Nr» XXXIX,

sy.Septenchr* 179z.

Giesser Jnkelligenzölatt.

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Eitrige Winke zur Oerfertigung guter Lichter.

Verfolg.

Die Verfahrungsart beim Gießen der Lichter setzen wir als bekannt oder doch leicht zu lernen voraus, und erinnern nur folgendes. In Absicht der nöthigen For-- nrn waren Die gläsernen Die besten, weil sie Den Lichtern einen vorzüglichen Glanz geben, wenn sie nur nicht so leicht zer­sprängen. Stach ihnen kommen Die zin­nernen , weil sie ebenfalls eine schöne glatte Oberfläche haben; Dann die kupfernen und zulezt Die blechernen , Die zwar, Da ge­wöhnlich mehrere Zusammenhängen, sehr bequem, aber dafür auch ungleich undun- proportionirlich sind. Man hat auch höl­zerne Formen; allein diese müssen äusserst reinlich gehalten/ und vor Dem Gebrauch wit Baumöl ausgestrichen werden. Eine neuere Art hölzerner Formen ist sehr zu empfehlen; sie müssen aber von recht festen nnD feinen Holzarten und gut polirt seyn. Sie bestehen gemeiniglich auS doppelten Reihen Röhren von großer/ mittler und kleiner Form , werden durch Schrauben zusammengehülten und geöffnet, haben unten Häkchen von starkem Drath/ woran der untere Theil des Dochts angehangt und ungezogen wird t und eben beim Einguß Einschnitte, um das andere Dochtende darin einjuklemmen. Man erlangt durch sie besonders Den Vortheil, 2o bis go und noch mehr Lichter auf einmal gießen zu können.

ES kommt viel darauf an t daß die Dochte recht in Der Mitte Der Form eins gezogen werden, weil ausserdem Die Lich­

ter laufen ; auch muß man die rechte Zeit mit Dem Eingreßen des Unschlitts aöpassen. Ist es zu warm, so hängt es sich an Die Form; ist es zu kalt, so wirD es nicht zu-» sammenhänqenD. Derbeste Zeitpunkt ist, wenn Das llnstylitt an Den Seiten des.Kes­sels zu gerinnen anfangen will. welcher man aus Dem sich um Den Rand her an­setzenden weissen Streif erkennt Nach Dem Gießen muß man auch Die Formen ein wenig, aber ganz gelinde schütteln. Die gefüllten Formen stellt man an einen kühlen Ort, und nimmt Die Lichter am an­dern Tage / im Winter aber eher heraus. Um Das gute Herausgehen aus Den For­men zu befördern, stellen einige Die For­men gleich beim G'eßen in feuchten Sand, welches allerdings seinen Nutzen hat.

Da durch zu ofteS Schmelzen das Un- schlitt seine schöne weisse Farbe verliert: so mag man immer nur so viel schmelzen, als man zur Ausfüllung der Formen ge­braucht. Besonders gut soll Da» Talg durch folgende Zubereitungen werd"n. Man thu nämlich zu 24 Pfund Talg ( i6 Pfund Hammel - und 8 Pfund Rinderunschlitt) 3 Loch Salpeter, z Loth Salmiak und 6 Loth gebrannten Alaun, wobei aber Die Dochte auf vorgenannte Art mit Kamphec und Katharinenöl vorbereitet werden müs­sen. Diese Lichter sollen noch einmal so lange brennen , als andere von gleicher D'cke. Ferner schlägt man vor, 24'Pfunv Unschlitt mit etwa 2 Kannen Brunnenwas­ser in einem Kessel zu schmelzen und es durch ein Tuch zu seihen, hierauf z Loth Alaun, 4 Loth Potasche, und i6Loth Küchensalz in 11/2 Kanne Brunnenwasser zergehen zu lassen.