Ausgabe 
26.5.1798
 
Einzelbild herunterladen

* ) 82 f

Mehr muß man sich der Vorstellung bedie­nen, die allein bei vernünftigen Geschöpfen brauchbar sind. Ich setze also für alle Na­tionen unserS Erdbodens, wenn sie zu bes­sern und folgsamer» Menschen gemacht wer­den sollen, dieses allgemeine Grundgesetz der Erziehung fest: wer sein Rind Heb bat, der Halts unter der Ruthe, und Züchtigts bald.

Wenn jemand Salomons Sprüchwör- ter und Sirachs Sittenlehre gelesen hat, so wird er wissen, daß das die Maxime dieser Männer gewesen ist, die sie ihren Le­sern so sehr anpreisen. Dieses Grundge­setz gilt so lang, als Kinder i n irgend ei­nem Falle ihren Aeltern den absoluten Ge­horsam versagen. Wenn man damit ei­gentlich aufhören soll, das läßt sich im Ganzen nicht so genau bestimmen, weil bisweilen doch einzelne Falle Vorkommen können, wo man zu demselben nach lan­gen Pausen seine Zuflucht wieder nehmen muß. Allein die Zeit des Anfänge, wenn man dieses Grundgesetz zuerst bei Kindern in Ausübung bringen muß, kann nach Ver­schiedenheit ihrer Temperamente so ziem­lich genau bestimmt angegeben werden. Man kann sein Kind, das man im Ernste lieb hat, nicht bald genug züchtigen; nicht bald genug, Wenns nicht folgt, sondern auch nicht bald genug dem Alter nach. Man theile die Kinder aller Menschen und Nationen in drei Classen, um das Bald bestimmter zu denken und anzuwenden. Man denke sich schläfrige, mittelmäsige und feurige Temperamente»

i) WerS für eine große Glückseligkeit halt, seiner Ruthe zu schonen, der darf sich nur träge und schläfrige Kinder wün­schen. Vei diesen kann man mit dem ge- wöhnlichen Schlendrian noch am besten zu­rechte kommen, wenn man sie nämlich von Kindheit an nichts Böses sehn, hören, re­

den, thun laßt. Alsdenn gewöhnen sie sich mit leichter Mühe nach dem Exempel derer, die sie erzieh», und beständig um sie sind. S'e lassen sich alles gefallen, und thun eben keinen großen Widerstand; sie sind leicht zu besänftigen, weil ihre Be­gierden sehr gemäsigt sind. Aber das wer­den auch Zeitlebens Stümper in der mensch­lichen Gesellschaft bleiben, aus welchen nicht viel zu machen ist. Essen, Trinken, Schla­fen, Spielen, Müsiggehn, und allerhand Vergnügen ist ihr Liebstes auf der Welt. Soll noch etwas Thätigkeit in sie gebracht werden: so muß das 'bei Zeiten mit der Ruthe gescheh», sobald man nämlich an­fängt, ihnen nökhige Kenntln'sse beizubrin­gen. Wenn sie diese nicht zu der Arbeit­samkeit nöthigcn kann, so »öthigt sie nichts in der Welt dazu.

Der Verfolg künftig.

Bekanntmachung.

Nachdeme in der Nacht vom 7ten auf den Sten dieses dem Gerichtsschreibcr Ber­gen von Breidenbach, nachvermeldteEffek­te» und Gelder, als

i) eine silberne Hälöschnalle,

2) ein silbernes Uhrgehäus,

3 ' ein silbernes Petschaft,

4) ein silberner Beschlag von einem Ra» sir messet,

5) drei ganz feine Bettücher,

6) drei gebildete Tischtücher,

7) ein neuer kattunener Bettüberzug,

8) zehn Ellen fein weis baumwollen Tuch,

9) ein weisser kanafassener Weibsrock, ig) ein neuer Vorhang von weis baum­wollen Tuch, 4 Ellen breit,

ii) 5 bis 6Stück Weibshemder,

12) cin groses Weibshalstuch von Linnen, 13) fünf Weibshalstücher von Kattun, 14) ein schwarzer Weibsmantel von Taf» fent,

15) ein Frauenzimmer» Pelzhut,

16) ein