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Die Zollbchandütng von Wollenwaaxen, Schwefel und Salpetersäure in Belgien.

Unter Bezugnahme auf die in Nr. 30 dieses Änzei'geblattes vom vorigen Jahr unten» 8. April 1845 erschienene, den mit Belgien abgeschlossenen Handels« und Schifffahrts-Vertrag betreffenden Bekanntmachung wird das bandel- und gewerbtreibende Publikum andurch weiter benachrichtiget, daß dermalen auch wollene Zeuge und Strnrnpfwaaren, sowie Schwefel- und Salpetersäure, wenn sie aus dem Zollverein nach Belgien versendet werden, mit einem Ursprungszeugnisse versehen scy» müssen, um dort der Erhebung eines Zuschlagzollcs nicht zu unterliegen.

Gießen den 7. Februar 1846.

Der Großh. Hess. Kreisrath des Kreises Gießen. Prinz.

224 Die dreihnndertjährige Gedächtnißseier Dr. Autors betreffend.

Am 18. d. M. sind es 300 Jahre, daß der große Reformator Dr. Luther sein thatenreiches Leben beschloß. Wie in unserm Großherzog- thume, ist in den meisten evangelischen Ländern auf den darauf folgen­den Sonntag eine kirchliche Gedachtnißfeier angeordnet; an vielen Orten aber sucht man auch dieser Feier durch besondere Denkmale eine bleibende Erinnerung zu geben.

In der hiesigen evangelischen Kirche sind zwar dem verdienstvollen Luther und dem glaubensrüstigen Landgrafen Philipp dem Großmüthigen in ihren Bildnissen schon Denkmale errichtet, aber vor denselben steht ein steinerner Altar, der jeder Bekleidnng, jeden Schmuckes entbehrt. Die einzige Altardecke, welche unsere Kirche besitzt und welche gewöhnlich bei der Abendmahlsfeier gebraucht wird, ist von einer frommen Frau im 17. Jahrhundert gestiftet worden, und nun schon über 200 Jahre im Gebrauche.

Luther hat dem Altar den Kelch wiedergegeben, sollte die Feier seines Todestages uns nicht erinnern, hier auch dafür zu sorgen, daß der Altar selbst anständig decorirt werde?

Dem frommen Sinne von Frauen und Jungfrauen dürste es wohl besonders entsprechen, auf diese Weise das Andenken Luthers zu ehren und ihre Liebe zu der evangelischen Kirche zu bethätigen.

Der Einsender dieser Andeutungen zweifelt nicht, daß, wenn Einige derselben sich vereinigten, um von ihren Mitchristinnen Beiträge zur An­schaffung eines Altartuchs, von Sammet mit goldnen oder silbernen Frangen, entgegenzunehmen, ihre Bemühungen von einem erwünschten Erfolge gekrönt und unsere Kirche bald mit einer Zierde versehen sein würde, deren Mangel jetzt jedem Eintretenden auffällt.