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Zur Unterhaltung und
Belehrung.
Deutsche Ansiedelungen im westlichen Teras.
Da sich Ihre Leser gewiß auch für die Zustände deutscher Ansiedelungen im westlichen Teras interessiren werden, so erlaube ich mir, Ihnen hier unten eine recht lebhafte und interessante Schilderung in der He- bersetzung mitzutheilen, welche ein Mitglied der rneri- canischcn Vermeffungsconirnission an das Providence- journal schreibt. Der Brief ist von Frederiksburg datirt und lautet also: An den Ufern des Guadeloupe, eines Flusses von 80 —100 Fuß Breite, den wir durchwateten, fanden wir drei Coyhäuser, und da wir den ganzen Tag noch kein lebendiges Wesen gesehen hatten, so waren wir natürlich sehr neugierig auf die Bekanntschaft mit den Bewohnern derselben. Die Gebäulichkeiten waren so roh, als man sie nur sehen kann, allein wie groß war mein Erstaunen, als wir beim Eintreten einen Mann von etwa 40 Jahren fanden, mit einem langen Bart, in grobe Beinkleider und ein buntes leinenes Hemd gekleidet, dessen Haut von der Sonne so dunkel gefärbt war, wie die eines Indianers, und welcher, mit meteorologischen Berechnungen beschäftigt, an einem Tische saß. Mein Erstaunen vermehrte sich noch als ich den ganzen Raum des Zimmers mit Büchern gefüllt sah. Alfred Bär, dies war der Mann, erhob sich und hieß uns in gutem Englisch willkommen, nachdem wir ihm gesagt hatten, wer wir seien. Dann theilte er uns mit, daß er mit mehreren anderen Herren, die gerade eintraten, zu einer deutschen Colvnie gehöre, die sich vor nun zwei Jahren hier gebildet habe und daß sie mehrere Hundert Acker, die ihnen gemeinschaftlich gehörten, anbauten. Er war Professor der Naturwissenschaften in Deutschland gewesen: seine Bibliothek bestand aus 200 der besten Werke über Naturgeschichte, Chemie, Mineralogie, Reisebeschreibungen, Geschichte ic. in verschiedenen Sprachen geschrieben, meist aber in der deutschen. Das übrige Geräthe des Zimmers bestand aus einem großen Tische, einigen Stühlen mit ungegerbten Fellen bedeckt, in einer Bettstelle voll Stroh ohne Decken. Den Fußboden bildete die rohe Erde; Fenster waren zwar da, aber kein Glas darin; an der einen Seite des Zimmers waren mehrere Hirschgeweihe befestigt, an welchen Kleidungsstücke hingen und der von den Büchern noch freie Raum war mit Jagdflinten gefüllt, deren ich mindestens zehn zählte. Die übrigen Anwesenden, alle sehr gebildete Leute, fühlten sich ganz glücklich, alle ihre Wünsche waren erfüllt und sie hatten mit der übrigen Welt förmlich abgeschlossen. In dem angrenzenden Hause befanden sich mehrere Frauen und Kinder der Colonie und wir sahen darin ein Clavier und mehrere gute alte Gemälde. Auf der andern Seite des Guadeloupe stießen wir auf eine ähnliche Anstedelung, ebenfalls von Deutschen bewohnt. Der Vorstand derselben gab mir seine Karte, auf welcher der Name Dr. Ernst Kapp aus Minden stand. Diese Wohnung war sehr com- fortable eingerichtet, glich mehr einem Landsitze in Neu
england, als einer Ansiedelung, 2500 Meilen weit im Jndianerlande, und die Frauen und Kinder waren elegant gekleidet. Ungefähr 5 oder 6 Meilen weiter gelangten wir in die Mormonencolonie Zodias. Der Führer derselben, Hr. Wright, theilte uns mit, daß er vor 2 Jahren mit circa 150 Männern, Weibern und Kindern sich in dieser Wildniß niedergelassen habe. Die Colonie befindet sich jetzt offenbar in einem blühenden Zustande, treibt einen bedeutenden Handel, besitzt die einzige Sügmühle in der ganzen Gebend und hat in diesem »Jahre eine Kornernte von 7000 Bushel, wovon jeder 1% Dollar wcrth ist.
Ein N e g i in e n t s h n n d.
Holländische Blätter melden das Ableben des Hundes Nestor, der sich seit dem Jahre 1827 im Erfolge des 5. Infanterieregiments befunden, das jetzt zu Mastricht in Garnison steht und das er auf allen seinen Märschen im Krieg und Frieden stets begleitete. Er war mit dein Regimente in der Antwerpener Ci- tadelle, als diese von den Franzosen belagert wurde, und ward hier durch einen Haubitzenschuß an der Pfote schwer verwundet, so daß er fortan hinkend blieb. In Mastricht kannte man ihn allgemein als den „Re. gimentshund," und die Solvaten betrachteten ihn stets als ihren vierbeinigen Cameraden. Nestor war 24 Jahre alt, als er zu Mastricht am 17. März 1850 verstarb. Nachdem sein Körper eine angemessene Zeit in Parade ausgelegen, wurde er innerhalb der Festungs- Wälle feierlich beerdigt. Sechs Soldaten trugen ihn in einem weiß ausgeschlagenen Sarge und ein großer Theil der Garnison war im Gefolge. Uetzer dem Grabe wurde die den Kriegern, welche Schlachten beigewohnt , gebührende Salve abgefeuert, während die Sänger General Chasses Lieblingslied anstimmten. Alle übrigen Hunde der Garnison trugen, als Zeichen der Trauer, schwarze Halsbänder mit weißen Rosetten. Der Hund des Regiments, auf welchen die Würde Nestors nunmehr übergeht und der auch im Leichengefolge war, ist bereits vor Alter so blödsinnig, daß ihm die Soldaten eine Brille angeschafft haben, vermittelst deren er im Stande ist, seinen Posten vor der Caserne mit der erforderlichen Aufmerksamkeit zu bewachen.
Eine ganz neue, höchst originelle Erklärung über den Ursprung der Kartoffelkrankheit gibt der General- lieutnanr von Hayn au in Cassel. Nach seiner Ansicht beruht sie auf ter zunehmenden Sündhaftigkeit der Menschen. Denn — argumentirt er — Sünde erzeugt Fäulniß im Menschen; Fäulniß aber, durch die Ausdünstung der Lebenden und durch die Verwesung der Todten in die Erde gebracht, verbreitet eine Krankheitsnässe und diese Krankhcitsnäffe ist der Grund der Kartoffclkrankheit. (gt^. Drfz.)
Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.


