Ausgabe 
23.1.1850
 
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Vermischte Nachrichten.

119) Gießen. Daß ich in meinem Wirthslocale ein gutes Billard aufgestellt habe, bringe ich einem verehrten Publikum in Em­pfehlung. F. Mayer

7 an der Kirche.

118) Gießen. ES wird ein braves Mädchen, das mit allen häuslichen Arbeiten umgehen kann, in Dienst gesucht. Das Nähere ertheilt die Erped. i>. Bltts.

121) Gießen. Ein Gebund Schlüssel sind gefunden worden und können dieselben Lit. C. Nr. 88 wieder in Empfang genommen werden.

A u s z u l e i h e n.

116) G ießen. 120 st. Vormundsgelder liegen gegen 5% zum Ausleihen bereit. Bei wem? sag die Erped. d. Bltts.

Affisenverhandlungen

vom ersten Quartal 185 0.

24. Jan. Anklage gegen Conrad Diemer von Billerts­hausen, wegen Majestätsbeleidigung. Verth.: Dr. Eckstein.

25. und 26. Jan. Anklage gegen Dr. jur. Heinrich Dernburg von Gießen und Theodor Leistner von Schönhaide, wegen der, bei der Volksversammlung im Philosophenwalde verübten Verbrechen.

28. Jan. Anklage gegen Joh. Michel Reuß von Sich, wegen unerlaubter Befreiung eines Gefangenen. Verth.: Dr. Buff.

Angekommene und abgereiste Fremde

In den Gasthäusern.

Im Einhorn: Hrn. Kfl. Gottschalk v. Mainz u. Rein­hard v. Leipzig. Hr. Seyfert, Reut. v. Frankfurt. Hrn. Rent. Kaiser v. Braunschweig u. Rei v. Paris. Hr Schmitt Pian. v. Frankfurt. Hrn. Kfl- Henlein v. Frankfurt, «in. Vernagel v. Mainz u. Daumer v. Frankfurt. Hr. Deicher, Musikvir. v. Marburg. Hr. Eckhardt, Oberbaur. u Hr. Berg, Jnspect v. Coblcnz. Hrn. Kfl. Steif v Hamburg u. Neger v. Leipzig.

Im Rappen: Hrn. Kfl. Richt v. Neuwied, Gruß o. Gelnhausen u. Comtader v. Düsseldorf. Hr. Schiermann, Oecon. v. Hungen. Hr. Schenck, Bergr. v. Biedenkopf. Hrn. Kfl. Hoffmann v. Elberfeld, Selzer v. Frankfurt u. Mainzer v. Mannheim. Hr. v Schenck, Rent. v. Darm, stadt. Hr. Götze, Schreiucrmstr. v. Berlin. Hr. Kremer. Kfm: v. Frankfurt. Hr v. Loßberg, Stud. v. Fuloa.

7« Prinz Carl: Hr. Schäfer, Müller v. Lanshcim. Hr. Schneider, Cand. v. Lauterbach. Hr. Gulerwunsch, Privatm. v. Alsfeld. Hr Schad, Bürgcrmst, Dechardt, Gastw., Kühl, Schuhm., Suppes, Lehrer u. Glitsch, Oecon. v. Landenhauscn. Hr. Hof, Kfm. v. Maiuz. Hr. Spamer, Metzg. v. Schotten. Hr. Schlirm, Nothgerb. v. Frankenberg.

vom 19. bis 21. Zanuar 1850.

Hr. Hang, Wagn. u. Hr. Walser, Kfm. v, Frankfurt. Hr. Kolb, Privatmann v. Schliß. Hr. Schlorb. Metzger v Schotten. Hr. Felde, Kfm. v. Gedern, pr. Mogk polzhdl. u. Hr. Reitz, Wirth v. Echzel.

Im Darmstaedter Haus. Hrn. Geschäfts!. Jkckkl ». Grünberg, Fenchel v. Gredel, Schmidt, Flch, Schad u. Herchel v. Landenhausen, Lenz v ^roßenllnden, Eichle v. Fortwangen u. Di'schler v. Büdingen, Mals, Nahm ». Ww v Nlevermörlen, Cahn v. Rutters ausen, Aon v. Hungen, Bamberg v. Nordecken, Hartmann v. Hanau, Nell v. Hviz- hausen u Bachenheimer v. Rauschenberg

Im Sern-. Hr. Eple, Gerb. v. Bieberach. Hrn. Privat!. Bensler v. Staufenberg, Porr v. Oberhausen, Weigel v. Combach u. Lipfelv v. Dernbach.

In den Privathäusern.

Bei Hrn. Pistors Wtw. Hr. Pistor, Oecon. v. Frauen, prisn'tz. Bei Hrn. Schloffermstr. Nagel: Fr. Stumpf v. Langgöns. Bei Hrn. Baucand. Lauckardt: Hr. Lau- ckardt, Oecon. v Stade. Bei Hrn. Ferd. Mayer: Hr. Eckstein, Kfm v. Frankfurt u. Hr. Mayer, Lehrer v. lllten- buscck.

B u n

Ein Besuch im Kloster La Trappe.

Mit welchem Vergnügen sahen wir den letzten Strahl der scheidenden Sonne sich hinter den düstern Wolken des Horizonts verbergen, als wir mit lang­samem Schritte die Anhöhe vor dem kleinen Dörfchen Soligny hinaufstiegen. Während des Tages hatten wir den Staub mancher langen Meile von unfern Fü­ßen geschüttelt, in der Hoffnung, noch am Abend das weltberühmte Kloster La Grande Trappe zu Perche zu erreichen. In Soligny angekommen, waren wir nur noch anderthalb Stunden von unserem Ziele entfernt, das, in dichten Waldungen verborgen, uns mit seinem kühlen Schallen nach der Hitze des Tages freundlich einladend entgegenwinkte.

Gegenüber der Kirche erkannten wir an dem ge­wöhnlichen Zeichen eines in hellen Farben auf weißem Grunde über der Thür gemalten Billards dasKaf­feehaus" des Dorfs. Wir traten ein, um uns für einen Augenblick zu erholen nnd wieder einmal die ge­wöhnlichen Getränke des Volks, Bier und Branntwein

t £ S.

genannt, zu kosten, bevor wir eine Zeit lang den fleisch­lichen Begierden und den guten Dingen der Welt Valet sagten und uns der Einfachheit köstlicher Dis- ciplin unterwarfen.

Wollen die Herren noch diesen Abend nach dem Kloster?" fragte die Cigenthümerin des Kaffeehauses, als sie, unserer Bitte gemäß, auf den Tisch eine Flasche des ..Bierre Manche setzte.

Wir befahlen die Frage, und die stämmige Wirthin deren Palois anzeigre, daß sie wohl Zeit ihres Lebens sich nicht weit aus dem Orte entfernt hatte, der sie geboren werden sah, fuhr fort:Nun, dann müssen Sie wohl Acht geben, denn der Weg ist schwierig, und wenn der Mond untergegangen ist, wird die Nacht finster genug werden. Doch Sie dürfen nur den Weg gerade fortgehen und weder rechts noch links sich wenden, so können Sie das Kloster nicht ver­fehlen." ...

Wir dankten der guten Frau für ihre freundliche Weisung, erkundigten uns, ob wir von Wölfen und Räubern auf unserer nächtlichen Wanderung durch die