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Zur Geschichte -er Arbeiterzustände.

(Baierischer Tewerbeftcund.) -

(Schluß.)

Das in diesen Claffen allgemeine, sogenannte Unabhängigkcitsgefühl riß auch in die jungen Haus­haltungen , die sich zahlreich bildeten. Jede verlangte ihr Hauswesen für sich allein, womit natürlich alle Vortheile geopfert wurden, die aus dem Zusammen­halten Vieler entspringen. In der Schweiz war es anders. Die industrielle Bevölkerung lebte dort auf dem Lande zerstreut oder in kleinen Städten, wo schon die Gelegenheiten zu mancherlei Ausgaben und Zer­streuungen wegfielen. Die meisten Familien führten ein patriarchalisches Leben. Verwandte wohnten oft in einem großen und bequemen Hause unter einem gemeinsamen Stammvater friedlich beisammen. Ein einziges Feuer, ein einziger Heerd genügten für meh­rere Familien, große Gärten, die in den Freistunden bebaut wurden, Milchwirthschast, welche die Frauen besorgten, lieferten einen großen Theil der Lebensbe­dürfnisse fast umsonst. Entsprang wobl aus diesem unschuldigen und brüderlichen Leben eine geringere Summe an Glück, als aus dem bewegten der fran­zösischen Arbeiter?

Dieß wird Niemand behaupten wollen. Doch kostete das Leben der schweizer Arbeiter die Hälfte weniger. In einem Industriezweige nun, wo der Rohstoff in Vergleich zum Arbeitslohn so wenig be­trägt, wird sich die Wage aber wohl allemal zu Gun­sten der frugal Lebenden neigen und ein wohlgeord­netes Hauswesen, welches viel nachhaltigere Wirkungen hat, als die Arbeit selbst, verschafft bei geringerem Arbeitslohn eine gesichertere und angenehmere Eristenz. Dieß war übrigens nicht die einzige Folge dieser Art zu leben. Die schweizer Arbeiter sammelten ihre Er­sparnisse auf, während man sie in Besaneon ver­schwendete. Die Meisten hatten ein eigenes Haus und einen eigenen Garten und erreichten einen hohen Grad von Wohlstand, von dem sich Niemand eine Vorstel­lung niacht, der nicht Lachaurdcfonds und die benach­barten Dorfschaften gesehen hat.

, Nicht allein aus diesen, sondern auch noch aus anderen Untersuchungen war zu folgern, daß dieses Elend nicht gerade aus den innern Mängel der Werk­stätten, sondern durch äußere Einflüsse entstanden war, nicht durch das Sinken des Verdienstes, sondern durch die Art und Weise, wie dieser Verdienst angewendet wurde. Zahlreiche Anzeigen waren vorhanden, daß der Geschmack an kostspieligen Zerstreuungen die fast alleinige Ursache des Nothstandcs unter den Männern war und daß die Weiber für Putz und eitle Ver­gnügungen mehr aufopferten, als für wahre Bedürf­nisse und um alle diese Leidenschaften hatte die des Lotteriesviels ihre erdrückenden Arme geschlungen.

Eine andere Lehre, die gleichfalls noch aus diesen

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Untersuchungen zu ziehen ist, ist die, daß man neben so vielen Organisationsvorschlägeu sich auch mit Ver­gnügungen des Volks beschäftige und ihm für solche, die entsittlichen, andere anbiete, welche der Seele Schwung geben. Es wird in seiner Wahl nicht lange schwanken.

Em Besuch ttt dem Kloster La Trappe.

(Fortsetzung.)

Sobald ein Fremder zu beten wünscht, so muß er auf die Tribüne gehen, doch keineswegs in den Chorgesang der Brüder einstimmen."

Die verschiedenen Theile des Klosters dürfen ohne Begleitung des Pere Hotelier nicht besucht werden. Es gibt Orte, wo unverbrüchliches Schweigen herrschen muß: nämlich die Kirche in allen Theilen, das Re- fectorium, das Dormitorium, die Kreuzgänge, die Ca- pitelstube und die Kirche. In den Orten, wo es er­laubt ist zu sprechen, darf es nur flüsternd geschehen, so daß der Sprecher nicht von den Mönchen gehört werden, die ihm nahe sind. Die Herrn Gäste werden gebeten, zu glauben, daß man mit Schmerz ihnen eine so einfache Kost während ihres Besuches bietet, dock die Regel des Ordens läßt es nicht anders zu!"

Als die Thür unseres Zimmers sich wieder öffnete erschien der Mönch der unsere Pässe empfangen hatte, wieder, doch trat er mit dem Rücken gegen uns heraus und verbeugte sich tief vor einem Mönche, dem er vorausschritt, indem wir daher Niemand anders als den Abt des Klosters erkennen konnten.

Er war dem Anschein nach gegen fünf und sech­zig Jahr alt, von harten unfreundlichen Zügen, welche durch ein leichtes Schielen noch abstoßender wurden, doch fehlte auch bei ihm ein freundliches Lächeln des Willkommens nicht, noch mangelte seinem Gesichte der Ausdruck der Gntmüthigkeit, der allen Bewohnern des Hauses gewöhnlich schien. Seine weiße Kutte und Kaputze unterschied sich in nichts von derjenigen, welche der Möüch trug der uns den Paß abverlangte. Die einzige Auszeichnung die ihn schmückte, war ein mas­siver goldener Ring mit einem großen blitzenden Edelstein den er an einem Finger der linken Hand trug und ein kleines Kreuz von Burbaumholz, das an einer schwarz-seidenen Schnur um seinen Hals hing und auf der Brust ruhte. Derheilige Vater" näherte sich uns mit einer achtungsvollen Verbeugung schüttelte uns freundlich die Hand und fragte uns höflich nach dem Zweck unseres Besuchs, er schien ver­gnügt, als er vernahm, daß wir auf kurze Zeit in dem Kloster bleiben wollten und indem er die Hoffnung aussprach, daß unser Aufenthalt von einiger Dauer sein möchte, versicherte er uns, daß Alles, was die Regeln des Ordens erlaubten und das Haus darbieten könne, zu unserem Dienst stände.

(Fortsetzung folgt.)

Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.