Au^eigcblatt
der
Stadt und des Kreises Gießen.
JVi. 83. Sonnabend den 15. October 1833.
Erscheint wöchentlich zwei Mnl: Mittwoch und Sonnabend. — Preis des Jahrgangs für Einheimische 1 ff. 30 ft., für Auswärtige mcl. PsiiaufschlaqS 1 ff. 39 ft. — Auswärts adounirt man sich bei allen Poftämtetn. In Gießen bei der Ervedition (Eanzleiberg Lil. B. Pr. 1.) SinrückungSgebühr für die gespaltene EorvuSzeilc 9 fr.
Anzeigen aus »erschienenen Schriften die gespaltene LocpuSzcile 3 Ir.
A m t l i eh e r T h e i l.
Inhalt des Gr. Hess. Regierungsblatts vom 6. October 1853, Nr. 43.
Verordnung, die Vorschriften für die Prüfungen im Finanz- und technischen Fache betreffend.
Vom 7. October 1853, Nr. 44.
1) Bekanntmachung, den zwischen den Regierungen mehrerer deutschen Staaten wegen gegenseitiger Verpflichtung zur Uebernahme von Auszuwei- scnden abgeschlossenen Vertrag betr. — 2) Bekanntmachung, die Zusammensetzung der Stadt- und Landgerichts-Bezirke in den Provinzen Starkenburg und Oberheffen betr. 3) Bekanntmachung, 1. chie Aufhebung der Großherzoglichen Landgerichte Großkarben und Rödelheim und die Errichtung neuer Landgerichte zu Vilbel und Altenstadt, ferner die Verlegung des Landgerichtssitzes von Anenschlirf nach Herbstein; 2- die künftige Zusammensetzung der Landgerichts-Bezirke in der Provinz Oberhessen bete. — 4) D.enstnachrichten. — 5) Eharakterertheilungen. — 6) Versetzungen in den Ruhestand. — 7) Eoncurrenzeröffnungen. — 8) Sterbfälle.
Offizielle Nachrichten.
Bekanntmachung, die Aertheilung von Preism»daillen in dem philologischen Seminar zu Gießen betreffend. Folgenden ordentlichen Mitgliedern des philologischen Seminars auf der Landes- univerlität zu Gießen sind am Schluffe des Sommersemesters 1853 Preise zuerkannt und ertheilt worden: dem sind, theol ev. et phil. Otto Zöckler aus Laubach der erste Preis, dem sind pliilol Wilhelm Schmidt aus Darmstadt der zweite Preis, dem stud. phil. Jacob Schlenger aus Mommenheim der dritte Preis.
Nameusveränderung Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht, am 15. August dem Adopt vsohne des Johannes Daum zu Raunheim, Johann Jakob Becker zu gestatten, künftig den Familiennamen „Daum" zu führen
Dienstnachrichten. Ge ne Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht : Am 9. September dem Schulvicar Johann Ludwig Kuhl zu Haarhausen die zweite evang. Schullehrerstelle zu Grebenau, im Kreise Alsfeld, zu übertragen; am 12 Sept, den Aceessisten bei der zweiten Abtheilung der Justisicatur der Ober-Rechnungskammer Wilhelm' Walter zum Probater hierbei, sowie den bisherigen Revisionsgehülfen bei dec zweiten ; Abtheilung der Justisicatur der Ober-Rechnungskammer Ludwig Zchfuß zum Aceessisten hierbei zu ernennen; am 10. September den bisherigen ! Calculatur-Aceessisten Georg Heim zu Darmstadt und am 11. September den seitherigen Calculatur-Aceessisten Wilhelm Schneider zu Darmstadt zu Calculatoren bei der Calculatur der Ober-Forst- und Domänen-Dircction, sodann am 10. Sept, den Finanz-Accessisten Friedrich S chenck zu Darmstadt, am 1i. September den Calculatur-Gehülfen Ludwig Augst zu Darmstadt und am 12. September den Ealculatur-Gehülfen Johann Bitsch zu Darmstadt zu Accesiisten bei der Calculatur der Ober-Forst- und Domänen- Direction zu ernennen
Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzoq haben allergnädigst zu verleihen geruht : Am 5. August dem Kammeroffi- cianten Philipp Reuting die goldene Medaille des LudewigSordens, am 27. August dem Kreisbauaufseher Earl Po seiner zu Grünbcrg das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift : „Für Verdienste", am 29. August dem Gymnasiasten Hermann v Bechtold zu Darmstadt, dem Georg @ umbet zu Dienheim, im Kreise Oppenheim, und dem Schiffer Carl Blöh zu Hirschhorn, im Kreise Linkenfels, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift : „Für Rettung von Menschenleben."
Charakterertheilungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht : Am 6. September dem Lehrer im Zeichnen und in der Modellirkunst an der Realschule zu Gießen Wilhelm Dickor« das Präoicat „Universitäts-Graveur"; am 9. September dem Gefangenwärter am hiesigen Bezirksgesängniffc Jakob Friedmann den Charakter als „Bezirksgesängniß - Verwalter"; am 12. September dem Sekretär bei dem Administrativ-Justiz- und Lehnhof, den charakterisirten Regierungs-Assessor Edmund Freiherrn v. Jungen feld den Charakter als „Regierungsrath" und dem Kreisarzt Hofralh Dr. Ludwig Lorenz zu Offenbach den Charakter als „Medicinalrath" zu verleihen.
Versetzung in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht, am 22. August den Schullehrer Valentin Weitzel zu Lardenbach, im Kreise Schotten/in den Ruhestand zu versetzen.
Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Die evang. Pfarrstelle zu Rüffelsbeiin, im Kreise Großgerau, mit einem jährlichen Gehalte von 1721 fl. 59 Er.; die katholische Schullehrerstellc zu Köngernheim, im Kreise Oppenheim, mit einem jährlichen Gehalte von 300 fl. 30 Er., nebst einer Vergütung von 40 fl. für Heizung des Schullocals.
Polizeiliche Bekanntmachungen.
Verbot des Ankaufs- von Kartoffeln zum Brandweinbrennen und zur Stärkemehlsabrikatiou betreffend.
Das Gr. Ministerium des Innern hat sich veranlaßt gesehen, vor der Hand und bis auf weitere Verfügung im ganzen Umfange des Grobherzogthums den Ankauf von Kartoffeln zum Brandweinbrennen und überhaupt durch Branvweinbrenner, so wie auch zum Behuse der Stärkemehlfabrikation, unter Androhung einer, in jedem einzelnen Coniravenlionsfalle von dem Käufer zu entrichtenden Strafe von zwei bis fünf Gulden für jedes gekaufte Malter Kartoffel zu untersagen.
Die Gr. Bürgermeister werken angewiesen, dieses Verbot sofort auf ortsübliche Weise bekannt zu machen und darüber zu wachen, daß demselben nachgclebt wird.
Solllcn dem Verbote zuwider Ankäufe von Brandweinbrenner und Stärkemehlfabrikanten oder für solche gemacht werden,


