unter Verleihung des Charakters als Steuerrath, sowie den Cauzleidiener bei dem Kataster-Büreau Andreas Hertziug zu Darmstadt in den Ruhestand zu versetzen.

Polizeiliche Bekanntmachungen.

Die bestehende Vorschrift, wornach die hier wohnenden Studirenden binnen den ersten 8 Tagen eines jeden Lehrcursus, selbst dann, wenn ihre bisherige Wohnung nicht verändert worden, aus dem Großhcrzogltchen Polizcibürcau angezcigt werden sollen, wird hierdurch mit Bezug aus die höchsten Orts erlassene Verordnung:Die Disciplinarstatuten der Universität Gießen betreffend" und namentlich aus den Art. 8 derselben, mit dem Ansügcn in Erinnerung gebracht, daß nach Ablauf dieser Frist gegen die Säumigen die Erkennung der für diesen Fall angrdrohten Strafe von 1 sl. 30 fr. veranlaßt werden wird.

Hierbei wird zugleich bekannt gemacht, daß auch alle ortsfremden, das hiesige Gymnasium, die Realschule und ähnliche Erzie­hungs-Anstalten Besuchenden innerhalb der ersten 8 Tage eines jeden Lehrcursus bei Vermeidung gleicher Strafe aus Grvßhcrzoalichem Polizeibiircau angezcigt werden müssen.

Gießen den 30. Oktober 1855. Der Großherzogliche Polizei-Commissär für die Provinzialhauststadt Gießen:

L. Nover.

Gefundene Gegenstände.

Ein silberner Ring mit einem Plättchen, ein kleines Reisetaschen - Vorhängeschlößchen, ein altes Notizbuch mit Lederdccke, ein Knäuel roth und weiß geflammte Wolle, einige Stückchen Sammt, ein weißes wollenes Kinderstrümpfchen und ein alter Schib- karren, sind gefunden worden. Ferner ist vor mehreren Tagen ein gelb und weiß geflecktes Wachtel Hündchen zugelaufen. Die Eigenthümer habcn^ sich baldigst auf Großherzoglichem Polizeibüreau zu melden.

Gießen den 30. October 1855. Der Großherzoglichc Polizei-Commissär für die Provinzialhauptstadt Gießen:

8. Nover.