Ausgabe 
16.9.1848
 
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Gelegenheit, seinen Söhnen oder Pflegebesohinen die erforderliche Heranbildung zum künftigen Berufe zu verschaffen, gern ergreifen wird, finde ich mich ver­anlaßt, auch ein auswärtiges Publikum auf meine Unterrichtsanstalt hierdurch aufmerksam zu machen.

Der Unterricht in derselben für das Winterse­mester beginnt mit dem 1. November d. I., und wird folgende Lehrgegenstände umfassen:

Kalligraphie, deutsche Sprache mit besonderer Berücksichtigung des Slyls, Correspondenz, Arithmetik mit vorzüglicher Uebung des kauf­männischen Rechnens, französische und englische Sprache, Handels-Geographie und Geschichte, einfache und doppelte Buchführung, Gewerb- kunde, Waaren - Kunde, Algebra, Wechsel-, Staatspapier-, Bank-, Uesancen-Kunde u. s. w. (Näheres enthält das Programm, welches auf

Verlangen mitgetheilt wird.)

Meine Erfahrungen, die ich während meiner vieljährigen Praris sowohl als Kaufmann wie als Fabrikant gesammelt habe, machen es mir möglich, bei meinem Unterrichte Theorie mit Praris so zn verbinden, daß meine Zöglinge beim Ausscheiden aus der Anstalt sich alle Kenntnisse angeeignet haben werden, um beim Eintritt iu's Geschäft ihre Tüch­tigkeit, namentlich in den Comptoirarbeiten und in der Buchführung zu erweisen. Ueberdies werde ich in den Unlerrichtsgegenständen von tüchtigen Lehrern unterstützt, die beim Publikum durch ihre öffcutlichen Leistungen schon vvrtheilhaft bekannt sind. Endlich werde ich auch außer den Lehrstunden, welche täg­lich, Vormittags von 9 bis 12 und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr abgehalten werden, die Zöglinge meiner Anstalt in Betreff ihres Fleißes und sittlichen Betragens überwachen, so wie auch auf Verlangen für Kost und Wohnung derselben sorgen. Wer be­sonders darauf refleclirt, solche bei den Lehrern der Anstalt zu erhalten, wird gebeten, sich zeitig zu melden, da nur eine festgesetzte Anzahl junger Leute in den Wohnungen derselben ausgenommen werden kann.

Das jährliche Honorar für den Unterricht beträgt 80 Gulden, bei halbjähriger Vorausbezah­lung. Betreffende Anmeldungen bitte ich baldigst an mich gelangen zu lassen.

Gießen den 3. Sept 1848.

Emanuel Stern, Lehrer der Handelswissenschaften.

1792) Frankfurt a. M.

B ekann tma ch u n ft

Das Gr. Badische Anlehen von 14 Million Gulden, insbesondere die Ziehung vom 31. August l. I. betreffend.

Die Inhaber derjenigen auf vorbenannte Ziehung bezüglicher C.Loose, deren Einlage noch rückständig ist, werden andurch aufgefordert, durch deren ungesäumte Franco-Bindung,^die darauf r u h c n d c n R e ch t s a n sp r ü ch e bet-o C V Iust derselben, binnen 30 Tagen bei unterfer­tigter Stelle geltend zu machen, da nach Ab­lauf dieses Termins jedwede Anforderung unzulässig i st.

So geschehen Frankfurt a. M. den 1. Sept. 1848.

Das Comptoir I. Rieck Markt Nr. 46.

Zur Nachrich t.

Am 30. November l. I. findet die letzte diesjährige Ziehung statt.

1793) Lich.

Landwirchschastliche Preisvertheilung in Lich.

Zur Erhöhung der Preisvcrtheilung, welche nach den Bestimmungen der Behörde Montag den 18. d. M. dahier stattfiudet, welche Einrichtung zur Ehre des Landmanns den schönen Zweck der Ver­edlung der Viehzucht, des wichtigen Zweigs der Landwirthschaft so unverkennbar gefördert hat, wer­den die üblichen Festlichkeiten in folgender Ordnung folgen.

Sonntag den 17. d. M., Abends 8 Uhr, wer­den 3 Kanonenschläge die Festlichkeit ankündigen.

Montag Morgens um 5 Uhr, weiden abermals 5 Kanonenschläge abgebrannt und um 8 Uhr be­ginnt das Fest mit dem Läuten der Festglocke. Wäh­rend des Läutens versammelt sich der Stadtvorstand und die Bürgerwel r auf dem Schloßplatz, und be­ginnt von da einen feierlichen Zug mit dem Musik­chor auf den Festplatz

N e u w i e s e, nahe vor der Stadt an der Chaussee nach Butzbach. Eine reitende Ehrengarde wird den Zug begleiten. Während der Viehbeschauung und Preisvertheilung sind belustigende Unterhallungen für das Publikum angeordnel, und nach beendigter Preisvertheilung endigt ein Lotteriezug über schönes Rindvieh u. s. w. den Vormittag. Für Restauration auf dem Festplatze wird bestens gesorgt werden.

Nachmittags um 2 Uhr werden die jungen Leute der Stadt auf einem landwirthschaftlich ge­schmückten Wagen, mit den Jungfrauen der Stadt zum Festplatz fahren, worauf der Tanz auf dem Festplatz beginnt.

Abends zum Schluß wird ein schönes Kunst­feuerwerk abgebraunt.

Lich im September 1848.

DaS Festeomitö.