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'WU1 Gießen u. Darmstadt.
Allgemeine Militär - Stellvertretnngs-Anstalt
des Dr. jur. Friedrich Vogels
Hauptbüreau: Darmstadt, Grafenstraße E 158.
Die Geschäftsleitung der 1850r. Assecuranz-Gesellschaft, welche ich im Verein mit Herrn Schwarz ins Leben gerufen hatte, ist seit Ende April b. I. mir allein mit voller Verantwortlichkeit überlassen worden.
Ohne daß die Betheiligten dadurch berührt wurden, hatte jener Uebergang nur die Vereinfachung des Geschäftsbetriebs bei zweckmäßig veränderter Buchführung zur Folge; darin, daß die damals 234 Mitglieder zählende Gesellschaft sich rasch bis auf 452 vermehrte, darf ich wohl einen erfreulichen Beweis des Vertrauens in eine gewissenhafte Erfüllung meiner Pflicht erblicken.
Rach dem Ergebniß der Loosziehnng wird das in der Depositenkasse der allgemeinen Rentcnanstalt dahier hinterlegte Gesellschaflskapital zur Deckung der Kosten der für die Gesellschaft zu stellenden Einsteher, wenn nicht außerordentliche Fälle eintreten, wohl hinreichen. Soviel an mir liegt, soll nichts versäumt werden, was das Interesse der Gesellschaft fördern kann.
Für die in der Gesellschaft nicht Versicherten, welche ein Marschloos gezogen haben und sich vertreten lassen wollen, ist von mir die Veranstaltung getroffen, daß sie auf die sicherste und bequemste Weise Einfteher um angemessene Preise bei billigster Provisionsberechnung erhalten: die Satzungen hierüber sind bei den Herren Geschäftsführern der Anstalt zu beziehen. Baldigste Anmeldung liegt im Interesse derer, die vertreten sein wollen. (Hierbei nur die kurze Mittheilung, daß im Laufe dieses Jahres bis jetzt 109 Militärstellvertretungen durch mich vermittelt, resp. geordnet worden sind.)
Für die 1851r. Assecuranz-Gesellschaft, welche die im Jahre 1851 zur Musterung kommenden Leute ausnimmt, von welchen bereits ansehnliche Meldungen vorliegen, werden die Satzungen erst gegen Ende dieses Jahres ausgegeben, weil eine frühere Ausgabe nicht nöthig erscheint und aus den Erfahrungen des gegenwärtigen Jahres wesentliche Verbesserungen in die neuen Statuten fließen sollen, wodurch sie sich von den seit 2 Monaten bereits circulirenden Statuten der neu entstandenen Schwarzischen Anstalt, die den früheren von mir verfaßten gleichen, vielfach unterschieden werden.
Diese neue Anstalt des Herrn Schwarz steht mit der meinigen in durchaus keiner Beziehung und bitte ich dies um so mehr beachten zu wollen, als es mehrfach vorgekommen ist, daß von Seiten des Herrn Schwarz an solche, in deren Auftrag ich mit ihren Stellvertretungsangelegenheiten bereits beschäftigt war, die Aufforderung erging, auf seinem Büreau zu erscheinen. (Die schriftlichen Nachweise hierüber liegen vor.)
Mit Ausnahme des Hrn. Werte in Mainz, für welchen Herr Casimir Faust daselbst eintritt, haben die seitherigen Geschäftsführer der früher gemeinschaftlichen Anstalt, die Einladung des Hrn. Schwarz, für ihn thätig zu fein, abgelehnt und werden fernerhin die Geschäfte der von mir geleiteten allgemeinen Militär-Stellvertretungs-Anstalt in ihren resp. Bezirken besorgen und zwar im Regierungsbezirk Gießen Herr Kaufmann Franz Peppler zu Gießen, an welchen die Interessenten sich zu wenden belieben und Zahlungen gültig geleistet werden können.
Darmstadt den 1. October 1850. Friedrich Vogel, Dr. jur.
Auf Vorstehendes Bezug nehmend, lade ich die in der Assecnranz-Gesettschast nicht Versicherten, welche sich vertreten lassen wollen, ein, von den für sie geltenden Bestimmungen baldigst bei mir Kenntniß Zu nehmen. Bei verspäteten Anmeldungen lassen sich manche Nachtheile nicht verhüten.
Gießen den 12. October 1850. Franz Peppler.
2282) Gießen.
Musikalische Unterhaltung
der
großen Bürgerwehrmusik.
Sonntag, den 27. Oct. im Buscl/schen Gartensaale.
Anfang präcis 4 Uhr. Entree ä Person 9 fr.
2236) Gießen. Ein Lehrling wird in eine
Handlung gesucht. Wo? sagt die Erped. d. Blits.
2272) Gießen Sonntag den 27. d. M. m u si c a I i sch e
Aheud-Unteichaltmrg
im Cafe Leib. Anfang halb 8 Uhr.
A u s z u l e i h e n.
2257) Gießen. 500 st. Vormundschaftsgelder sind gegen hinlängliche Sicherheit und die gewöhnlichen Zinsen in hiesiger Stadt zu verleihen bei Earl Ebel.
Mrterstützrmgsgelder für Schleswig -Holstein.
Zufolge des Aufrufs der Schleswig-Holsteinischen Landesversammtung, haben die Unterzeichneten nach dem Vorgänge so zahlreicher anderer deutschen Städte und in Uebereinstimmung mit dem häufig geäußerten Wunsche vieler ihrer Mitbürger sich über eine Art und Weise verständigt, wie auch in hiesiger Stadt regelmäßige Beiträge zur Unterstützung der bedrängten Herzogthümer in Gang zu bringen sehen.


