Ertra-Beilage zu jv 27. •
Uharinc > Sauf, 7 M.
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Braun.
r Hr. udwigs- b. Nie- icrmilch, Burk- rtzenfurt Nidda, lthof v.
aufen u. shauseu.
rf- Hr. . Kloos, , Färb. . Haas, rohmen.
adt. — Gastw. oebrand, r. Ober- rmmach. ger.-Act. lfermstr. ei Hrn. — Bei - Bei Echzell.
Keine Republik!
In dem Augenblick, wo Frankreich 15,000 brod- lose deutsche und polnische Arbeiter auf unsere westlichen Grenzen losgchen läßt, wo Rußland 300,000 Soldaten an der Ostgrenze sammelt, wo die Dänen Schleswig - Holstein mit Gewalt seiner gesetzlichen Selbstständigkeit berauben wollen und Oesterreich mit Oberitalien noch im Kampfe ist, in diesem Augenblick von Außen dem Vaterland drohender Gefahren sucht eine unersättliche Parthei Deutschland im innersten Herzen zu spalten und es zerfleischt Von Bürgerkrieg zur leichten Beute seiner mächtigen Nachbarn zu machen. Diese Parthei beabsichtigt gelegentlich der gegenwärtig in Frankfurt zusammengetretenen vor- berathenden Versammlung mit Hülfe bewaffneter Zuzügler die deutsche Republik förmlich aus- zurufen oder sie doch materiell dadurch zu begründen, daß dem nur aus dem Volke zu wählenden deutschen Parlament die souveräne Macht verliehen werden soll, die seitherigen deutschen Staaten und Fürsten willkührlich aufzuheben und abzusetzen oder fortbestehen zu lassen. Die große Mehrzahl der Deutschen ist aber der festen Ueberzeugung, daß eine Republik, unter welcher Firma sie auch erscheine, das Vaterland nur in das Verderben stürzen kann, weil diese Regierungsform für seine Verhältnisse durchaus nicht paßt; sie wird sich daher eine Republik von jener Parthei nicht ausdrängen und die deutschen Regenten werden sich nicht nach Belieben absetzen lassen wollen und so ist, wenn diese Parthei von ihrem Gelüste nicht zu rechter Zeit noch abgeht, die bürgerliche Zwietracht und der Kampf unvermeidlich. Aus diesem werden dann die äußeren Feinde Deutschlands den größten Nutzen ziehen unv statt Einheit und Freiheit wird Zersplitterung und Sklaverei des Vaterlands die Folge seyn.
Unter solchen drängenden Umständen, unter denen wir morgen schon ein Ereigniß haben können, ist nichts nothwendiger als Einheit, Verständigung, festes Zusammenhalten aller Wohlgesinnten. Nur durch zeitige Entwicklung einer imponirenden Kraft werden jene Unbesonnenen abgehalten werden können, jetzt oder später das Vaterland durch ihre von wenigen Ehrsüchtigen ausgehenden Plane in Verwirrung und Bürgerkrieg zu bringen.
Darum, Bürger von Gießen, die ihr das Vaterland wirklich liebt und es darum vor den Schrecken
einer Revolution bewahren wollt, mögt ihr sonst in eueren politischen Ansichten noch so abweichend seyn, vereinigt euch zu dem einstimmigen Rufe: keine Republik! Schaart euch fest zusammen! bildet unverzüglich einen Verein gegen alle revolutionäre Bestrebungen, einen Verein zum Schutz der wahren gesetzlichen Freiheit gegen Willkühr, zum Schutz eueres Fürsten, dem ihr Treue geschworen habt, zum Schutz euerer Verfassung und Staatsregierung, welchi7 nunmehr alle Garantieen bietet, die zum Glück des Landes führen können, zum Schutz eueres Eigenthums unv euerer Rechte, die sonst den Gefahren eines monarchischen Zustandes unabwendbar ausgesetzt sind, zum Schutz der vernünftigen Ausbildung und Fortentwicklung unserer deutschen Zustände, welche durch leichtsinnige Zerstörung und Umwandlung unmöglich gemacht werden soll. Wirkt ebenso kräftig für die Freiheit und die Einheit Deutschlands als gegen den Versuch der Idee einer deutschen Republik zu realisiren, welche für den Augenblick das größte Unglück für Alle wäre. Verpflichtet euch, mit allen gesetzlichen Mitteln jener, die Ruhe des Vaterlands untergrabenden Parthei entgegen zu treten und Ordnung und Gesetzlichkeit aufrecht zu erhalten, damit die staatlichen Verhältnisse Deutschlands nicht durch Revolution, sondern auf gesetzlichem und verfassungsmäßigem Wege ihre neue Gestaltung erhalten können.
Alle deutschen Männer, welche keine Republik wollen, sind ersucht morgen Abend um 7 Uhr sich im Buschischen Garten zu versammeln, um die geeignetsten Mittel zu besprechen, Hessen und Deutschland vor diesen drohenden Gefahren zu schützen. Bei der gegenwärtigen gefährlichen Lage des Vaterlands bleibe Keiner aus Unentschiedenheit oder Gleichgültigkeit zurück; Keiner hoffe aus beiden Achseln tragen zu können. Es ist nöthig, daß wir uns unter einander kennen lernen, uns verständigen und uns gegenseitig kräftigen, um auf Alles gefaßt seyn zu können. Also wer keine Republik will, fehle nicht mit seinem Rath, und, wenn es Noth thun sollte mit seinem Arm.
Es lebe die Einheit Deutschlands! Es lebe das constitutionelle Hessen! Es lebe unser Ludwig!
Gießen den 31. März 1848.
Im Namen vieler Gleichgesinnten
Dr. Kraft.


