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Bekanntmachung
Diejenigen hiesigen Einwohner, welchen die bereits bestehende und noch mehr drohende Noch ihrer Mitmenschen zu Herzen geht, werden ersucht, sich zu einer Sonntag den 20. December d. I., Nachniittags 4 Uhr auf dem Saale des Rathhauses zu haltenden Versammlung einzufinden, um die Mittel zu berathen, durch welche jene Noch gemildert werden kann.
Gießen den 18. December 1846.
Haus- und Landwirthschaftliches.
K u t t e D b a u Pastinaken, ein gutes, Milch gebendes Futter.
Seit vier Jahren baue ich Pastinaken und füttere sie, wenn sie in den Samen geschossen, geschnitten den Kühen.
Im Frühjahr säe ich den Samen bei 3 Fuß Entfernung in Reihen, lege zwischen die Pastinaken eine Reihe Kartoffeln, und wenn diese herausgenommen werden, lasse ich das Kartoffelkraut gleich als Dünger zum kommenden Jahre eingraben. Im Frühjahre stecke ich wieder Kartoffeln zwischen die Pastinaken und ernte so im ersten Jahre Kartoffeln, im zweiten Jahre Kartoffeln und Pastinaken.
Im Jahre 1844 habe ich von 149 Quadratruthen Landes 13 zweispännige Fuder Pastinaken, die mit der Wurzel ausgegraben wurden, und 2 Mispel 14 Schfl. Kartoffeln geerntet. 30 Kühen gab ich täglich 1 Fuder Pastinaken und 6 Schfl. Kartoffeln, und als diese in 13 Tagen verbraucht waren, gab ich zwei Fuder Esparsette, und doch fehlten nach der Esparsettefütterung den zweiten Tag 11 Maß Milch *). Daß Kartoffeln und Pastinaken durchaus gut und accurat bearbeitet werden müssen, versteht sich wohl von selbst. Zwischen grün abgefüttertcm Roggen und Klee füllt dies Futter die Lücke aus.
Calbe a. d. S. 1846.
_____________ K. Ob.
Vollständige tragbare Küche für grosse und kleine Haushaltungen.
Heber diese neue Erfindung des Herrn Joseph
*) Eine Beobachtung, die um so wichtiger ist und für den Futterwerth der Pastinaken um so mehr spricht, als die Esparsette einen weit größern Futterwerth hat, als alle andere Kleearten und Wurzelgewächse.
D. R.
Darcbny in Wien berichtet Andrv's Neue ökonomische Zeitschrift Folgendes: Dieser vorzügliche Apparat hat bereits die volle Anerkennung des Publikums gefunden. Die vollständige Küche für zwei bis zwölf und mehr Personen nimmt einen Raum von 15 Zoll ein, wozu jeder Tisch, Stuhl, jede Bank, überhaupt jeder Winkel des Zimmers oder Hauses geeignet ist. Auf demselben Apparate kann für eine Person ebenso wie für mehre gekocht und eine solide Mahlzeit von Snppe, Rindfleisch nebst andern Nebengerichten, dann Braten, bereitet werden. Das Kochen verrichtet ganz allein ein Sndbad bei so geringem Aufwand von Brennstoff, daß sich die Kosten für eine ganze Mahlzeit nur aus 3 Kr. W.-W. belaufen. Das Kochen in diesem Apparate hat die besonder?. Bortheile, daß dasselbe gleichmäßig vor sich gebt, die nährenden Substanzen nicht verdunsten, die ausziehbaren Stoffe im Fleische und in der Fleischbrühe vereinigt bleiben und die Speisen einen ausgezeichneten Geschmack und Wohlgeruch behalten. Dieser Apparat eignet sich wegen seines geringen Umfanges, seiner Reinlichkeit, Eleganz, leichten Handhabung und bequemen Verpackung sowohl für kleine als große Haushaltungen. Er besteht in einer größeren oder kleinern ovalen Blechbüchse, mit einem Feuerrohre versehen, in welchem Holzkohlen brennen und das im Gefäß befindliche Wasser zum Kochen bringt. Eine zweite runde Büchs.', mit Fleisch u. s. w. angefüllt, wird in das große Gefäß ins Wasser gestellt; auf demselben ruht wieder ein ovales Blechgefäß für das zu kochende Gemüse. Reben dem Feuerrohr ist endlich ein drittes Geräth, in welchem gebraten oder geback.m wird, so daß man also zu gleicher Zeit und mit demselben Feuer eine Mahlzeit von Suppe, Fleisch, Gemüse, Braten oder eine Mehlspeise bereiten kann. Der Preis eines solchen Kochapparats ist je nach der Größe 8—20 Fl. Conv.-M.
Druck und Verlag der G. D. Brühl'jchen Buch- und Steindrucker« in Gießen.


