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168) Gießen. Ein LogiS ist zu vermiethen und kann alsbald bezogen werden bei
Carl Steinberger in der Löwengasse.
212) Gießen. EinFamilien-Logis ist zu vermiethen, Lit. B. Nr. 30 auf der Mäusburg.
213) Gießen. Im Gasthaus zum Hirsch sind für nächstes Semester mehrere möblirte Zimmer zu vermiethen.
183) Gießen. In meinem Hause ist die mittlere Wohnung, bestehend in Corridor, 5 heizbaren Zimmern, Kabinet, Küche, 2 Kammern, Keller, Holzremise, Mitgebrauch der Waschküche und Trockenboden, zu vermiethen und Anfangs Mai zu beziehen.
Beirckhardt, in den Neuenbäuen.
Vermischte Nachrichten.
221) Gießen. Ein weißer Hühnerhund mit braunem Kopf, braunem Behang und weißer Blässe, in der linken Seite und an dem rechten Hintertheil mit einem braunem Flecken, ist am 6. Febr. Abends entlaufen, wer denselben bei der Erped. d. Bltts. wiederbringt oder auch nur genügende Auskunft darüber ertheilen kann, erhält eine angemessene Belohnung.
223) Gießen. Da dem auf den 14 d. M. bestimmten Concerte eine Damengesellschast im Clubbsaale unmittelbar vorauSgeht, so muß dieses Concert auf den 21. d. M. verlegt werden.
Gießen den 8. Februar 1850.
Der Borstand d er Concertg es e llschaft.
197) Gießen.
W P W ß V O V N N Z.
Die Antwort auf das Schreiben des hiesigen Reichswahlvereins an den Vor- . stand des Central - Wahlvereins zu Darmstadt könnten die Unterzeichneten eigentlich dem Letzteren überlassen ; der Umstand aber, daß jenes Schreiben in dem hiesigen Anzeigeblatte abgedruckt worden ist, macht, zur Aufklärung über den wahren Sachverhalt, einige Gegenbemerkungen von unserer Seite nöthig.
In den Ton persönlicher Gereiztheit einzustimmen, welcher in jeder Zeile jenes Schreibens hervortritt und seinen eigentlichen Urheber deutlich genug verrät!), haben wir nicht die geringste Veranlassung; ja wir widerstehen sogar der Versuchung, gegenüber dem unferm Candidaten gemachten Vorwurfe der Unentschiedenheit, einmal darzulegen, wie manche von seinen Gegnern, die auf ihr politisches Farbenbe- kenntniß so viel sich zu gute thun, — sei's nun im Laufe von 20, 1 oder von 2 Jahren — fast durch alle politischen Farben hindurch gewechselt haben. Zur Abfertigung der Insinuation gegen Herrn Hofgerichtsrath Völcker aber, daß er „während der ganzen Bewegung mit seinen politischen Grundsätzen in keiner Weise klar in die Oeffentlichkeit getreten" fei, fühlen wir uns verpflichtet, Folgendes zu bemerken.
In dem Wahlprogramm, welches Völcker auSgab, da er als Candidat für die Nationalversammlung auftrat, sprach er für die Einheit des deutschen Bundesstaates auf das Entschiedenste sich aus und erklärte sich mit bestimmten Worten für „die co n ft t tu t ton eil e Monarchie," weil „in ihr alle Voraussetzungen zu einer weiteren segensreichen Entwicklung enthalten" seien. Auf die in diesem Programme ausgesprochnen Grundsätze hin, mit welchen Völcker gleich zu Anfänge der politischen Bewegung in klarster Form vor die Oeffentlichkeit trat, während es bis jetzt noch nicht gelingen wollte, hinter die wirklichen Ansichten deS Herrn Köllner zu kommen, sprach sich damals bei einer Vorwahl zu Friedberg die Mehrzahl für Völcker aus, der jedoch zu Gunsten seines Freundes, des Herrn Landrichter Hoffmann, freiwillig zurücktrat. Daß Völcker jenen Grundsätzen seither treu geblieben ist, hat er noch jüngst dadurch bewiesen, daß er auf die von dem hiesigen demokratischen Wahlcomitö an ihn gerichtete Frage, ob er ihre Wahl als Abgeordneter für die erste Kammer wohl annehmen werde, die bestimmte Erklärung abgab, er könne den Candidaten seiner eigenen, der constitutionellen Partei, nicht entgegen treten. Daß aber jener Antrag nur dani dienen konnte, Völcker als einen Mann darzustellen, dessen feste Ehrenhaftigkeit das allgemeine Vertrauen genießt, keineswegs aber dazu, seine constilutionelle Gesinnung in Zweifel zu fetzen, das haben der hiesige vaterländische Verein und der constitutionelle Wahlverein zu Butzbach selbst anerkannt, indem sie für die Wahl Völckers für die 2. Kammer im Wahlbezirke Butzbach u nd dann für die 1. Kammer im Wahlbezirke Butzbach und Lick, wie sie selbst sich dessen rühmen, eifrigst wirkten. Und dieselben Leute treten jetzt mit dem Vorwurfe der Unentschiedenheit gegen Völcker auf! — Das ist die vielgerühmte „Gesinnungstüchtigkeit" Farbe bekennender Ehrenmänner.
Abgesehen von dem hiesigen, haben die übrigen Reichswahlvereine des Wahlkreises Gießen besser erkannt, was klares Ermessen der Sachlage fordert, und da Völcker in Gladenbach, in Biedenkopf, in Lich, in Butzbach, durch kürzere oder längere Wirksamkeit in allen diesen Bezirken, feit langer Zeit daö allgemeine Vertrauen sich erworben hatte, da noch in letztverflossenem Sommer viele


