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Vermischte Nachrichten.
2348) Gießen.
Paffendes Weihnachtsgeschenk.
Bei G. G. Lange in Darmstadt ist erschienen und in der Ferber'schen Universitätsbuchhandlung (@. Roth) in Gießen zu haben:
Supp, Gemüs und Fleisch-
Ein Kochbuch für bürgerliche Haushaltungen, oder leicht verständliche Anweisung alle Arten von Speisen und Backwerk billig und gut zuzubereiten — Nebst einem Anhang vom Einmachcn der Früchte. Sechste, vermehrte und verbesserte Auflage, mit einem Stahlstich. 8. Geh. 54 fr.
Fein geb. in englische Leinwand fl. 1. 12 fr.
2351) Ein gußeiserner Kessel, circa 2—3 Ohm haltend, wird zu kaufen gesucht. Näheres in der Erped. d. Bltts._____________________________
2341) Gießen. Ein % Jahr alter getieger- tcr Hühnerhund mit braunem Behang, im klebrigen aber ohne größere braune Flecken, ist am 2. d. Mts. abhanden gekommen. Wer mir über denselben Auskunft ertheilt, erhält eine gute Belohnung.
Bott.
2349) Gießen. Als Weihnachtsgeschenk empfehle ich die neuesten in Stahl gestochenen Ansichten, von Gießen:
Gießen und seine Umgebungen
gr. Royal-Format ä 2 fl. 24 fr.
Hauptansicht von Gießen
aus Tonpapicr ä 48 fr.
Zehn Ansichten aus Gießens Umgehung.
Brücke mit dem Selters- Busch'scher Garten, berg, Heuchelheimer Mühle,
Schiffenberg, Hardt,
Badenburg, Westphälischer Hof.
Wetzberg und Gleiberg, Kirchberg und Staufen-
Obermühle, berg.
Auf Tonpapier in Umschlag ä 1 fl. 36 fr.
Einzelne Blätter schwarz ä 12 fr., sorgfältig colorirt 36 fr.
Gießen. Ferber'sche Univen'.-Buchhandlung. E. Roth.
2355) Gießen.
Erklärung.
Schon seit mebreren Monaten unterhält man sich hier über einen Vorfall, den ich mit einem Studenten, Herrn Streitberg, in meiner Lokalität, in Gegenwart vieler Gäste gehabt haben soll.
Ich war Anfangs der Meinung den Hergang der Sache von den Nächstbefreundeten des Herrn Streilberg, stillschweigend hinzunehmen. Da jedoch die Sache zu officiell geworden und mein Benehmen gegen besagten Herrn als sehr unangemessen bezeichnet wird, so erkläre ich hiermit alles, was ich bisher von dem Hergang der Sache gehört habe, für Unwahrheit.
Den Behauptungen deS Henn Streilberg, als habe ich ihn im Beisein fremder Gäste gemahnt und demselben schon früher einen Credit bewilligt, muß ich entschieden entgegen treten; ebenso muß ich dem Gerückt, welches ich von mehreren Personen vernahm, als habe ich bei Gr. Universitätsgericht um eine Untersuchung, wegen Verruf meiner Wirthschaft, angetragen, widersprechen, indem mir in dieser Beziehung der Herr Universitätsrichter selbst bezeugen kann, daß ich weder direct noch indirect die Sache an das betreffende Gericht zu bringen beabsichtigte, sondern ohne meinen Willen vor dasselbe geladen wurde.
Ph. Leib.
2329) Gießen. In eine hiesige Buchdruckerei kann ein junger Mensch, der das Gvmuasium oder die Realschule besucht hat, als Setzerlehrliug ausgenommen werden. In der Erpedition dieses Blattes das Nähere.
2334) Assenheim. Die Verhältnisse mit meiner Frau, Henriette Pfaff von Lick, die mir schon zweimal aus nichtigen Gründen durchgegan- gen ist, dabei aber immer von dem OrtSbürger- meister, Herrn Dietrich daselbst, proiegirt und in Lick geduldet wurde, obgleich sie durch ihre Ver- hcirathung ihr Heimathsrechl dort verwirft hat, indem sie dadurch Ortsbürgerin in Assenheim wurde, — uöthigen mich, den Herrn Bürgermeister daselbst, der auch schon früher außerhalb von Gr. Regierungs- Commission einen Verweis erhielt, öffentlich auf seine Obliegenheiten aufmerksam zu machen.
Als meine Frau das ^letztemal von Weckelsheim wegging; nahm sie mir meine sämmtlichen Mobilien, 2 Schweine, meine sämmtlichen Kartoffeln, kurz Alles mit. Als ich in dem Momente dort ankam, wo auch meine Frau dort anlangte und am Landgerichte in Lich Klage anstellen wollte, sagte er mir, daß ich an's Landgericht nicht zu gehen brauche, daß ich durch ihn demnächst Alles zugeschickt erhalten solle. Dadurch verhinderte er mich, den Rechtsweg zu betreten, auf dem mir nur allein Hülfe geschafft werden konnte, und indem er meiner Frau sogar einen Heimathsschein erwirkte, scheint er mit derselben unter einer Decke zu spielen. Ich hoffe aber, daß er den Scandal nicht länger dulden und meine Frau mit ihren zwei Kindern, die sich ohne allen Zweck in Lich aufhält, indem sie mich böslich verlassen hat, baldigst von dort ausweiscn wird.
Franz GondolpHf aus Assenheim, Bäckermeister.


