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308) Gießen. Zwei möblirte Zim­mer sind zu vernücchcn bei

Jacob Schreiber auf dem Neuenweg.

307) Gießen. Eine Familienwoh- iiuiig, bestehend in zwei Stuben mit Ca- dinet, Kammer, Küche, Keller und Holzstall, ist zu vermiethen und kann im April be­zogen werden bei Witlwe Bürgy.

303) Gießen. Ein kleines Fami­lienlogis , bestehend aus einer Stube, Ca- hinet und Kammer, nebst Küche und Holz­platz, ist an eine stille Familie zu vermie- then. Wo? sagt Ausgeber dieses Blaties.

2216) Gießen. In meinem Hause auf dem SclterSberg ist das oberste, klei­nere Familien-Logis, bestehend in 3 Stuben mit Eabinetten und allen sonst erforder» lichen Räumlichkeiten, zu vermiethen.

E n gel b ach.

232) Gießen. Das bisher von Herrn vr..Wolff bewohnte Logis in dem Nebenbaue des Seipp'schen Hauses am Selterslhor, wird durch dessen bevorstehen­den Wegzug erledigt und kann demnächst anderweit vermiethet werden.

30a) Gießen. In Lik. D. Nr. lS am Markt ist eine Familienwohnung, be­

stehend in einer großen Stube mit Cabinct, einer kleinen Stube, Küche, Keller und ver­schließbarem Holzplatz, zu vermiethen und den t. März beziehbar. F. Berg.

311) Gießen. Eine Familienwoh­nung , bestehend in 3 ineinandergehenden Stuben, Kammer, Küche u. s. w., sowie Mitgebrauch der Waschküche, ist zu ver- miechen und den 1. März beziehbar bei

Spengler E. Meier am Seltersweg.

306) Gießen. Eine freundliche Fa- milienwohuung ist aus der Mäusburg, Lit. B. Nr. 30, zu vermiethen.

V e r m i s ch t e Nachrichten.

313) Mainz.

Für Auswanderer!

Die Z it naht heran, wo die Verschiffungen nach Amerika wieder angehen und sofort lassen sich auch die Warnungen vor der Reise über England wieder vernehmen!

Wie mag daö doch sein? Ist die Reise über England wirklich so schlecht? Sind es wirklich nur Menschenfreunde edler Art, welche in anonymen Zeitungs-Artikeln und auf sonst geheime Weise so außerordentlich großes Interesse für das Wohl der Auswanderer an den Tag legen? Oder ist hinter allem dem vielleicht nur der Brodneid zu suchen?

Wer die Verschiffungsmiltel der deutschen, holländischen, belgischen und französischen Eiuschiffungsplätze kennt, wem dann auch die englischen nicht unbekannt sind, der weiß :

1) daß in dem einzigen Hafen Liverpool mehr Emigranten nach Amerika verschifft werden, als in allen übrigen Häfen von Europa znsammengenommen:

2) daß alle Continental. Häfen sich Schiffe aus England kommen lassen müssen, wenn, wie im vorigen Frühjahre, die Aus­wanderung nur einigermaßen stark geht, wobei es denn doch noch sehr häufig vorkommt, daß die Auswanderer in diesen Häfen manchmal wochenlang liegen müssen, ehe sie verschifft werden können:

3) daß, wenn z. B. ein Haus in Bremen oder in Havre oder anderwärts genöthigt ist, sich die Schiffe, worauf es Emi­granten nach Amerika erpediren will, erst aus England zu verschreiben, wie es im vorigen Jahre wieder sehr häufig der Fall war, sein Preis natürlicherweise um Vieles höher sein muß, alo wenn das Schiff gleich, von England aus mit den Emigranten nach Amerika gegangen wäre:

4) daß es aus dieser und noch vielen anderen Ursachen den Continental-Häfen nicht möglich ist, mit den englischen in den UeberfahrtSpreisen gleichen Schritt zu halten :

5) daß demgemäß klüger ist, für weniges Geld in England zu Schiffe zu gehen, als sich für theures Geld auf einem aus England herüber geholten Schiffe in einem anderen Hasen einzuschiffen;

6) daß brr Brodneid sich nicht anders zu helfen weiß, als dadurch, daß er die Reise über England auf alle mögliche Weise zu verdächtigen sucht :

7) daß es den unablässigen Warnungen vor der Reise über England, den ewigen, nie müde werdenden Anfeindungen und Verdächtigungen auch'schon manchmal gelungen ist, selbst Personen in höheren Regionen irre zu führen; daß es aber

8) dennoch unwiderleglich wahr bleibt, daß die Reise über Liverpool

die billigste, die schnellste, die stcherste und demnach unzweifelhaft die beste ist."

Was nun die Verordnung Großherzoglichen Ministeriums des Innern betrifft, worauf der hochherzige Anonymus in seiner Annonce Nr. 122 hinweist, so ist cs nur sehr Recht, wenn den Ortsvorständen, welche von ihren Gemeinde-Angehörigen auf Gemeinde-Kosten nach Amerika befördern, durch diese Verordnung zur Pflicht gemacht wird, dieselben noch mit Ertra-Proviant zu versehen, denn der von den englischen Gesetzen vorgeschriebene Eeeproviant ist allerdings nur für die Nothdnrft berechnet, und es wird dies auch den Reisenden nicht verheimlicht, sondern cs wird ihnen, wie aus den Prospecien und Verträgen des Auswanderer-Befördcrungs-GeschäftesUnion ersichtlich ist, sogar ausdrücklich als zweckmäßig angerathen.

Die Auswanderer mögen sich dcßhalb nicht beirren lassen; diejenigen, welche für ihre Reise mit mir contrahiren wollen, werden am Ende finden, daß sie besser gethan, wie diejenigen, welche vielleicht den Einflüsterungen einer neidischen Concurrenz ihr Ohr geliehen haben.

Vom 16. Februar ab finden unsere Erpeditioncn ab Mainz wieder jeden Mittwoch statt.

Mainz den 12. Februar 1853.

Heinrich Zitz,

conccssionirter Haupt-Agent der Union.

Für denselben

der concessioiiirte Agent I. Lauckert in Gießen.