Ausgabe 
27.10.1798
 
Einzelbild herunterladen

Nr. xxxxin. 27. Octübek. 1798.

Giesser Jnttlligcnzvlatt.

Etwa»

Über -rZolz -Ersparung in Stuben^efen, . oder in einem reden Ofen töstr sich ^ol; ersparen.

Verfolg.

Ich kan nicht umhin, etwas über die neumoßigen , sogenannten Spardfen zu er­wähnen. Es ist nicht alles Gold was glänzt, sagt ein altes Sprüchwort, aber auch nicht alle» Sparofen, was heul zu Tage dafür ausgegeben wird. Verichie. dene, die deren erfunden zu haben wah­nen, (wovon die Theorie doch mehren- theils und viel besser in des alten ehrlichen, keider aber nur zu sehr verkannten Leul- Wgnns Vukann famulante besindlich^, ra- then dünne Oefen an, da doch die Erfah­rung zur Genüge lehren sollte, daß ein starker Ofen eine längere und gleichförmi­gere Wärme gewährt, als ein dünner, lej- terer auch dem Zerspringen weil mehr aus- gesezt ist. Der Einwurf, daß starke» El­sen zum Erhitzen weit mehr Feuer erfodere, scheint zwar vieles vor sich zu haben, läßt sich aber, ohne weiHäuftige.ftlcnlisische Er­läuterungen , die denen mehrsten welche Oefen zu heitzen hoben , ohnehin nicht sehr interessant seyn würden, wie schon erwähnt aus der Erfahrung hinlänglich widerlegen. Die Hauptursache mögte wohl darinn lie­gen, daß ein dünner Ofen, im Verhalt- niß mit seiner Eisenmasse, der aussern Luft eine größere Oberfläche darbietet, als ei­ner von starken Eisen. Wer übrigens hier­an zweifeln mögte, der stelle nur in dem nemlichen Zimmer, mit Oefen von star­ken und dünnen Eisen, dieaber gleichgroße Oberflächen, haben und von einerlei Bau­art seyn müssen, vorgedachte Proben mit

gewogenem Holze an, da dann das Resul­tat sicherlich zu Gunsten der starkern Oefen ausfallenwird. Hauptsächlich kömmt eS bei der möglichsten Holzenpanust aufOefen an, die in Rücksicht ihrer G öße oder Flä­chenraums mit dem zu heitzenden Zimmer in richtigen Verhällniß stehen. Sodann will ich noch einen jeden vor die fogenann-» t n Mörftröfen,, welche oben mit einem blechernen Deckel und gemeiniglich mit lan­gen blechernen Röhren versehen sind, war­nen , indem es, äusser denen ganz aus Ei­senblech bestehenden Oefen , wohl keine grö­ßere Hoizfresser giedt, als diese, ebenfals unter die ncumobigen Sparöfen mit auf» genommenen Mißgeburten. Es lautet zwar sehr einnehmend, wenn man die Versiche­rung erhält, daß mit einigen klc'nen Stück­chen Holz, v etwa.einen Schuh Länge und, 4 Zoll dick, der Ofen in kurzer Zeit warm gemacht werden könne, welches auch seine Richtigkeit hat; allein wie viel dieser klei­nen Stückchen Holz müssen verbrennt wer- d-en, ehe da» Zimmer leidlich erwärmt wird, und wie viele andere werden nicht alle ioizMmutcn erfordert, um da» Zimmer wann zu erhalten, sonsten das Feuer bald auszugehen und das Zimmer kalt zu werden pflegt. Zu Unterstützung dieser Behauptung wag ein Beispiel, wo­von ich selbsten die Erfahrung zu machen genöthiqet wurde, genug seyn. Im Win­ter von 178$ auf 85 wurde ich durch die Umstände qenöthiget, in einem mit einem ähnliches Mörserofen versehenet, Z mmer meine Wohnung zu nehmen. Ehe ich des Morgens, ohne zu frieren, mich in dem­selben aufhalten konnte, war schon zwei, mal so. viel Holz verbrennt, als ich in de­

nen