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st« verliehen; am 2t. wurde dem practischen Arzte vr. Friedrich Ludwig Christoph Pilger zu Friedberg der Cha- racter eines Hofraths ertheilt. . - .

XV r. Versetzungen in den Ruhestand. In den Ruhestand sind versetzt worden: am 14. Juli der Damm­wärter Adam Drott zu Wallerstädten; am 21. der Ober­steuerbote Georg Bork zu Landenhausen.

XVn Concurrenz-Eroffnungen. Erledigt sind: die katholische Pfarrstelle zu Fürfeld, im Kreise Bingen, mit einem jährlichen Ertrage von 600 Gulden; die katholische Pfarrstelle zu Erbach, im Landrathsbezirke Erbach, mit einem jährlichen Ertrage von 691 Gulden; die katholische Pfarr­stelle zu Dalsheim, im Kreise Worms, mit einem jährlichen Ertrage von 590 Gulden; die katholische Pfarrstelle zu Off­stein, im Kreise WormS, mit einem jährlichen Einkommen von 863 Gulden; die katholische Pfarrstelle zu Lörzweiler, im Landkreise Mainz, mit einem jährlichen Ertrage von 1100

Gulden, woraus jedoch die Verbindlichkeit zu einer jährlichen Abgabe von 150 Gulden an den refignirten Pfarrer Dehost haftet; die evangelische Tchullercrstelle zu Betzenrod, im Kreise Nidda, mit einem jährlichen Gehalte von 222 Gulden ; die katholische Pfairstelle zu Dietersheim, tm Kreise Dingen, mit einem jährlichen Gehalte von 800 Gulden.

XVni Sterbfälle. Gestorben sind: am 8. Marz der pensionirtc Schullehrer Georg Schäfer zu Bleidenrod, im Kreise Alsfeld; am 29. Mai der pensionirte Hauptmann Neeb zu Babenhausen; am 21. Juni der pensionirte Stadt- schullehrer Johann Georg Simmermacher zu Darmstadt; am 12 Juli der evangelische Pfarrer Friedrich Bindcwald zu Freiensteinau, im Landrathsbezirke Lauterbach; am 17. der katholische Pfarrer Johann Baptist Dannnfald zu Offstein, im Kreise WormS; am 22. der pensionirte Phpsi- eats-Chirurg Wehrwein zu Burggcmünden, im Kreise Alsfeld.

Zu Nr. K. G. 10860. Gießen am 2. September 1846.

Betreffend: Die Vertilgung der Raupe des

Frostnachtschmetterlings.

Der Großherzoglich Hessische

Kreisrath des Kreises Gießen

an

sämmtliche Gr. Bürgermeister des Kreises.

Im vorigen Jahre sind, wie bekannt, in vielen Gemarkungen die Obstbäume von der Raupe des sog. Frostnachtschmetterlings beschädigt und ist dadurch zum Theil der Obstertrag vernichtet oder beeinträchtigt worden. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß auch für nächstes Jahr dergleichen Verheerungen zu befürchten sind, weshalb ich mich veranlaßt finde, mit Bezug auf mein im Anzeigeblatt vom 30. September 1843 .46 39. erschienenes Ansschreiben vom 25. September 1843 und unter Hinweisung auf einen in der land- wirthschastlichen Zeitschrift Nr. 28. von 1845 enthaltenen, sehr bemerkcnswerthen, Aussatz über den Schutz der Obstbäume gegen die Raupe des Frostnachtschmetterlings, Sie aufzufordern,, fetzt alsbald die empfohlenen Mittel bei den Gemeindeobstbäumen, bei welchen bisher schon im Raupenfraß zeitweise wahrgenommen wurde, in Anwendung zu bringen und durch Ihr Beispiel und durch geeignete Belehrungen dahin zu wirken, daß die Vorsichtsmaßregeln auch bei den Privat-Grundbesitzern Nachahmung finden.

Ich wiederhole hier dasjenige, was bezüglich des zu beobachtenden Verfahrens angerathen worden ist, mit dem Bemerken, daß dieses Verfahren sich au allen Orten, wo es richtig angewendet wurde, als erfolg­reich bewährt hat. ,

Da das Weibchen des Frostnachtschmetterlings seine Eier in die Tragknospen legt, dahin aber bei dem Mangel eigentlicher Flügel nur durch Hinauskricchen an dem Stamm gelangen kann, so sichert man die Bäume gegen diesen Feind am besten dadurch, daß man einen mit klebrigen Stoffen überzogenen Gürtel von starkem Papier um den Baum legt, wobei man jedoch sorgfältig darauf achten muß, daß zwischen der Rinde und diesem Gürtel kein freier Raum bleibt, indem sonst der Schmetterling unter demselben hindurch kriecht. Man schneidet das Papier in 5" breite Streifen, die man mit Bindfaden oder Bast, etwa nach gehöriger Reinigung der Rinde, festbindet. Hierauf wird der klebrige Stoff aufgetragen.

Man hat sich verschiedener Stoffe, wie des TheerS, Vogelleims rc. bedient, diese bedürfen jedoch eines öfteren Anstrichs. Am haltbarsten hat sich eine Mischung von 1 K Colophonium, 12 Loth Terpentin und 24 Loth Brenn- oder Leinöl, die zusammen gekocht werden, bewährt. Anderwärts wird eine Mischung von 1 A Faß- oder Gießpech und */2 £* dickem Terpentin, wozu man, nachdem man beides in einem Topf über gelindem Kohlenfeuer flüßig gemacht hat, 1 8 dickes Oel gießt, empfohlen. Diese Quantität reicht für 80100 Bäume hin und wird nur alle 8 Tage aufgctragen.

Uebrigens ist obige Mischung für manche Gartenbesitzer zu kostspielig und erfordert eine warme Auf­tragung, deshalb ist auch bloßer Schiffstheer mit einem geringen Zusatz von, Leinöl und pulverisirtem ge­trocknetem Lehm mit gutem Erfolge verwendet worden. Die Kosten werden hier auf 1 % fr. für den Baum berechnet. >