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Präservativ gegen Vie surcyterttche Vieh­seuche ist.

Wer irgend sein Vieh liebt, und es nicht überflüssig hält, der Abkühlung des­selben zu Hülfe zu kommen, und die Ent­zündung möglichst zu verhüten, der wird sehr rvoht thun, wenn er in seinem Gar­ten einen verhaltnismasigen Fleck oder bei großen Haushaltungen ein paar Morgen Land damit bepflanzen laßt. In den Gärten wächst sie sogar an denjenigen Or­ten, wo sonst^nichtS recht fortkommen will. So viel ist aber zuverlässig, daßver Man­gold viel großer, schmackhafter, gesünder und würksamer wird , wo er den ganzen Tag freie Luft und Sonne hat. So leicht eine Magd eine Tracht Kohl abblattet, so leicht wird sie auch Beete abblalten können. Das Vieh bei seiner Rückkunft der Abends durchaus damit zu füttern, möchte wohl nicht dienlich, vielleicht gar schädlich sepn, da hingegen ein paar Händevoll Blätter für jedes Stück Hornvieh gerechnet, ge­wiß hinlänglich sind, der Entzündung und Fäulnis im Blute zu widerstehen. Die Anpflanzung der Beete nimmt zwar einen Theil des Platzes weg, der dem braunen Kohle gewidmet werden konnte. Allein ein Fleck, der im Sommer von Nutzen gewesen ist, kann ihn im Winter nicht noch einmal schaffen, wiewohl schon beigrbracht ist, daß die Mangvldblätter, wir der Kohl im Winter, wenn sie auö dem Schnee her­vorgeholt werden können, in großen und kleinen Haushaltungen auch der Küche tref- lich zu statten kommen. Wenn man aber auch den Gebrauch der Beete den Winter über verläugnen wollte oder könnte, so kann doch vor oder nach dem Winter der Stamm, welchen das Schweinevieheben­falls mit großer Begierde verzehrt, aus- gtgraben, gestossen und verfüttert werden.

£Tad6ttcf)t von einitfett Ueberschwemumngett der Stadt Giessen gug den älteren Ferre».

i) ,, 1552 »st die Lahn so groß gewe­sen, daß das Waffer allenthalben in die Stadt gedrungen, also daß die Leute ihr Vffh auf die Böden der Hauser bringen müssen. Es that auch an der Frucht auf dem Felde großen Schaden und hat Brü­cken und Steegs zerbrochen und hinwegges führt. Den 8ten und yten Januar kamen so große Regen, daß dergleichen nie ge­hört worden, und das Waffer hat zu Mar­burg die steinerne Brücke umqeworfen und 24 Menschen ersäuft: auch hat es zu Gies­sen und Wetzlar die Brücken niedergelegt. Im Jahr 1582 ist der Bau der neuen stei* nernen Brücke zu Ende gebracht."

Giesser Wochenblatt vom 1.1764. Dilich Hessische Chronica,

2> 1614 ist eine große Dörre den Sommee gewesen, weil es den Sommer hindurch bis auf Michaelietag nicht gereg­net hat. Acht Tage nach Michaelietag hat es angefangen zu regnen und damit ange­halten bis nach Eatharineniag, und ist das Gewässer so groß geworden , daß man nicht in die LUadt Giessen kommen können; das Waffer hat alle Steegs vor der Stadt hin. weggefiößt. In der Stadt haben die Leute vom Seltzers Thor bis aufs Kreuz mit Nachen gefahren, auch hat das Waffer den Einwohnern in den Stuben und Kellern großen Schaden gethan."

Steinberger Hausbuch im Giesser Inlett. Blatt 1795. Nr.zr.

1614 den Listen Nov. ist ein solch großes Gewässer hier gewesen, daß man an etlichen Orten mit Schiffen gefahren hat und an vielen Orten bis an den Görtel hat baden müssen. Die Wisseck brach durch die Schovr in den Wallgraben und lief die

ganze