Ausgabe 
18.12.1844
 
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für die Stadt und -en Kreis Gießen.

101. Mittwoch -en 18. December 18ÄÄ:.

Bekanntmachung.

* Dritte Generalversammlung -cs Vereins zur Untrrftüt^ung un- Örauf- ficl)tigiing -er aus -en L>rofch. Hess, jlan-cs- und provinzial-Slrasanstalten Entlassenen, zu Mainz, am 11. November 1844.

(Zu vgl. Nr. 82 u. 83. der Gr. Hess. Zeitung von 1842 und Nr. 314 von 1843.)

Zweck und nähere Bestimmungen der Statuten dieses höchst gemeinnützigen Vereines theilten die Blät­ter vom 23. u. 24. März 1842, gelegentlich des Berichtes über die erste Generalversammlung desselben, welche am 14. März jenes Jahres zu Darmstadt stattfand, mit, so wie sie unterin 12. Nov 1843 über die am 21. Oct v. I. zu Gießen stattgehabte zweite Generalversammlung und das gedeihliche Wirken des Vereines, wofür nun schon sehr erfreuliche Belege vorlagen, ausführlich berich­teten. Es liegt uns jetzt ob, auch der dritten Generalversammlung näher zu erwähnen, welche, den Statuten gemäß, die jährlichen Wechsel der Ver­sammlung nach den drei Provinzen des Landes vor­schreiben , dieses Jahr in Rheinhessen, und zwar am 11. Rovbr. zu Mainz stattfand. Die Resultate sind auch diesmal sebr segensreiche und erfreuliche. Der Präsident des Vereins, Großh. Geheimerath v. Ku­der, eröffnete, den erlassenen Bekanntmachungen ge­mäß, Vormittags um 10 Uhr die Versammlung im Regierungsgebäude, wo sich Mitglieder des Vereins aus Mainz und andern Orten der Provinz eingefun­den hatten. Der von der Centralbehörde erstattete Rechenschaftsbericht über die Wirksamkeit des Vereins im Jahre 1843 wurde verlesen. Die geprüfte und abgeschlossene Vereinskasse-Rechnung g. I. zeigt eine Einnahme von 3371 fl. 13% kr, nämlich: Kasscvorrath von 1842 1712*fl. % kr., aus milden Staatsfonds (der Hälfte der deßfallsigen Dividende der Münchner - Achner Feuerversicherungsgescllschaft) 1500 ft., Beiträge der Vereinsmitglieder 1676 ft. 25 kr. (aus Starkenburg 833 fl 7, Oberhessen 442 fl. 26, Rheinhessen 400 fl. 52 fr.), besondere Gaben 172 fl. 36, wieder eingezogene Unterstützun­gen 310 fl. 14 kr. Die Ausgabe 4641 ft. 39%. kr. und zwar: Unterstützungen 3980 fl. 18 kr. (221 fl. 41 weiter an 13 Pfleglinge die 1842 und

3712 fl. 35 kr. an 204, die 1843 eingetreten); Verwaltungskosten (Burcaukosten 477 fl. 19, Hono­rar des Rechners 75 fl., Hebgebühren 54 fl. 12%) 606 fl. 31%, uneinbringliche Beiträge 54 fl. 50 kr. Einnahme und Ausgabe verglichen verbleiben Kasse­vorrath für 1844: 729 st. 35% kr. Unter den besonderen Gaben sind rühmlichst und dankbar zu erwähnen 100 fl , welche Hr. Obergerichtsschreiber Justizrath Germershauscn zu Mainz, und 25 fl., welche Hr. HofgerichtSrath Dr. Nöllner zu Gießen als erübrigtes Honorar für literarische Arbeiten dem Vereine spendeten. Eine specielle tabella­rische Uebcrsicht wies nach, wie die 1842 aus­genommenen 45 Vereinspfleglinge sich bis Ende 1843 aufgeführt haben und wie solche theilweise weiter in diesem Jahre und im Jahr 1844 nach Bedürfniß und Würdigkeit u n t e r st ü tz t wurden. Es sind hier­nach von den 33 Pfleglingen, welche sich nach dem Rechenschaftsberichte von 1842 nach verbüßter Strafe und verabreichten Unterstützungen gut betrugen (s. S. 1555 der Großh. Hess. Zeitung von 1843), 26 fort­hin auf gutem Wege geblieben, 7 leiser aber wieder abgcfallen; dagegen haben sich 5 von dem Reste der 45, der schlecht bezeichnet gewesen, merklich gebessert. Zwei von den schlecht gebliebenen oder rückfällig ge­wordenen sind gestorben. Von den im Jahre 1843 nen eingctrctcnen 258 Vereinspfleglingen, 237 männ­lichen und 21 weiblichen Geschlechts, über deren Ver­brechen, Strafen, Unterstützung durch den Verein, Aufführung :c., eine weitere Uebersichtötabelle specielle Auskunft gibt, sind 20 im Lebensalter unter 20 Jah­ren, 77 von 20, 82 von 30, 43 von 40, 26 von 50, 9 von 60 und 1 von 70 Jahren und darüber. Hiervon sind 7 gestorben und 2 ausge­wandert; 178 haben bis jetzt auf rechter Bahn ver­harrt, 70 sind bisher unverbesserlich geblieben und 1 hat sich wieder aus bessere Seite gewandt *). Im Jahre 1844 wurden bis zur Zeit der Generalver­sammlung , an 7 Pfleglinge von 1842 mit 142 fl. lind an 39 von 1843 mit 627 fl. 39 fr. weitere oder erste Unterstützungen, als deren würdig oder bei ihnen wohl angcwcudet, verabreicht; auch bereits

*) Nach diesen Angaben sind also die zum Theil gänzlich falschen Angaben zu berichtigen, welche auswärtige Blätter über die Wirksamkeit des Vereins brachten.