Ausgabe 
3.8.1799
 
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der Schnee an sich selbst! Ist der Merz trocken, daß es Staub giebt: so kann die Zurechtmachung der Aecker gut besorgt wer­den , und die allzuhäufige Winterfeuchtig- feit wird auch dadurch zerstört, die sonst leicht dem Getraide schaden könnte.

7. Pilatus wandert nicht eher aus der Kirche, er richte denn zuvor Lärmen an, mit einem Gewitter, Schnee oder Schlossen.

A. d. H. Der sollst so Übel berüch­tigte , und zu einer entehrenden schwarzer. Unsterblichkeit gerathene Pilatus, ist an diesen Witterungserscheinungen ganz un­schuldig. Weil man um Ostern herum, die me'istentheils in Aprilmonat, der des­wegen auch Qstermonat genennt wird, fal­len, in den Passionsbetrachtunqen des Pi­latus, nicht zu seiner Ehre öffentlich ge­denket: so wird hiemit der Aprilmonat selbst verstanden, und dieser ist, wie be­kannt, unbeständig und veränderlich.

9. Sonnenjahr, Wonnejahr, Koth. jahr, Nothjahr!

A. d. H. Diese Regel ist allgemein richtig. Bei vorfchlagender Nasse und we­nigen Sonnenschein, können die Früchte nicht gerathen , und werden auch nicht ge­hörig geläutert. Ist der Sommer allzu» naß, und entsteht daher eine allzuweiche Erde: so ist Mißwachs gewiß. Die Al­ten pflegten auch zu sagen, die Sonne hat noch keinen Bauer dem Lande hinaus ge- schienen, weil die Erndten, beim Sonnen­schein, besser, weil die Früchte nahrhaf­ter sind, als in nassen Sommern.

ic>. Nasse Pfingsten, fette Weihnach­ten, dürre Pfingsten, magere Weihnachten.

A d. H. Nicht gerade die Pfingstfeier- tage, sind hier zu verstehen: sondern die Z-nt um die Pfingsten. Ist um diese Zeit warme nasse Witterung: so gerathen die Früchte so gut, daß man um Christtage davon vergnügt leben kann. Ist aber diese Zeit allzutrvcken, so entsteht ein Mißwachs,

den man schon um Weihnachten allgemein verspürt.

11. Was der Julius und August nicht kochen will, kamt der September nicht braten.

A. d. H. Diese Regel geht hauptsäch­lich Gegenden, wo Wein gebaut wird, an. Doch alle Früchte empfinden den Man­gel anj Sonnenschein, in den gemeldeten Monaten, und die anstatt des Sonnen­scheins in diesen Monaten herrschende Nässe und kühle Luft, verursacht Mißwachs. Auch der beste September ist nicht im Stande, diesen Schaden zu ersetzen, zu­dem ist der Sonnenschein nicht so lange anhaltend, wie in den vorhergehenden Mo­naten, und die Natur hat im September ihr Iahrwerk gröstentheils vollendet.

12. Um Lorenzi Sonnenschein, be­deutet ein gutes Jahr mit Wein.

r A. d H. August ist der Kochmonat für die Trauben, wenn also der August naß und kühl ist: so bleiben die Trauben sauer und wenig geistreich.

iz. Wie der Hirsch tritt in die Brunst, so tritt er auch wiedercheraus: Geht er mit schönem Wetter, oder nassem Wetter hinein 1 so geht er auch wieder hinaus.

A. d. H. Um diese Zeit ist die Tag» und Nachtgleiche, und gewöhnlich hält die Witterung, die um diese Zeit ist, einige Wochen hindurch an.

14* Wenn der Rauch nicht aus dem Haus will: so will der Regen oder Schnee hinein.

A. d. H. Die Ursache ist, weil die obere, durch Regen oder Schnee dicke Luft den leichten Rauch am Aufsteigen hindert. -

Neue witternngsregeln.

Erste allgemeine Regel.

Der Mond verursacht in unserm Dunst, kreis eine Ebbe und Fluth, wie im Welr-» meer. Bald ist diese Ebbe und Fluth stär­ker, bald schwächer, nachdem der Mond m dieser