Nr. XXXIV. 25. August. 1798»
Giesser JlttelligenMtk.
Der
Obst - Most in seiner Zubereitung, nach vielsähriger Erfahrung geprüft und durch richtige Vortheiie erläutert.
Verfolg.
§. iy.
Vom weiteren Gebrauch der Trester zu wasierrrank.
Will man einen Wassertrank machen, so preßt man sie einmal weniger ad; thut sie gleich nach dem zweiten Abpressen m einen reinen Zuber, schüttet frisches Wasser daran , läßt es etwa vier und zwanzig Stunden stehen, und preßt es gleich,,ehe es sauer wird, ab. Das Wasser muß über den Trester in dem Zuber gehen.
§. 2 k).
Von dem Gebrauch der Trester zu Essig.
Will man aus dem Trester Essig machen , so schüttet man auch Wasser daran, bis es drüber geht; deckt das Gefäß wohl zu und laßt es so einige Tage stehen, bis das Gemengsel recht sauer schmeckt. Alsdann preßt man diese gewasserte Trester wieder, und thut den Ablauf in ein rer- ne8 Fäßchen, das ohnehin zu dem Essig gewidmet ist. Dieses Getränk wird immer saurer. Man stellt es auch in einem Hafen an die Warme auf den Heerd — doch ohne sieden zu lassen — oder an die Sonne. Das Fäßchen kann hernach zu nichts, als zu Essig gebraucht werden.
' §. 21.
Wie dieser Essig noch scharfer zu m<r- chen seye.
Noch saurer wird dieser Essig, wenn man Schlehen, Hagenbutten oder etwas
saures zu Würfel geschnittenes Obst, besonders von Holzapfeln darunter thut, und zwar gleich in dem Fäßchen.
§. 22.
Vorsichtigkeit bei der Mostpresse.
Wenn nach der Auspressung der Essig- Trester noch mehr Obst, welches aber selten geschieht, sollte zu Most gemacht werden, so ist es nothwendig, daß Die Presse mit reinem Wasser ausgewaschen werde, damit der Obstmoft den sauren Geschmack von der Essigtrester nicht annimmt.
23.
Vorsichtigkeit bei dem Anfällen eines Sasse«.
Wenn mit dem ersten Obstmost ein kleines oder großes Faß gefüllt worden ist, so läßt man ebenso viel Raum oder noch mehr leer, als wie bei dem Weinmost; man hört jenen, wie diesen, lang bei seiner Gahrung sieden. Daher darf der Spunden bei dem Obstmost eben so wenig als bei dem Weinmvst gleich anfangs ganz zugemacht werden.-
§. 24.
von der Verbesserung und Erhöhung des g-bstmostes zu einem wein- gefchmack.
Wann der Herbst kommt und der Obstmost nun anfängt dem edleren Weinmost Plaz zu machen, so nimmt, man zu jedem Eimer Obstmost eine gewöhnliche Gelpe voll Traubentrester aus der Kelter, so süß alemöglich, weil sie ohnehin bald angehen oder säuerlicht werden. Man kann sie in Säcken weit transportiren. Hierauf werden sie durch das weiteste Sieb geräden, und


