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ttkn strengen Wintern von 178 z und 84 in einem altväterischen starken Ofen mit Kachelaufsatz, welcher mit keiner besonder n Augröhre versehen war, einen ganzen Tag über nöthig gehabt hatte, um in diesem lezten Zimmer einer beständigen Wärme von 14 —15 Grad Reaumurschen Thermometer zu genießen, da ich bei dem Mörftrofen den ganzen Tag keinen warmen Fuß erhalten konnte, dabei längstens von 10 zu io Minuten Holz nachlegen mußte, und wenn ich das Zimmer eine einzige Stunde verließ, so fand ich selbiges bei meiner Rückkehr so kalt, als wenn in mehreren Tagen gar nicht eingeheizt worden wäre. Meiner ohngefähren Rechnung nach hatte ich den Winter über wenigstens fünfmal so viel Holz in diesem niedlichen Sparofen, als in jenem altmodigen, von starken Eisen und mit Kachelaufsatz versehenen, verbrannt , der Unannehmlichkeiten , so ich rheils durch die wenige Wärme empfand, als des öftern Rauchens und Aufregens der Röhren nicht zu gedenken, gleichwohl waren beide Zimmer einerlei Größe, äusser daß das mit dem Mörserofen versehene um ein paar Schuhe höher ftpn mogte. Weit- läuftiger über diese Materie zu werden, würde überflüssig ftpn; doch aber kann ich diesen Aufsatz, ohne die Aeusserung deS Wunsches nicht endigen, daß wenigstens für die Zukunft für bessere Ofen gesorgt, auf denen Hutten oder Schmelzen der ächten Feuerleitungskunst angemessenen Modelle eingeführt, demnächst aber auch die Ofensetzer besser unterrichtet werden mög- ten, dre Oefen der Absicht gemäs setzen zu können, und nicht durch ihre unzweckmä- fgt Zusätze jene bessern Absichten wiederum vereiteln. Wie viel Holz ließe sich nicht noch ersparen, wenn in kleinern Landhaushaltungen in denen Oefen gekocht werden könnte, und in größern Küchen die Heerde, worinnen das Feuer verschlossen wäre, (wo- vyn ebenfalls in Leutnrann- Vulcano fa-
mulautc Anleitungen zu finden ) kluge- führt würden. Ich bin überzeugt, hatte man vor 60 —LoJahreri auf manche, der» Zeit gut gemeinten Vorschläge geachtet, und im Kiemen aber Allgemeinen, mehr auf Holzersoarungen Bedacht genommen, es würden die Klagen über drohenden und bereits eingetretenen Hvlzmangel nicht so allgemein geworden seyn. Leate auch ein jedweder, der nur Einen Ofen zu heitzen hat, mit denen die mehrere zu heitzcn haben, gemeinschaftlich noch jezt gleich Hand ans Werk, es würde in vielen Gegenden, wo dermalen der Holzmangel nur noch drohet, demselben noch Einhalt geschehe» können. Allein es gehet mit dem Holz- mangel und dessen Ersparen, wie mit mehreren Erscheinungen in der Welt, wovon die Ursachen und Hülfsmittel öfters in der Ferne gesucht werden, da beide doch ganz nahe vor uns liegen, und zu-deren Abstellung und Erlangung übernatürlicher Hülfe entgegen gesehen wird, wozu doch nichts, als allgemeine menschliche Mit» Wirkung vonnöthen wäre. Geschrieben im Jahr 1798.
G. v. Lehenner, Oberfyrstmeister.
Nachricht.
Da deS vor kurzem in den Schutz nach Ruttershausen hiesigen OberamtS, reeipir- ten Juden FeistMeyer Levi nunmehrige Ehefrau , Judin Sara, die ausdrückliche Erklä» rung gegeben, wie sie sich in Ansehung der von ihrem Ehemanne etwa contrahirt werdenden Schulden ihre weibliche' Rechtswohl- thaten Vorbehalten, und sich vor ihren Mann nicht verbürgen wolle, so wird dieses hierdurch öffentlich bekannt gemacht, damit diejenige, welche mit ersagtem Juden in Handelsverkehr tretten, sich darnach beneh. men können., Giessen am ir. Oct. 1798.
Fürstl. Hess. Oberamt allda. Meyer.
SM


