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Eigenschaften der Himmelskörper und ih­ren Einfluß auf unsere Erde viel zuwenig, als daß wir daher Regeln für die Witte­rung hecnehmen könnten» So viel weiß ein jeder, daß »sonne, Mond und Sterne ihren gewissen Lauf, Jahr aus Jahr ein, behalten. Nichte destoweniger aber ist die Witterung, in dem einen Jahr ganz an­ders , wie in dem andern. Das Gestirn kann also nicht schuld daran styn: sonst hatten wir alle Jahre einerlei Wetter! Bes­ser wäre es, wenn man mit mehr Genau­igkeit auf das merken wollte, was auf un­serer Erve geschieht; zu welcher Zeit ein Baum, oder Staude seine Knospen treibt, und Blätter bekommt, und dergleichen. Auf solche Art wird man an den Stauden, Bäumen, Gewachsen, Blattern, Blüthen, an den Thieren, Streichvögeln, und hun­dert andern Dingen, gar bald einen natür­lichen Wetterkalender finden, welcher zu­verlässiger ist, als alle astrologischen Muth- waffungen seyn können. Und eben hier­auf wendet man in unfern Zeiten den größten Fleiß. Wir wollen nur einige Egempel anführen, wie sich der gemeine Mann, schon hie und da, nicht nach den astrologischen Kalenderpropheten, oder nach dem Mondenlichte, sondern nach Anzeigen richtet. Der kluge Winzer hört auf, den Weinstock zu graben, sobald die Schnecken aus ihren Löchern herausstreichen, und an den Gewachsen hinaufkriechen. Der er­fahrne Bauer fängt im Frühjahr an zu pflü­gen , wenn er den Kranich in der Luft schreyen hört. Der vorsichtige Gärtner wagt eS nicht eher, seine fremden Ge­wachst an die freie Luft zu bringen, bis er an der Größe ber Maulbeerdlatter, oder anderer Gewächse findet, daß es genugsam warm sey.

Anmerkung deS Herausgebers.

So lautet der faßliche und schöne An­

fang, dm der Hessendarwstädtifche Land­

kalender, als Vorbericht zu den darin ge­gebenen allgemeinen WitterungSregeln, lie­fert. Es sey mir erlaubt noch einige Zu­sätze dazu zu machen. Völlig stimme ich dec Behauptung, von unserer geringen Kenntnis der, in so großen Abständen von uns entfernten Weltkörper bei. Wir sitzen, was die Kenntnisse der Himmelskörper be­trifft, noch auf den untersten Schul, und ABC Bänken, und werden, wenn wir dereinst weiter gerückt sind, auch an diesen Kenntnissen wachsen und zunehmen! Die Sonne, als den Mittelpunkt unserö Plar netensystems und den Mond, alsdenTra- bauten unserer Erde ausgenommen, kann ich von den übrigen Planeten und Fix­sternen gar keinen Einfluß auf unsere Erde und ihren Dunstkreis annehmen. Wir sehen sie durch so unermeßliche Weiten, und durch was, sollen sie auf unsere Erde und ihren Dunstkreis würken? und war. um ist der Einfluß der bonne, des Monds und der übrigen Sterne so unbedeutend auf die höchsten Berge unserer Erde? Ich glaube, willaber Niemanden meinen Glau. den aufdrinqen, daß die örtlich, Beschaf­fenheit der Länder, die Mischung der Erd- arten, die Verhältnisse der Gegenden ge. gen Walder, Gebirge, Seen, Thäier, Flüsse, Sümpfe, ihre mehrere oder gerin­gere Andauung, einen großen Bezug auf ihre abwechselnde Witterung haben."' Zu. dem glaube ich, daß die innern Einge­weide unstrs uralten Erdbodens, den wir nicht einmal seiner äussern Schaale, oder Kruste nach, gehörig kennen, vieles, ja työ meiste, zur Veränderung unserer Wit« terung und den ungewöhnlichen Erschei­nungen derselben beitragen. Erdbeben, Erdbrände, Vulkane, u. s. w.; die sich in der Nähe oder Ferne, zugetragen haben, Orkane,ausserordentliche Gewitter, Stürme, haben einen großen Einfluß auf große Strecken der Erde.' Das ungewöhnlich schnelle Steigen und Fallen des Barome­

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