Ausgabe 
22.12.1798
 
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Nr, LL 2L.Decembr. 1798.

Giesser Jütelligtnzblatk.

Vom ScbrotZieße». Verfolg.

Dav Blei steht, ohne daß es umgerührt Wird, stunden uoer dem Feuer, weil es alle Unreinigketten über sich hmaufstößt, die oben schwimmen und mit einem eisernen Löffel abgeschöpft werden. Man rechnet von einem Zentner Blei im Schmelzen io Pfund Abgang. Die Zeit zum Schrot- gietzen deutet das Zerreissen des bunten Re- genbogens auf der Oberfläche des fliesenden Bleies an. Man schöpft es aus der Pfanne, nut eisernen Kellen von 6 Pfunden, aus, unO gießt eS in eiserne viereckigte auf 2 ei­sernen Stangen über kaltem Wasser ste­hende Formen, die von geschlagenem Ble­che , 6 Zoll lang und 4 Zoll breit und ganz voll kleiner Löcher sind, durch welche kaum eine feine Stecknadel gehen kann; und in dieser Form entstehen doch zugleich alle Schrotnummeru, und auf einmal. In­dem es nemlich durch die zarten Löcher des Bodens fließt, so verwandelt es sich in kleinere oder größere Kügelchen , wenig­stens von achterlei Größen, in denen sich so bald sie vom Loche ins Wasser fallen, wahrend des Falles eine Grube bildet, die man in jedem Schrotkorn antrift, bis­weilen auch, wenn die Hitze nachgelassen, mit Schwänzen erscheinen.

Um nun alle Nummern, die ein ein­ziger Guß in einerlei Löchern zugleich lie­fert, von einander zu sortiren , bedient man sich achterlei runder Siebe von Blech, deren Boden zu jeder Nummer propor- ticnirte Löcher hat. Durch diese Siebe wird der ganze Guß gesiebt, und dadurch bekömmt man die 8 Sorten. Sobald das

Schrot im Gießen ins Wasser fallt , ist es Helle und blank; so bald es aber aus dem Wasser genommen worden, überläuft es an der Luft, und wird matt.

Um nun dem Schrote einen Glanz zu geben,'muß es polirt werden. Hierzu bedient man sich eines Fasses, durch wel­ches eine Stange geht, und wenn das Polirfaß auf einen Block gelegt und Schrot eingeschüttet worden, steckt man ein Stück Wasserblei mit hinein, drehet es zu einem halben Centner eine Viertel­stunde um, da sich dann an alle Schrot­körner so viel von Wasserblei anhängt, daß das Schrot in lauter polirten Kugeln er­scheint.

Der Blekrauch ist der Gesundheit so schädlich, daß die Schrotgieser und andere Bleiarbeiter von derjenigen tödtlichenAue- ehrunq und reisenden Gicht und Kolik an; zgegriffen werden, welche man die Hütten­katze nennt. Sie sehen bleich aus, be­kommen Schmerzen und Knorren, an den Fußen, und dann an den Händen, und vertrockenen in den besten Jahren.

Gräne Erbsen im Winter frisch zu erhalten.

Den Vorschlag, den einige gethan ha­ben , daß man die Erbsen blos im @$at* ten trocknen, und vor dem Gebrauch in lauem Wasser einweichen soll, hat mir nicht recht gefallen wollen; wenigstens verlieren die Erbsen dadurch sehr an ihrem Geschmack. Folgendes Mittel habe ich für das besie befunden: Man nehme von den ersten jungen Erbsen, fo viel als etwa in eine Maasbouteille gehen, vermische sie