Ausgabe 
24.8.1799
 
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ES sind schon fo viele Unglücksfälle durch unvorsichtiges Tabaksrauchen gesche­hen , daß zu wünschen wäre, niemand möchte einen Bedienten, Kutscher oder Knecht in seinen Dienst nehmen, der Ta« bak zu rauchen pflegte. Dadurch würde gewiß die so sehr emgerissene übte Ge­wohnheit des Tabakrauchens merklich ab: nehmen, und dadurch manches Unglück verhütet werden.

Unglück durch Rinderspiele.

Von Röderr, unweit Singhofen, wurde vor einiger Zeit in Zeitungen folgende trau­rige Begebenheit eingerückt.

In unfern Gegenden herrschen schon seit langer Zeit zwischen den Knaben be> ständige Kriegsspiele, wobei es schon oft blutige Köpft setzte, am i8. Febr. 1796. aber sich ein Unglück zutrug , welches zur Warnung des ganzen PublicumS bekannt gewacht zu werden verdiente

Die Knaben zu Rödert und zu Bet­tendorf, welche sich feit einigen Wochen beständig und oft blutrünstig herumschlu- gen , trotz dem Verbot ihrer Eitern und Vorgesetzten, versammelten sich an ge­nanntem Tage an den beiden Ufern dcS kleinen Flüßchens Wisper, wo sie bestän­dig auf einander schimpften, und mit Steinen warfen. An der Brücke, wo Die Mühlbach in Die Wisper fallt, hatten sie ordentliche Posten ausgestellt, und wur­den auf dieser Brücke, als Die eine Parthie herüber wollte , handgemein. Das Ge­dränge aber ward nun hier so groß, daß das Brückengeländer ausbrach, wodurch etliche 20 dieser unglücklichen Kinder her­abfielen, wovon wirklich 7 ertranken, und die übrigen so beschädigt wurden , daß sie, von denen noch 2 nachher gestorben, in hen Händen des Wundarztes sind

Möchte doch Diele unglückliche Bege­benheit alle Eltern und Vorgesetzte auffor- dern, diesen unseligen Kriegsspielen zu

steuern, und wenn Güte nichts hilft, mit äusserster Strenge dagegen zu verfahren!

Warnung, mit unbekannten Personen ür einem Zimmer zu logiren.

Folgende schreckliche Geschichte ereig­nete sich im April 1796 in einem Wirths- hause zu Rotterdam. Ein Genfer Uhren- handler war in Gesellschaft eines Franzö­sischen Wundarztes in einem dasigen Wirlhshause eingekehrt, und hatte mit diesem eine gemeinschaftliche Stube ange­wiesen bekommen. Der EhirurguS, wel­cher schon den Plan zu feiner schwarzen That im Kopfe haben mochte, suchte die sichere Ausführung derselben dadurch vor- zubereiten, daß er sich ein Nachtlicht ge­ben ließ, und dem Wirth babci zu erken­nen gab, man möge sich im Hause ja nicht irre machen lassen, wenn etwa des

ein starkes Geräusch entstehen sollte; er sey stark mit Krampfen behaftet, und werde oft so sehr davon überfallen, daß er aus dem Bette springe, vor Schmerz scvreie, und wehklagend zur Erde falle. Nachdem nun alles zur Ruhe war, steckte der Fcanzose Dem schlafenden Kaufmann einen Strumpf in den Mund, stach ihm die H^rzader ab , und ließ den Sterbenden über einem in der Stube befindlichen Koh-- ieneimer verbluten. Hierauf schnitt er Dem Ermordeten die Beine ab, und legte Den ganzen Leichnam in des Fremden Kof­fer. De« Morgens machte er Lärmen, bis Der Wirth erschien , dem der Mörder Dann ankündigte, daß er von Dem Kauf­mann bestohlen, und Dieser nun flüchtig geworden sey Er habe Die ganze Nach 5 mit ihm gekämpft, sey aber endlich durch einen in die Seite erbahen?n Stich ( Den er sich aber selbst beiaebracht hatte, ) be­täubt worden, und verlange nun einen Wundarzt, um ihn zu verb'nden.

Der Wundarzt erschien, bemerkte aber mehr Blut unter dem Koffer, als von Der

Wunde