Ausgabe 
27.7.1799
 
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Geht die Sonne aber mit Regen unter: so wird eher Wind als Regen folgen.

17. Wenn es scheint, als wenn die Wolken gegen die untergehende Sonne hingerissen würden: so giebt es Regen und Ungewitter.

ig. Wenn die Wolken gleichsam auf der Sonne zu liegen scheinen; als wenn sie eine Finsternis wachen wollten; ohne daß sie nur die Sonne zu umgehen schei­nen: so machen sie Winde, welche beson­dere von der Seite entstehen, wo sich die Wolken, vermuthlich gegen die Sonne neu gen, oder so zu sagen aufliegen. Ge­schieht dieses gegen die Mittagsseite der Sonne: so erwartet man Wmbe und Re-, gen.

A. d. H. Der Grund von allen diesen Beobachtungen liegt in der Beschaffenheit des Dunstkreises unserer Erde, in welchem sich die Lichtstrahlen der Sonne brechen. Freilich kommt viel auf die Iahrezeit an, in welcher man diese Beobachtungen macht. Auch die rothscheinenden Wolken, die öf- rers erscheinen, entstehen von der Brechung der Lichtstrahlen in dichten Wolken, und sind ganz natürliche Erscheinungen, die im geringsten nicht Blutvergiesen , Krieg oder Sterben anzeigen, wie der dumme Aberglaube, der nichts von der Entstehung der Farben, und der verschiedenen Bre­chung der Lichtstrahlen versteht, glaubt.)

19. AufFinsternisse folget selten Re­gen. Auf Sonnenfinsternisse hat man ge­meiniglich angenehme Witterung, hinge­gen auf die Mondöfinsterniffe pflegen fast allezeit Winde einzutreffen.

A. d. H. Alle Finsternisse gehen so na­türlich zu, daß man sie auf ein ganzes Jahrhundert vorher ausrechnen, und auf eine Minute zum voraus gewiß bestimmen kann. Die Verfinsterungen felbsten ha­ben keinen so starken Einfluß auf die Wit* lerung und ihre Abänderungen. Bei Mondsfinsternissen kommtö darauf an, ob

sie bei des Monds Erdferne, oder Erd­nähe, erfolgen, denn von diesen hangen die meisten Veränderungen im Wetter ab. Es ist eben so unvernünftig, wenn man auch noch heutzutage, sagt, es fiele, wäh­rend einer Sonnenfinsternis, Gift aus der Luft, und deswegen die Brunnen zudeckt, ja das Vieh nicht auf die Weide treibt, es ist, sage ich, dieser Aberglaube eben so dumm, wie die Meinung einiger heidni­schen wilden Nationen, die da glauben, es seye der Mond , währender Verfinsterung, unter den Klauen eines feindseligen Dra­chens, und die da glauben, durch ein an- gestelltes Zetergeschrei, ihren lieben Mond wieder aus des Drachen Pfoten zu befreyen. Wird denn die Sonne nicht öfters durch Wolken und Dünste unfern Augen entzo­gen, und besorgt man , während ihrer Ver­bergung, herabfallenbes Gift in der Luft?

Der Verfolg künftig.

Bekanntmachung von verschiedene» Sachen.

1) Nachdeme anderweitiger Termin zum Verstrich der dem Burger und Rie- senwirth, Friederich Borngesser, zugehö­rigen Grundstücken, als

1) das Wirthshaus zum Riefen, mit der dazu gehörigen Scheuer, Stallung und Hausgarten,

2) das daran stehende ehemalige Schel- lische Haus,

3} 1/2 Morgen Garten auf dem Sel- zersberg , neben Hrn. D. Hasten Erben und G^ora Peter Stoßen Wittwe,

4) 1/4 Morq. 18 Rut. Acker in den Rö­dern, neben Bernhard Oßwald und Mez- ger Ma-'comesius, mit Wicken befaamt, 5) 2/4 Mora tg Rut. Acker und 1/4 M. 12 Rut. Wiese daran, neben Daniel Blank und dem Leihgesterner Weg, mit Gersten befaamt,

6) iMorg. 24 Rut. 12 Sch. Acker am Erde-