Ausgabe 
27.3.1850
 
Einzelbild herunterladen

Beilage zu M 25 des Anzeigeblattes.

Vermischte Nachrichten.

618) Gießen.

Bürger-Club

Samstag den 30. Marz 1850 Versammlung im Locale des Bürger-Clubs.

Vorirag über die Lösung der socialen Frage.

Politischer Wochenbericht.

Zu zahlreichem Besuch ladet ein

Gießen den 15. März 1850. Der Vorstan d.

637) Gießen. Die Wiederbesetzung der er­ledigten Aufseherstelle in dem forstbotanischen und Forstversuchsgarien bei Schiffenberg.

Kandidaten zu dieser Stelle haben sich innerhalb 14 Tagen bei dem Unterzeichneten , welcher die Er­fordernisse und Bedingungen der Annahme mitthei­len wird, persönlich anzumelden.

Gießen am 26. März 1850.

Dr. Heyer, Professor u. Gartendirector.

638) Gießen. Vom nächsten Quartal d. I. an wird ein Mitleser der «Deutsche» Zeitung", auf dem Reichensand oder in dessen Nähe wohn­haft, gesucht. Von wem? sagt die Erp. d. Bltts.

615) Gießen Die unter Nr. 611 des An­zeigeblatts, Nr. 24, Beilage, veröffentlichteAnfrage von den unterzeichneten Meistern", euhält eine um so schamlosere Verläumdung, da ich, wie die unten abgedruckte amtliche Bescheinigung ausweist, erst am 24. März 1849 Zunftmeister der Maurer-, Weiß­binder- und Dachdeckerzunff geworden bin. Ich habe gegen die Unterzeichner dieses Schmähartikels eine Anklage wegen Verläumdung bei Gr. Stadt­gericht erhoben, deren Resultat ich später bekannt machen werde; bis dahin bitte ich das Publicum, sein Urtheil zu suspendiren.

Gießen den 23. März 1850.

Jacob Reiber.

Auf Nachsuchen wird hierdurch amtlich beschei­nigt, daß der hiesige Bürger und Maurermeister I. Reiber am 24. März 1849 als Zunftmeister der combinirten Maurer-, Weißbinder- und Dach­deckerzunft verpflichtet worden ist.

Gießen den 23. März 1850.

Die Gr. Polizeiverwaltung.

(L. S.) Rühl.

627) Großenlinden am 25. März.

In Nr. 56. des Hessischen Zuschauers steht ein Artikel von Großenlinden aus datirt, unter der Auftchrift (Muckerstreiche), der ist überaus erbaulich zu lesen und wenn der Verfasser jenes Ar­tikels wirklich ein Großenlindner Bürger ist? so kann sich die Gemeinde zu einem solchen Kleinod nur Glück wünschen. Sie hat nämlich dann einen Mann in ihrer Mitte, dessen hocherleuchteter Kopf und wahr­

heitsliebendes, gegen Andersgesinnte so schonungsvolles Herz, sie nie im Zweitel lassen kann, wen sie in Zu­kunft zum Bürgermeister zu erwählen hat.

Freilich, der Artikel da im Zuschauer ist et­was gar zu hoch studiert, so daß einem leicht der Ge­danke kommen kann, daß im Falle nicht der Mond, der ja jetzt im zunehmenven Lichte ist, und dann bekanntlich auf manche Köpfe absonderlich einwirkt, dem edlen Schreiber zur Stunde zu gut kam etwa gar ein dienstwilliger Geist, vielleicht so ein herabge­kommener Proletarier der Theologie, oder sonst ein Herrchen, das in der Gottseligkeit Bankrott gemacht hat, für einen Schnaps und Käse hülfreiche Hand ge­boten habe. Aber wie dem auch sei, Beni Artikel fehlen noch einige Noten und damit die rechte Melodie heraus kommt, setzen wir sie hierbei.

1) Der wahrheitsliebende Schreiber sagt der Herr Bürgermeister habe einst sämmtliche Orts­bürger auf das Rathhaus bestellt bei 30 kr. Strafe wie es sich um die Versetzung des Herrn Vicar Hen- rici handelte." Das ist wahr, und nur erlogen, daß er sie deshalb bei 3 0 kr. Strafe bestellt.

2)Wäre in den letzten Tagen abermals eine Petition abgegangen um Ueberienvung eines an­dern Muckers," daran ist in so fern einige Wahr­heit, als Gemeinderath und Kirchenvorstand allerdings petitionirte, daß im Falle der bisherige Vicar versetzt werden sollte ein anderer Lutherischer Vicar der Gemeinde gegeben würde und nur h ä- »tische Lüge ist's daß sie um einenMucker" petitionirt.

3) Sollder Herr Bürgermeister einen Brief denuncirt haben, in welchem einem damals in Baden lebenden jungen Menschen geschrieben worden, man rüste sich auch in Gießen für die Reichsverfassung und die ganze fromme Schaar dem Herrn gedankt, als sie erfahren, der Verfasser jenes Briefs werde wie R. Blum erschossen. Wahr . ists, daß der Herr Bürgermeister einen solchen Brief, der aber ganz an­der e n S i n n e s war, pflichtgemäß Gr. Regierungs- Commission einsandte, unwahr ist nur der Dank Der sogenannten Mucker, denen es ganz einerlei ist, ob ver Schreiber dieses Briefs wie R. Blum erschossen wird, oder nicht.

4) Rein erlogen im säubern Artikel aber ist endlich, daßdie Unglücklichen in ihrer Petition mit