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Vermischte Nachrichten.

273) Gießen.

Der Reichstagswahlverein in Gießen

an die

Wähler des Wahlkreises Gießen sür den Reichstag jtt Erfurt.

Unser bisheriger Candidat für die Deputirtenstclle unseres Wahlkreises am Reichstage zu Erfurt, der unterzeichnete Vorsitzende Professor Ur. K ö l l n e r, ist von seiner Candidatur zurückgetreten, weil es wenigstens zweifelhaft ist, ob er nach der von der Regierung erlassenen Verordnung über die Reichstagswahlen wählbar sei, oder nicht, da er noch nicht 3 Jahre im Lande ist.

Er hat geglaubt, es seiner Ehre schuldig zu sein, vor der Wahl zurückzurretcn. Er wollte einerseits nicht eine Candidatur fortführen, deren Recht wenigstens zweifelhaft ist, und wollte andererseits dem Vereine die Möglichkeit geben, einen anderen Candidatcn aufzustellen, der mit unzweifelhaftem Rechte der Wählbarkeit die politischen Grundzügc des Vereins ent­schieden vertrete.

An seine Statt ist von dem Vereine einstimmig Herr FOxstmeister von B«feek zum Candidaten des Wahlkreises Gießen gewählt worden, ein Mann, der nicht bloß im Wahl­kreise sondern im ganzen Großherzogthume viel zu bekannt ist, als daß wir viel von ihm sagen dürften. Herr v. B u s e ck ist ein eben so großer Freund des Volks und der gesetz­lichen Freiheit, als er durchaus alle Verhältnisse des Staatslebens praktisch genau kennt.

Herr v. Buseck hat schon auf dem Landtage 1833 als Volksvertreter zum Besten des Volkes gewirkt, und ist von Anfang der deutschen Bewegung mit Entschiedenheit sür die Freiheit, Einheit und das wahre Wohl des deutschen Volkes ausgetreten, als deutschen Mann sich, offen bekennend zur constitutionellen Monarchie. Solche Männer bedarf Deutschland, be­darf auch unser Wahlkreis, Männer, die mit Muth und so anerkanntem ehrenwcrthen Character auch fähig sind, wenn es noch thut, Opfer zu bringen sür die gute Sache.

Darum, Ihr Wähler, prüfet unsere Worte, und wollt Ihr so vertreten sein, so wählet nur solche Wahlmänner, die dem Herrn Forstmeister von B u s e ck ihre Stimmen geben.

Gießen den 17. Februar 1850.

Der Vorstand deL Reichswahlvereins.

Der Vorsitzender ' Die Schriftführer:

vr. Kölln er, Professor. Rosenberg, Hosgcrichts-Advocat.

Der Stellvertreter des Vorsitzenden: vr. Wr'lbran-, Professors

G g PH. Gail, Tabakssabrikant.

Ich erfülle gern die angenehme Pflicht, allen den Männern des Wahlkreises, welche mir ihre Stimmen zugewendet hatten, sür dieses ehrenvolle Vertrauen meinen herzlichen Dank auszusprechen.

Gießen den 18. Februar 1850. vr. Köllner, Professor.

289) Gießen. Derjenige, welcher auf dem gen bei Herrn Tanzlehrer Schmidt wieder abzu- am 17. d. Mts. tut Prinz Carl abgehaltenen Mas- geben.

kenball einen schwarzen Shawl aus Versehen mit- 277) Gießen. Unterzeichneter sucht einige alte genommen hat, wird gebeten, denselben binnen 3Ta- Doppelflinten zu kaufen. A. Dickore.