Ausgabe 
16.11.1799
 
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der amtliche Te<rt von dem seit dem arsten Octob. zwischen dem Fürsten Suworow und einigen Oesterreichischen Feldherren mit dem Franzos. Obergeneral Maffena verhan­delten Waffenstillstands nicht bekannt. Aber mehrere Privatberichte aus Schwaben vom 26sten und27ten Oct. sprechenmit Ge- wißhkit davon, und neuere Maaeregeln, in Absicht der bereits begonnenen Bezie­hung der beyderseitigen Winterquartiere, sind als unbezweifelte Bestätigung der hier eintrekenden Waffenruhe anzusehen. Laut diesen Prioatberichten ist der Hauptinhalt der Convention folgender: i) Dieser Ver­trag ist auf eine unbestimmte Zeit abge- schloffen. 2) Zwischen den beyderseitigen Armeen an den Schweizer und Deutschen Gcanzen ist eine Demarkationslinie vest- gesetzt. 3) Vermöge Vieser Demarkations­linie ziehen die Russen unter Suworow bis an die Donau, so auch die Oesterreicher bis auf gewisse noch nicht bekannte Puncie zur rück 4) Die Franzosen räumen das ganze Schweizer Gebiet. 5) Die ganze Schweiz wirdals neutraler Staat von beyden Mach­ten respectirt u. f. w."

Aucb eine Antwort auf die Frage: Ist da» Jahr 1800. das lezre im 1 Stert, oder das erste im i9ten Iahrhun- dert?

Einer meiner Freunde, eine gute ehr­liche Seele, der aber wvl manchmal bei "feiner großen Lebhaftigkeit etwas unüber­legtes behauptet, bestand auch vor einiger -Zeit hartnäckig darauf, daß mit demIahr siebzehn hundert und neun und neunzig ?das achtzehnte Jahrhundert beschlossen iväre; das Jahr 1800 gehörte schon zum folgenden Seculo. Wie kann doch, ant- «ortete ich ihm, das acbtzehenhunderte ^Jahr zum neunzehnten Jahrhunderte ge­hören ? Doch auch dies verschlug ihm nichts.

Er redete ein langes und breiteel, was ich an meinem Theile wieder nicht begreifen konnte, ich glaube gar, ww oie Jahrhun­derte in der Kirchenhistorie immer mit dem 99ten abschlöffen ( denn mein Freund ist Theolog), u. bergi. Es fügte sich, daß ich ihm eben von einem Capital von 300 Rihlr. für seine Kirche einen Termin mit ivo Rthkr. auezuzahlen hatte. Ich zählte ihm 99Rth!r auf den Tisch und da er noch den looten forderte, so gab ich ihm zu bedenken , daß er erst im 2ten Termin bezahlt werden könnte, weil er nicht zum ersten, sondern zum 2ten hundert gehören müsse. Dies schien mein guter Pfarrer zu begreifen, und nun gab er zu, daß erst daS Jahr iSoo, das achtzehnte Jahrhun­dert voll mache, Denn er sähe ein, daß beim Sten Termin der Hunderte Thaler zum 4ten hundert gehöre, und er, oder seine Kirche, ihn verliehren müsse, weil sie kein 4tes hundert zu fordern hatte.

, Ich und mein Freund, lachten beide über diese seine kleine Verirrung ; ober daS glaubten wir nicht, daß so viele Menschen, als ich nachher bemerkt habe, in edel» die­sen Jrrthum fallen wurden. Man las in den Zeitungen , daß man in England Wet­ten über diese Frage angestellt hätte, (wor­auf wettet doch der Br,tte nicht?) und was noch arger ist, daß die sachverständigen (oder sachunverständigen) Schiedsrichter, worauf die Partheien cvmpromitlirt hät­ten , zum Besten derjenigen enkschüdenhät" t?n, die das arme i8leJahrhundert um- ein ganzes Jahr, oder um eins im hun­dert betrieben wollten.

Das geschähe in dem erleuchteten Lon­don l Aber vielleicht kommt dergleichen über. Haupt nur in großen Hauptstädten so stark zur Sprache; vielleicht, weil wo die meisten Menschen sind, auch die meisten Jrrthumer, so wie die meisten Wahrhei­ten zu Tage gefördert werden.

Die