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Polizeiliche Bekanntmachung.
Im Besitze eines wegen verschiedener Diebstähle verhafteten hiesigen Mannes haben sich unter andern folgende Gegenstände gefunden :
1 eiserner Rechen, 1 Art, 1 Rotthacke, 1 Spate, 1 Leist-(Riegel-)Bohrer, 1 Scheitholz, 1 bleierner Senkel, 1 Nagelbohrer und mehrere Schrauben.
Es ist zu vermuthen, daß der Verhaftete auch diese Gegenstände in der Stadt, oder aus Gartenhäusern gestohlen habe, weßhalb ich Diejenigen, welchen dergleichen entkommen sein sollten, auffordere, sich bei mir anzumelden.
Gießen am 22. November 1853. Der Gr. Hess. Polizei-Commissär
L. Nover.
Besondere Bekanntmachungen.
(Frankfurt.) Mit dem 20. d. M. ist die bisherige Personenpost zwischen Gießen und Battenberg resp. Arnsberg aufgehoben worden und an deren Stelle eine tägliche Personenpost zu gleichzeitiger Brief- und Päckereibeföroerung zwischen Battenberg und Fronhausen getreten, welche über Biedenkopf, Gladenbach und Ober- Weimar cursirt, und folgenden Gang hat:
aus Battenberg täglich früh 5 Uhr,
durch Biedenkopf „ Morgens 7% Uhr, durch Gladenbach „ Vormitt. 9% „ und in Fronhausen „ Mittags 12 „
zum Anschluß an den 1245 Mittags nach Gießen und Frankfurt, so wie an den Nachmitags 235 nach Marburg und Cassel passirenden Eisenbahnzug;
aus Front) aus en täglich Morgens 8% Uhr, resp. nach Ankunft des ersten ZugS von Frankfurt 2C.
durch Gladenbach täglich Vormittags 11 Uhr,
„ Biedenkopf „ Nachmittag gegen l‘/2 Uhr, in Battenberg „ ,, „ 4 »
Tas Personengeld beträgt bei 30 Pfund Freigepäck:
a) zwischen Gladenbach und Fronhausen 24 fr. ..... (= 7 Sgr )
b) „ Biedenkopf „ „ 1 fl......(= 17 „ )
c) „ Battenberg „ „ 1 „ 36 fr. . . (= 27% „ )
Die Personen-Annahme ist unbeschränft und es werden erforderlichen Falles
(jedoch nach Maßgabe der auf den betreffenden Stationen vorhandenen Transportmitteln) Beichaisen gestellt.
Gleichzeitig ist zwischen Battenberg und Hallen berg eine wöchentlich zweimalige Cariolpost zur Personen-, Brief- und Päckereibeförderung eingerichtet worden, für welche die Personen-Annahme in gleicher Weise unbeschränkt ist.
Der Gang derselben ist folgender:
aus Battenberg
Sonntag und Mittwoch Nachmittags 4% Uhr mit Anschluß der Post von Fronhausen,
aus Hallenberg
Montag und Donnerstag früh 3 Uhr mit Anschluß in Battenberg an die Post nach Fronhausen.
Das Personengeld beträgt bei einem Freigepäck von 30 Pfund 39 fr.
Franffu« a. M. im November 1853.
General-Direction der Großherzoglich Hessischen Posten.
In Abwesenheit des General-Post-Direclors.
Müller. Cnyrim.
vdt. Kölle.
205) Marburg. . Durch hohen Beschluß kurfürstlicher Regierung vom 11. d. M. zur Nr. 5787 RP. ist die Abhaltung eines FruchtmarkteS dahier gestattet und die von der städtischen Behörde eingereichte Fruchtmarktordnung vom 6. v. M. bis auf Weiteres genehmigt worden. ES wird dieses mit dem Bemerken bekannt
gemacht, daß die Abhaltung der regelmäßigen Fruchtmärkte an jedem Donnerstag mit dem 1. Decembcr d. I. beginnen wird. Marburg den 19. November 1853.
Für den Oberbürgermeister der Beigeordnete Lederer. 2L3L) Gießen. Die nachverzeichneten städtischen Gelder:
1) Pachtgelder — Martini 1853 fällig gewesen — von verliehenen Grundstücken,
2) für versteigertes Grummetgras von den städtischen Wiesen und Wiesenvierteln,
3) Trieb - und Wiesenviertelzinsen von Bürgervierteln und
4) Realschulgeld vom 3. und 4. Quartal 1853,
sind innerhalb 8 Tagen an die hiesige Stadt- kaffe an den bekanntenZahltagenzu berichtigen, widrigenfalls gegen die Säumigen das gesetzliche Zwangsverfahren eintritt.
Gießen am 24. November 1853.
Der Stadt-Einnehmer Enders.
Versteigerungen.
2422) Gießen.
Versteigerung vvn Arbeiten bei der Stadt Gießen.
Montag den 28 November 1853, Vormittags 9 Uhr, sollen nachfolgende Arbeiten :
1) Steindeckerarbeit, ver
anschlagt zu . . . 94 fl. 18 fr.
2) Schreinerarbeit, veranschlagt zu . . . 6 „ 54% «
3) Maurerarbeit, veranschlagt zu . . . . 6 „ 36 ii
4) Weißbinverarbeit, ver
anschlagt zu . . . 27 „ 30 • auf dem Ralhhause dahier an den Wmigst- nedmenben vergeben werden.
Gießen den 22. November 1853.
Der Gr. Bürgermeister D. Ebel.
2Ll17) Gießen.
Mittwoch den 30. November d. I., Vormittags 10 Uhr,
1 wird bei dem Gasthaus zum Einhorn dahier ein, den hiesigen Familienwagenbesitzern gehörender, sich noch im besten Zustande bestn- dender, Familienwagen an den Meistble- tenden versteigert. Bemerkt wird, daß dec Wagen mit gutem blauen Tuch ausgarmr ist und daß fünfzehn Personen ganz bequem darin sitzen können.
Gießen den 22. November 1853-, In Auftrag: W. Ruhl.


