Nr»LA. Decembr. 1798»
Gresser Jntelllgenzölatk.
Von
der Selbstentzündung des ^enes.
Obgleich hiervon so viele merkwürdige Beispiele vorhanden sind, so wird solches dennoch von so vielen , selbst von nicht unverständigen Oekonomen bezweifelt, weil sie zu ihrem Glück noch keine solche Entzündung erlebt haben, und sich von der Art und Weise derselben keinen Begriff machen können. Die Sache verdient aber allerdings Aufmerksamkeit, und kann nicht oft genug wiederholt, und die Folgen, die aus Mange! der Aufmerksamkeit in solchen Fällenentstehen können, nicht ernstlich und einleuchtend genug vorgestellt werden.
Ich nehme also , ohne mich bei Anführung einzelner Beispiele deshalb ouf- zuhalten, den durch so viele Thatsachen bestätigten, und von keinem Physiker bezweifelten Satz als ausgemacht und gewiß an r daß naß eingefahrnes und zusammm- geballtrs, auch mit trocknem untermischtes Heu, wenn eS in großen Haufen an einen Ort gelegt wird, wo die Luft zwar keinen freien, aber doch einigen Zutritt bat, bei warmer und gelinder Witterung sich entzünden, und in Flammen auSbre- ehen könne, und führe hier nur die physi» tauschen Gründe an, wie eine solche Selbstentzündung geschehen könne, und wie sie möglich fey.
Die Möglichkeit der Selbstentzündung des Heues wird man nicht mehr bezweifeln können, wenn man nur weiß, daß fchweflichte und öligte Dünste, wenn sie warm sind, und an einem Orte in Menge gehäuft werden, sich von selbst
entzünden können; und wenn erwiesen ist, daß, wenn das Heu sich im obigen Zustande befindet, dergleichen Dünste sich in Menge sammlen.
Wenn man im Sommer Eisenfeilspäne und gestoßnen Schwefel zu gleichen Theilen nimmt, und diese Mass? mit Wasser zu einem Teige macht, diesen Teig in einem großen Topfe einhrückt, ihn mit einem leinenen Tuche zubindet, in-ein in die Erde gegrabenes Loch setzt, und ihn ohngefahr einen Fuß hoch mit Erde beschüttet, so wird nach einiger Zeit die Erde in die Höhe treten, sich erhitzen und bersten , darauf schwefiichte und heiße Dünste herausdringen, und endlich Flammenent- stehen. Hier sieht man, wie durch die heftige Wirkung des Schwefels auf das Eisen, in dem nassen Teige, Wärme und warme Dämpfe entstehen. Diese sammlen sich in Menge in dem obkrn Theile des Topfs, wo sie, wegen der darauf liegenden Erde, sich nicht ausbreiten und verfliegen können; daher entsteht ein großer Grad der Warme, und endlich, indem durch die gemachten Oefnungen die Luft dazu kömmt, entzünden sich die Schwefeldünste, und es brechen du»-ch die in der Erde gemachten Ritzen , Flammen hervor. Es können sich also warme, verbrennliche Dünste, wenn sie sich in einem Raum nach der Menge sammlen, und Luft dazu tritt, entzünden , und in Helle Flammen auSbrechem
WaS nun das Heu betriff, so ist es eine ausgemachte Sache, daß die Pegeto- bilien, besonders die , so viele Oel-- und Salztheile besitzen, von lockerem Gewebe sind,


