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Diese stimmte der Ansicht des Ausschusses bei, daß dem Anträge keine Folge zu geben sei. Die Gründe der Ablehnung waren hauptsächlich, von andern nicht unbedeutenden Schwierigkeiten abgesehen, raß ein solcher Verein zu heterogen mit dem Vereine zur Unterstützung und Beaufsichtigung der aus Strafanstalten Entlassenen sei, um ihn damit zu vereinen; dann aber die Statuten deö bestehenden Vereins eine wesentliche Veränderung erleiden müßten; drittens, daß der Verein noch von zu kurzer Dauer sei und erst dessen nachhaltigeres Gedeihen abgewartet werden müsse; endlich viertens, Naß zu der Errichtung des beantragten neuen Vereines manche nut bedeutenden Kosten verbundene Einrichtungen zu treffen seien, wozu die dermaligen Kräfte des Vereins nicht hinrcichten, und cs immer sehr problematisch wäre, die dazu erforderlichen Mittel zu erlangen. — Ein Antrag des Vereinsmitgliedes Hrn. Obcrgcrichtspräsidcitteu Pitschaft: „die Bczirkseommiffionen zu ermächtigen, in dringenden Fällen Unterstützungen unmittelbar bis zum Betrage vou 5 fl zu bewilligen und ihnen zu diesem Bchufc einen Fonds zur Disposition zu stellen, welche Unterstützungen sie aber bei der Centralbehörde demnächst zu rechtfertigen hätten" wurde angenommen und beschlossen, ihn nach Anhörung des Ausschusses
Besondere Bekanntmachungen.
2125) Alle Diejenigen, welche Forderungen an den Nachlaß des verstorbenen Schreiuermeisters Johann Conrad Leng von hier zu bilcen haben, werden aufgefordert, dieselben so gewiß binnen 4 Wochen dahier anzuzeigen, als sie sonst bei der Vertheüuug des Nachlasses unberücksichtigt bleiben.
Gießen den 9. Dccember 1844.
Großh. Hess. Stadtgericht das. M ü tl e r.
2113) Zur Anfertigung der Hundestenerliste pro 1845 wird das Ab- und Zuschreiben der Hunde innerhalb 8 Tagen für Diejenigen in Erinnerung gebracht, welche entweder solche in der Liste auszustreichen oder neu in Zugang zu bringen haben.
Diejenigen, welche ihre neu angeschafften Hunde nicht anzeigen, haben es sich selbst zuzuschreiben, wenn sie bei den demnächstigen Visitationen in die gesetzliche Straie verfallen.
Gießen den 13. Dccember. 1844.
Die Gr. Hess. Bürgermeisterei das. Gg. Reiber.
2145) Die Lehrmeister und Pflegeeltern von Waisen werden an die Einlieferung der Quittungen über Lehr- und Pflegegelder vom ganzen ersten halben Jahre 1844 erinnert.
Gießen den 10. Dezember 1844.
Der Gr. Hess. Bürgermeister G g. Reibe r.
als rein reglementäre Verfügung der Centrälbehörde gleich ins Leben treten zu lassen. — Einem weiteren Anträge desselben Mitgliedes: „die Hülfe des Vereins nötbigenfalls auch schon früher (vor dessen Bestehen) entlassenen Sträflingen angedeihen zu lassen" ebenso „solchen Sträflingen, welche sich nicht gleich bei der Entlassung aus der Strafanstalt, sondern erst später bei dem Vereine zur Uuterstützung gemeldet" wurde ebenfalls beigestimmt und beschlossen, ihn dem Ausschüsse zur Begutachtung und dann nächster Generalversammlung zur Berathung und Bcschlußnahmc vorzulegen. — So endete denn auch diese Generalversammlung, die erfreulichsten Früchte bietend von dem Wirken eines Vereins, über dessen Heilsamkeit und großen Nutzen kein Zweifel mehr sein kann. Wie segensreich für die menschliche Gesellschaft muß nicht allein dieses mit der größten Humanität verbundene strenge Ueberwachen der entlassenen Sträflinge sein, so wie die interessanten statistischen Notizen, die der Verein über ihr ferneres Leben sammelt. — Möge er darum immer größere Theflnahme finden! Wir stiin- men darin ganz mit den Ansichten überein, welche ein achtbares Mitglied des Vereins Dr. P. in Nr. 317 der Mainzer Unterhaltungsblätter ausspricht, woraus wir hiermit schließlich noch aufmerksam machen.
Versteigerungen.
2146) Die für das Jahr 1845 vorkommende Laterneuarbeiten, als Zimmer-, Maurer-, Schlosser-, Spengler-, Glaser-, Weißbinder-, Schreiner-, Wagner- und Seilerarbeiten, sowie die Lieferung des Wergs sollen
Donnerstag den 19. d. M., Morgens 9 Uhr,
auf hiesigem Rathhause au die Wenigstfordernden versteigert werden.
Gießen den 13. December 1844.
Der Gr. Hess. Bürgermeister Gg. Reiber.
2088) Versteigerung der Zimmerarbeit zur Erbauung einer Brücke über die Eder bei Herzhausen, Kreises Böhl.
Die bei Erbauung der Ederbrücke bei Hcrz- hausen, Kreises Vöhl, nöthige Zimmerarbeit, veranschlagt zu 908 fl. soll
Mittwoch den 18. Dccember d. I., Vormittags 10 Uhr,
auf der Brückenbaustelle öffentlich an den Wenigst- forderndcn versteigert werden. Zur Notiz der Steiglustigen wird bemerkt, daß dem Uebernehmer sämmttiches Holz geliefert wird.


