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<7” Kunst-Anzelge.
Mittwoch rrsrd Freitag Abends 7‘|2 Uhr
im Saale zum Prinz Carl
Laschotfs
Wolken oder Vebelbilder-
Dar^ellungen
nebst
Coneert.
Billets zum ersten Rang 36 fr. Zweiter Rang 18 fr. sind in der Wohnung des Prof. Laschott's im Gasthof zum Einhorn täglich zu haben.
180) Die herrlichen Nebelbilder des Physikers und Magiers*) Herrn Prof Julius La schott von Wien, haben bisher in den berühmtesten Städten die größte Bewunderung erregt und machen bei den gegenwärtigen Produktionen in hiesiger Stadt das größte Furore. Tie Nehelbilder stehen, was Licht, Größe, Schärfe und Farbenpracht betrifft, als herrliche Kunsterzeugniffe einzig in ihrer Art da und bieten das Interessanteste, was je ein Künstler in diesem Genre geleistet hat, dar.
S siließlich glauben wir die Nebelbilder nicht besser erläutern zu können, als durch das folgende, von Herrn Dr. Volgemann, in der Hamburger Zeit mg ahgedruckte Gedicht:
Der Nebelbilder Zauberer Lafchott.
Musik ertönt in schwellenden Aceorden;
Und wie wenn Nebel auf der Flur zerrinnt,
So, bald nach Süden, bald nach West und Norden, Der Künstler feine Zauberfäreu fpinnt
Bald seh'n wir die Natur in Macht und Stärke, Bald alt' und neuer Baukunst Meisterwerke — Wer läßt die Bilder kommen und entflieh'n? Es ist der Zauberer Lafchott aus Wien!
Ein Schloß erbebt sich über Felfenwände, Bekränzt vom Friedhof an des Berges Saum; Hier alles Erderglanzes Macht nnb Ende, Und dort der Freude lusterfüllter Rauzn! Doch wenn die Leichensteine und Cppressen Wohl hier und da ein Auge wollen näffen, Wer ändert dann das Bild mit heit'rer Mien' ? Es ist der Zauberer Lafchott aus Wien!
*) Wir müssen fchließlich nur noch erwähnen, daß Herr Lafchott in auswäriigen Blättern als Physiker und Magier rühmlichst genannt wird, da ihm das Wort Zauberer beigegeben wird. D. St.
In Tageshelle feh'n wir die Capelle, Die Test, der Alpenfchütze, einst bewohnt; Der Bäume Grün glänzt in der blauen Welle, Der Abend dämmert und es steigt der Mond. Er breitet rings fein Licht, das silberreine, See und Capelle strahlt im Wiederscheine — Wer hat dem Bilde folchen Reiz verlieh'n? Es ist der Zauberer Lafchott aus Wien!
Ein Schweizerhaus ringt sich aus Nacht und Nebel, Ringsum von starrem Eis und Schnee bedeckt; Des Winters Herrschaft ist der mächt'ge Hebel, Der sich auf Bach und Baum und Strauch erstreckt. Urplötzlich aber schwinden feine Spuren, Ein Wagen Heu säbri über grüne Fluren — Wer machte möglich, was unmöglich schien?
Es ist der Zauberer La schott aus Wien!
Was aber künden nun die ernsten Töne?
Was bildet r esig sich aus dem Gestein? In welchen Gottestempel führt der ichone. Der felfenstarke Bogengang uns ein ? Allmählich heller wird, was nebelfinster. Jetzt klar vor uns steht die Abtei Westminster. — Durch wen die heil'gen Schauer uns durchzieh'«? Es ist der Zauberer Lafchott aus Wien!
Ein Dörfchen naht — wir feh'n die rothen Ziegel, Darüber hoch ein weiter Berg sich streckt;
Ein breiter blauer Fluß benetzt die Hügel, Und dicht von Häuschen ist der Ort bedeckt. Betriebmm, wie der Winzer bei der Lese, Ist längst bekannt das fleiß'ge Blankenese; Dank darum dem, der uns das Bild verlieh'n — Es ist der Zauberer Laschott aus Wien!
Und wenn am Schluß der Nebel sich gestaltet, Glänzt eine Rose noch in Frühlingspracht, Aus deren Kelch ein Amor sich entfaltet, Den Freunden wünschend eine gute Nacht. Wer denkt dabei nicht an die Blumensulle, Gezaubert aus des Hutes leerer Hülle? Wer hegt Bewund'rung doppelt nicht für ihn. Den Bild- und Sträußcheumauu Lafchott aus Wien!
B.


