Ausgabe 
28.4.1798
 
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V-k Polizei. Diese fetzte im Amte Lichten­berg den i7kn Mai des 17909er Iahrö auf jedes Hundert gesammelter Würmer eine gewisse Belohnung, und den erwähn­ten Tag wurden schon eine sehr große Meyge davon eingebracht, und dieses girbt einen Beweis für den Nutzen der Beloh­nungen.

Ich habe schon vor 4 und 5 Jahren Von meinen Aeckern die erwähnten Wür­mer ablesen lassen, und meine Vorsorge hat mich nicht gereut. Aber nur wenig andere, die ich hierzu aufmunterte, und ich habe viele, bei jeder vorkommen­den Gelegenheit aufgemuntert/ sind mir gefolgt.

Manche sehen diese Würmer als eine Strafe Gottes an, und denken, sie ver­sündigten sich oder richteten doch nichts aus, wenn sie auf die Ausrottung derftl- ben Fleiß wendeten. Ich will den £errn Theologen überlassen, ob diese Würmer ein Strafgericht Gottes sind, oder nicht. Die Laien aber, die dieses glauben, frage ich: ob, wenn der Blitz in ihre Häuser schlüge, der doch auch eine Strafe Gottes seyn kann, sie nichts thun würden, diese zu retten, daß sie nicht niederbrenn­ten?

Andere halten die Mühe, die man auf die Ausrottung der Kaferwurmer zu wenden hat, deswegen für unnöthiq, weil es jeden Sommer dergleichen Würmer schon gegeben hatte, und die Feldfrüchte dennoch gerathen wären. Ich weiß es selbst , daß es immer dergleichen Würmer gegeben hat, aber nicht in der unendlichen Zjtenge, wie zeither. Deswegen hatte man auch ehedem keine besondere Vorsicht ih> rentwegen nöthiq. Aber ist es nicht die größte Unvernunft, wenn man jezt, da man den großen Schaden , den sie thun, schon mehrere Jahre gesehen und empfun­den hat, keine Maarregeln dagegen neh­

men will? Baut man etwa das Feld, die Wiese u. s. w. nur deswegen, damit man sich und sein Vieh darüber ermüde?

' Noch andere sehen zwar die Würmer für schädlich an, giuuben aber, es gehe nicht an, daß man sie auflese bei dem ackern, weil ihrer allzuviel waren. Die­sen muß ich sagen, daß sie ganz irrig dran sind. Die Erfahrung Hal schon gezeigt, daß man sie ziemlich gut auflesen kann, wenn man nur will, und das gute Wachs- thum der folgenden Früchte belohnt die aufgewandte Mühe reichlich. Man mache also nur den Versuch mit dem Auficsen der Käferwürmer, so wird man sehen, daß ich recht habe.

Bekanntmachungen.

1) Der Verwalter Friedrich Ludwig Engel, welcher ein geräumiges Wohnhaus, eine Scheuer, nebst hinlänglichen Vieh - und Schaafstallen, und einen neu erbau­ten ha.uslich eingerichtrten Nebenbau, samt zugehörigen Hofrailhe, sodann ein in un­gefähr 40 Morgen bestehendes erbeiqeneS Feldguth, an Aecker, Wiesen und Obst­gärten, allhier zu Homberg an der Ohm besitzet, ist mit Hinterlassung, beträchtli­cher , qrvstenrheils von seinem verstorbe­nen Vater mit ebengevachlem Guth zu­gleich übernommener Passiv-Schulden, auf deren Bezahlung von der Creditor- schaft gedrungen wird, vor einiger Zeit von hier weg und nach Friedberg gezogen.

Um nun die Gläubiger möglichst für fernerem Nachtheil zu sichern, und daS Guth nicht verwüsten zu lassen, hat man von Amtswegen für nöthig befunden, mit einer öffentlichen Verganthung der Enge- lischen Hofraithe und sämtlichen Feldgü- ther, welche auf eigene Veranlassung des Eigenthümers im Jahr 1796. schon einmal