Ausgabe 
3.4.1850
 
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669) Gießen.

Vorbereit nngsschule.

Nächsten Montag den 8. d. Mts. beginnt der Unterricht in meiner Vorbereitungsschule, worin Kna­ben vom 5ten Jahr an, ausgenommen werden. Anmeldungen hierzu werden bis zum 7. d. Mts. ent- geqenacnommen. Außer mir ertheilen noch Unterricht in der Anstalt: Herr Stud. Schmitt lm Latei­nischen, Französischen und Deutschen, und Herr Lehrer, Han stein der jüngere rn Rcügtonslehre, biblischer Geschichte und Singen. Das Honorar beträgt vierteljährlich 3 fl. 30 fr.

Meine Zöglinge machen außer den Schulstunden ihre Aufgaben in dem Schullokal unter meiner Leitung, wofür aber kein weiteres Honorar berechnet wird.

B. Falkenberg, wohnhaft bei Hrn. Schlosser Burkhardt in den Neuenbäuen.

639) Friedberg.

Bei Eröffnung der Main-Weser-Bahn verfehlen wir nicht unser neu etablirtes

Speditions - und Commisstons - Geschäft

unter Zusicherung der billigsten und pünktlichsten Besorgung bestens zu empfehlen.

Gebrüder Grödel.

6731 Gießen. Am Grünen-Donnerstag ist ein schwarzer Metzgerhund etwa ein halb Jahr alt mtt weißer Brust, die Vorderfüße weiß, langem Schwanz und einem weißen Blümchen abhanden gekommen. DerMige, welcher darüber Aus­kunft geben kann, erhält eine angemessene Belohnung. Lflrt _

Angekommene und abgereiste Fremde vom 29. bis 30. März 1850.

v. Dillenburg. Hr. Weiler, Oecon. v. Rohrbach. Hr. Schaf, Dachd. v. Cöln. Hr. Lanz, Kfm. v Hanau.

Im Dainstaedter Haus §)rn. ©ffcfydftÖl» aelbach, Ebel v. Bromskirchen, Schneider v. Dodenau, Martin u. Geidel a. Sachsen, Braun v. Winterberg u. Schneider v. Rosenthal. Hrn. Musik. Lorenz, Keller u. Ehrgott a. Sachsen. ,,

Im SternHrn. Mufik. Erber v. Mundenhelm, Grnsel v. Mainz u. Jungfer Luker v. Grimmel. Hr. Schmidt, Handelsm. v. Wetzlar.

In ven Privathausern.

Bei Sr. Forstrentmstr. Schott: Hr. Schott, Oecon v. Grafenbruch. Bei Hrn. Ludw. Selzer- Hr. Lotz m. Fr., Privatm. v. Wetzlar. Bei Hrn. Kfm. Ehr. Wallenfels- Jungfer Fischer ».Berleburg. Bei Hrn. Hofg.-Adv. Busch: Hr. Müller, Kfm. v. Eoblenz.

In den Gasthäusern.

Im Einhorn: Hr. Prätorius, Stud. med. v. Heidel­berg. Hr Cornell, Rent. v. Berlin. Hr. Pabst, Fabrik, v. Stuttgart. Hr. Pabonni, Partie, v. Straßburg. Hrn. Kfl. Buschaarten v. Amorbach u Eckhard v. Friedberg. Hr. Fleck, Stud. u. Hr. Hammel, Stud med. v. München. Hr. Berthold, Partie, v. Braunschweig. Hrn. Kfl. Pfeffer v. Neuwied u. Göbel v. Mildenburg.

Im Happen-. Hrn. Kfl. Eckhard v. Gladenbach u. Stumpf v. Darmstadt. Hr. Mammel, Gcom. v. Castel. Hr. Benner, Posament, v. Hochheim. Hr. Elsner, Privatm. v. Heppenheim. Hr. Müller, Fabrik, v. Durlach.

Im Prinz Carl: Hr. Graf, Schrein, v. Vilbel. Hr. Alt, Kfm. v. Berleburg. Hrn. Privatl. Half u. Valentin v. Lich. Hr. Borger, Spedit. v. Offenbach. Hr. Hansel, Kfm.

Dreisylbige Charade.

1. S y l b e.

Von Burschen und Mädchen in leichten Gewändern, Geschmückt mit lustig flatternden Bändern, Ward ich geschaffen auf grünender Au, Noch schimmernd im glänzenden Morgenthau. Ein herzliches Labsal, bin ich geboren. Gewähr' ich dem Thier mit den längsten Ohren, Sowie auch dem Kalbe, dem Ochs und der Kuh, Auch dien' ich dem Müden oftmals zur Ruh.

2 S p l b e.

Mein Anfang ist zu lesen als Doppelconsonant, Von Britten und Franzosen als Kehllaut nicht gekannt, Doch wirfst du ab den Anfang, so bleibt als Rest noch stehn, Was du als elften Buchstab' im A. B. C. wirst sehn.

3. S y l b e.

Wenn in der fernen Fremde du lebst Uno nach den Eltern und nahen Verwandten, Liebenden Freunden dich, alten Bekannten Sehnend, im Geist nach der Ferne schwebst, O, wie lieblich tön' ich alsdann Deinem von Kummer kranken Gemüthe, Dorthin dich, wo dein Leben erblühte, Dorthin dich rufend. Auf dann! Wohlan!

Das Ganze.

Ein Dörfchen lieg' ich nah bei Gießen, Dort wo Lahn und Bieber fließen, Doch merkt, es führen meine Namen, Auch noch zwei wundersame Damen. Die Ein' ä lent'ant noch frisirt, Bon schmächt'gem Teint, sehr affcctirt, Aus lauter Liebe oft betrübt, Glaubt alle Welt in sich verliebt. Die And're flucht und schwört wie ein Heide, Man sagt, an zu großem esprit sie nicht leide, Nicht wahr ein allerliebstes Pärchen? Es nennt sie mancher wohl auch Närrchen, Vielleicht mit Recht, doch fort mit Hohn, Sie waren zu lange in Pension, Sie reden von Aesthetik, Kunst, Von Litteratur und Männergunst, Doch ach! vom Kochen, Stricken, Nähen, Sie wenig oder nichts verstchen.

Du möchst wohl gerne die Mädchen sehn, Doch dies kann nimmermehr geschehn, Denn ach sie wohnen alle zwei Weit, weit in ferner Wallachei.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.