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'• 3-, betreffs gehörigen Siel Führung der 4 rlontn und ti >rde».
allgemeine £Bo| SrpeDicnten J neuernden »st, welche, chj swanderern ch Auskunfi
M 43.
Beilage.
Der Bahnwärter.
Novelle.
(Fortsetzung.)
Gewiß war eS, daß der Bahnwächter Nr. 54 einen u»ge
bar sehr altes und kostbares Instrument sehen. Ein mit Elfenbein eingelegter Bogen kokettirt wehmükhig auS der entgegengesetzten Ecke des Zimmers mit seiner Liebe zur armen, mißachteten Violine.
Noch sind an den Wänden einige Lithographien zu erwähnen, größtentheils PortraitS musikalischer Celebritäten. Die meisten derselben tragen mit Bleistift geschriebene, offenbar eigenhändige Dedi-
jhnlichen Kleiderlurus trieb. Seine vorgeschriebene Dienstkleidung,
früher gdttuiti t er natürlich beständig trug, war von feinerem Stoffe, als nöthig
jb zweckdienlich war. Die blaue Blouse, die im Sommer gestattet
, war zierlich ausgenäht und der Pelz, den der Winter nöthig
-ung das Mw
t gewisse Sintii
len!).
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iüu vorgezächm
Innere
geschmackvoll getüncht; die Einrichtung ist einfach, aber weder
ober As llch, noch alterthümlich; es fehlt w^der der Divan noch der
ben bas Keck Hstuhl, noch der mit vielen zierlichen Kleinigkeiten moniirte
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>ürgt. Häfen e und en ist, >en!)
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oncessioaen m oder war nicht von Lammfellen.
Ii dasselbe zu verwenden. Man konnte nicht leicht eine feinere
ligenkasten wie achtungslos oder unwillig weggeschleudert in einem -inkel des Zimmers; er ist nicht versperrt und halb aufgegangen, 111 f° kann man zum Theil ein prächtiges, dunkelbraunes, offen-
nten vorgebeag;
■eischen 2W|
_______________ Seine Fußbekleidung war sehr (schieden von der plumpen, unförmlichen, nägelbeschlagenen Chauffure «r Kameraden und, um das Maaß seiner Sünden voll zu machen,
ung nur ü« zeichnende - f*n interessanteres Gesicht, eine edlere Haltung finden.
in welchen tiilfn,ai3e ^Eige Haare umrahmlen das bleiche Oval eines Antlitzes,
■ii, jenen zurückgeschobenen reinen Hauträndern, welche das un-
lgllche Zeichen guten Geschmackes und sorgsamer Pflege sind, ieschäftsbmub! Mwahr, wenn der Train nicht immer gar so pfeilschnell an dem ltirenden Wächter vorübergesaust wäre, er hätte wohl noch andere || cke auf sich ziehen können, als die der Bauerndirnen und Bahn-
ortigen Litchab *9 fr Sommer und Winter weiße, waschledernc Handschuhe.
Uebrigens berechtigte ihn sein Aeußeres vollkommen, etwas
fHiaZdung schonte und geltend machte; sie waren von fast aristokra- so \aiii Ift Kleinheit und Formenreinheit, und wenn er zuweilen den streu ?bschuh auszog, so zeigten sich schlanke Finger von tadelloser che, mit jenen langen ovalen gebogenen und durchsichtigen Nä-
ng des Passag» (reibtisch. Ein halbgeöffneter Bücherschrank läßt zierlich gebun- Enlschädigungi «i Werke in verschiedenen lebenden und lobten Sprachen sehen; ui Bewag 1 * Bett ist durch alkovenartige Vorhänge geschlossen; der kleine f die lieffeitii »edische Ofen verbreitet eine wohlthätige Wärme, und die elegante ftellers defiuiffstpe und der summende Theekessel auf dem Tische vermehren noch ii Heimliche dieses Gemaches, gegen dessen festgeschlossene, von erechten En "hängen verborgene Fensterladen Wind und Wetter vergeblich Em. Das befremdendste Möbel jedoch in der Wohnung eines shnwächters ist ein prächtiger Geigenkasten von Acajouholz unb »kunstvoll geschnitztes Notenpult, ganz belegt mit iheils gestoche- ", theils geschriebenen Nolenheften. Während jevoch in dem gan- Zimmer die musterhafteste Ordnung herrschte, liegt der erwähnte
, welche 6ereilt — — .........,
>urg) eine mii-'Aersfrauen der Umgegend, at haben, kan Doch es ist höchste Zeit, daß wir einen Blick in das Haler) auf bii6 Wächterhäuschens werfen. Es ist Winter und Nacht, der |e Train ist eben vorübergefahren, das Tagewerk ist zu Ende, t ebenfalls ei'1 Bahnwächter tritt in seine Wohnung. Was uns an dieser istäurigen As Echnung sogleich überrascht, ist jenes unnennbare Etwas, jener hres Bollmat^i zu analystrende Duft guter Gesellschaft, welche dieselbe durch- nicht, den K i»n. Das Zimmer ist klein und niedrig, aber licht, freundlich
■ r obrigkeitss eon zwei glühenden Augen von räthselhaft unbestimmter Farbe ; geeignet«'6 schauerlich lockender Tiefe beleuchtet ward. Um seinen trotzig nt irung utMoffenen Mund zog sich ein Zug bitterer Ironie, gemilvert durch e S icherheij6" zweiten, der auf tiefen sinnenden Schmerz zu deuten schien, end der Sell"" Hände und Füße waren es werth, daß er sie durch gute Be-
eationen mit Unterschrift und Datum. EineS derselben, an welchem eine derartige Unterschrift fehlt, stellt einen salonmäßig gekleideten Mann dar, der Violine und Bogen in der Hand hält und dessen Züge eine auffallende Ähnlichkeit mit dem Bewohner dieses ZimmerS zur Schau tragen.
3.
Als der Bahnwächter das Zimmer betrat, verschwand durch die andere Thüre die alte Gertrude, welche Lampe und Theetisch hergerichtet hatte. Der junge Mann verschloß sorgfältig hinter sich sowohl die Thüre, die in's Freie führte, wie die andere, durch welche die Magd sich entfernt hatte, dann warf er seinen Pelz und seinen Dienstrock ab, hüllte sich in einen eleganten schwarzsammtenen Schlafrock, warf sich in den Fauteuil, und überließ sich den Träumen, zu welchen eine summende Theemaschine und eine duftende Cigarre so freundlich einladen. Und in der That, diese Träume schienen angenehmer Art zu sein; denn Über die bleichen Züge deS jungen Mannes flog es wie ein Lächeln des Glückes, und seine Lippen flüsterten halbverständlich einen reizenden Frauennamen. Er öffnete den Schreibtisch und zog aus dem verborgensten Fache desselben einen längst verwelkten Blumenstrauß, von einer leichten weiß- seidenen Schleife umwunden, und eine sorgsam in ledernem Etui verwahrte flüchtige Crayonzeichnung hervor, welche eine junge Dame von seltener Schönheit darstellte. Er betrachtete beide Gegenstände lange und leidenschaftlich, mit jener fast fanatischen Liebe und Verehrung , mit welcher der Gläubige Reliquien der Heiligen betrachtet. Nach und nach aber verdüsterte sich sein Antlitz und seine Stimmung wieder, et seufzte mehrere Male tief und herzzerreißend auf, er zerknitterte in finstere Gedanken verloren in der Hand die längst erloschene Cigarre und warf sie zuletzt mechanisch weg, endlich drückte er noch einen letzten langen Kuß auf die verwelkten Blumen und die verblassende Zeichnung und verschloß Beides wieder in dem geheimen Fache. (Forts, folgt.)
Was giebt es Neues?
— Am 19. d. Mts. wurde am grünen Tische zu Homburg einem Pointeur von einem hinter ihm stehenden Individuum, das ihm unter dem Arme durchgriff, einige hundert Gulden In Gold vom Tische weg entwendet. Der Dieb rettete sich durch die Flucht und ist bis jetzt noch nicht beigebtacht.
— Die Spielbank in Baden-Baden soll dieses Jahr ausgezeichnete Geschäfte gemacht haben. Ihr Gewinn wird über l’/2 Million Franken geschätzt.
— Hopfen, der voriges Jahr 65—66 fl. stand, wird gegenwärtig mit 150 pr. Centner bezahlt. — Arme Biertrinker! —
— Der Butterhändler, welcher unlängst seine Frau auf offenem Markte in Breslau niederschoß, ist jetzt zum Tode verurtheilt.
— Vor Kurzem ist in Berlin, wie man erzählt, eine Christin zum Judenthume übergetreten und wird sich mit Nächstem mit einem dortigen jüdischen Literaten verheirathen.
— Neulich Abends meldete sich ein in Magdeburg angesessener, früher wohlhabender Bürger daselbst als obdachlos und bat um


