Ausgabe 
24.11.1798
 
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Nr.XXXXVIL 24. Nove mbk. 1798-

Giesser Jnttlltgenzklatk.

Die richtigste und nnzbarste Anlegung und Wartung Oes Spargels.

tz. r.

Verschiedenheit der Anpflanzungsatt de» Spargels.

Gute Spargelbeete können auf zwei­erlei Weise angelegt werden, nervlich: mit Samen und mit Pflanzen. Eine jede Me­thode erfüllt, bei einer sorgfältigen und genau angemessenen Wartung und Pflege, die Hauptabsicht des Unternehmers, recht gute Spargeln zu erhalten, völlig; und daher hat auch jede ihre Empfehlet ge­funden. Indessen ist doch darin ein Un­terschied, und es fragt sich, welche von beiden wol die beste Art sey? Hier kommt es darauf an, die wahren, un­terscheidenden Vorzüge einer jeden An» pflanzungßart bei übereinstimmender War­tung zu kennen und zu prüfen. Ich will sie anzeigen, ehe ich die Entscheidung wage.

Mit der Anlage aus Samen ist nur in einem besondern Fall, nemlich wenn Der Boden nur mittelmäsig ist, ein wah­rer Vortheil verbunden. Denn die zur Umlegung bestimmte Spargelwurzeln wer-, den gemeiniglich in der besten Garten­erde erzogen. Wenn diese nun in einen 1 schlechtem Boden versezt werden, so ist es eine natürliche Folge davon, daß ihr ge­deihliches Wachöthum wenigstens in den ersten Jahren dadurch etwas geschwächt wird. Legt man sie aber in dem nämli­chen Boden gleich aus Samen an , so ist für da» Gedeihen der daraus erwachsenen, und gleich von Anfang an die rauhere Erde gewohnten Pflanzen, wenn anders die fer­

nere Wartung zugleich zweckmäsig und gut ist, immer mehr Hofnung übrig. Der andere Vorthcil möchte der seyn, daß die Auslage für den Samen ungleich gerin­ger, als die für die Pflanzen ist. Doch, Dies ist dies ein scheinbarerVortheil, wenn man die ein Jahr längere Unbrauchbar- leit dieser Saamenbeete dagegen halt.

Die Anpflanzung neuer Spargelbeete mit Wurzeln, gewährt bei einem guten fruchtbaren Lande den erheblichen Vorzug, daß hier schon im dritten Jahre die größ­ten Spargelsprossen ohne Nachtheil deö fernern Wachsthums gestochen werden kön­nen ; anstatt, daß man bei j er Art in vier Jahren , folglich ein ganzes Jahr län, ger, die Unterhaltungskosten unentgeltlich verwenden muß, in welcher Zeit man da» Land, die Dünge und den Aufwand zu andern Gewächsen nutzbarer hätte brauchen können. Auch kann man sich bei dieser Anpflanzungsart von der Güte einer jeden zu legenden Pflanze vorher genau überzeu­gen, und mit Gewißheit durchgängig lau­ter gesunde, starke Wurzeln auspflanzen, mithin desto sicherer auf daS künftige Ge­deihen schliessen. Dahingegen bei der er­sten Methode, wo von den gelegten Sa­menkörnern , ( vorausgesetzt, daß sie alle zuverlässig frisch, vollkommen reif, und von einer guten großen Art sind) durch zufällige Hindernisse, durch Zerstöh- rung des Maulwurfs, der Maden, durch Unvorsichtigkeit beim Jäten, durch eine zu tiefe Lage, durch einfallende Dürre u* dgl. manche am Aufgehen ganz gehin­dert, oder doch darin gestöhrt werden, man die dadurch entstandene Lücken im fol-, genden Jahre dennoch mit Pflanzen aue- füllen