Ausgabe 
11.7.1840
 
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verstorbene» Großvater, dem Soldaten Herbert, ererbt haben, kann dieß aber nicht Nachweisen, es werden vaher alle, welche an das erwähnte Grundstück Ansprüche bilden zu können glauben, namentlich aber die etwaigen Erben der beiden Söhne des Soldaten Herbert, nämlich des in Otzberg verstorbenen Invaliden Herbert und des im Jahre 1812 in Rußland gebliebenen Corpo, ralS Herbert, hiermit aufgcfordert, ihre Ansprüche sogewiß binnen 2 Monaten dakier geltend zu machen, als sonst das fragliche Grundstück als freies Eigenthum des Philipp Melchior Herbert betrachtet werden wird.

Gießen den 3. Juli 1840.

Großh. Hess. Stadtgericht. Müller. Haber körn.

Besondere Bekanntmachungen.

895) Bekanntmachung

wegen der Steuersetzung zu Gießen, für das Jahr 1841.

Mit dem 13. d. M. beginnt die Regulirung der Personal- und Gewcrbsteuer-Capitalicn für das nächstfolgende Jahr.

Es wird daher Jedermann höflichst ersucht, den Evperten, welche von Großh. Hochpreißlicher Ober-Finanz-Kammer bestellt worden sind, die einzelnen Wohnungen in Augenschein zu nehmen und die Ausscheidung des bei der Besteuerung in Betracht kommenden Locals zu bewirken, bei die­sem Geschäfte, wo thunlich, kein Hinderniß in den Weg zu legen.

Um Irrungen »nd Prägravationen möglichst zu verhüten, wollen Diejenigen, bei welchen seit dem Monat Juli vorigen Jahres bis daher eine Veränderung oder eine Einschränkung des Wohn­oder Gewerbloeals eingetreten ist, mir davon in Kurzem schriftliche oder mündliche Nachricht er» theilen.

Wer mit dem nächsten Jahre ein steuerbares Gewerbe anfangen, oder das bisher betriebene Geschäft niederlegen, oder zu einem höher oder niedriger besteuerten Gewerbe übergehen will, wird aufgefordert, Ließ längstens vor Ablauf des Monats August zu meiner Kenntniß zu bringen, Gießen den 1. Juli 1840.

Schüler,

Großh. Steuer-Commissär.

857) Aufforderung an die Schuld­ner der Gießener Pfandanftalt.

Die Schuldner der hiesigen Pfand- und Leih- anstalr, deren Pfänder in den Monaten Februar,

März, April, Mak und Juni 1840 verfalle» sind, werden aufgefordert, dieselben bis zum 20. Juli einzulösen oder zu prolongiren, als sonst deren Versteigerung am 17. August d. I. stattfinden soll. Gießen den 30. Juni 1840.

Die Großh. Pfandhausverwaltung, Bieler. Pfeil.

Versteigerungen.

910) Die Lieferung des für das Bezirksge- fängniß pro 184</41 benöthigten Holzes und Stro­hes, sowie des Brodes und warmen Essens für die Schüblinge und die auf Verfügung Großh. Kreisraths, Stadt- und Landgerichts dahier in» haftirten Personen, soll

Mittwoch den 22. Juli l. I., Vormittags 9 Uhr, auf dem Großh. Polizeibüreau dahier, an den Wenigstnehmenden versteigert werden.

Gießen den 9. Juli 1840.

Der Großh. Hess. Kreisrath. Knorr.

688) Tas von Zangen'sche Hofgut Hei- bertshauseu soll erbtheilungshalber

Mittwoch, den 15ten Juli d. I., Vormittags 11 Uhr, auf dahiesigem Rathhaus öffentlich meist­bietend versteigert werden. Das bezeichnete Gut bildet eine eigene Gemarkung, liegt eine Stunde von Gießen entfernt, ohnfern der Landstraße ge­legen und besteht aus 4 Morgen Gärten, 167 Morgen Ackerland, 55 Morgen Wiesen und 84 Morgen Wald. Die Gebäude, Wohnhaus, zwei Scheunen, Brennhaus, Schaafstall, Kuhstall, Pferdestall, zwei Holzremisen und Schweineställe umschließen einen ziemlich großen, viereckten Hof; der Wald ist theils Hochwald, theils Niederwald, und das Ackerland, sowie die Wiesen sind in sehr gutem Zustand.

Die Verkaussbedingungen werden im Ver­steigerungstermin bekannt gemacht, solche können jedoch auch schon vorher von dem unterzeichnete» Gerichte und von Herrn Hofgerichts-Seeretariats- Accessist von Zangen dahier mitgctheilt werden, und der Forstschütz Füsser zu Daubringen ist an­gewiesen worden, jedem Kauflustigen die zu dem oben bezeichneten Gute gehörigen Grundstücke und den Wald zu zeigen.

Gießen den 21ten Mai 1840.

Er. Hess. Landgericht das. P l o ch.