Ausgabe 
15.12.1798
 
Einzelbild herunterladen

) 200 (

der Erde, ist von einem bis drei Zoll. Wenn am Morgen manche dicke Spargeln nur mit der Spitze hervorqekommen sind, so scharre man ein kleines Erdhäufgen über sie, oder bedecke sie mit kleinen hohlen Rohren u. dgl., damit sie bei ihrem fer­ner» Wachsen nicht der Sonne und Luft bloögestellt werden, sondern ihre beliebte weisse Farbe behalten. Beim Stechen selbst hüte man sich, daß man mildem Messer nicht zu tief grabe, und die Wurzeln ver­wunde , welches für sie tödtlich seyn kann. Auch scharre man mit der Spitze des Mes­sers vorsichtig dicht neben dem Spargel dre Erde ein wenig zur Seite, um zu se­hen t ob etwa noch mehrere junge Keime unlerwgs sind, für deren Beschädigung man sich sorgfältigst in Acht zu nehmen yflt»! v ;

Die schon gestochenen Spargel, die man nicht sogleich verbrauchen, sondern noch einige Tage aufbewahren will, erhalt man am allerfrischestkn in einem irrdenen E>efaß mit kaltem Wasser, vaö an einen kühlen Orl,z. E. in Keller, hingesetzt, unD täglich mit frischem Wasser versehen wird. Gemeiniglich hebt man sie in feuchtem Sande, Erde, oder gar auf blosem Kel- lerooden auf, da sie denn gemeiniglich eis nen etwas bittern Geschmack erhalten, im Sande stark wachsen, und so blos hinqe- egt, welken. Bei der empfohlnen Me- thode aber erhalten sie sich ungemein zart und schmackhaft. 0

.. .Man steche den Spargel nicht später als bis tm juniuf, und lasse immer dir kl/msten und schwächsten Sprossen unge­rührt stehen. Denn diese sind die Hof- nung der künftigen Jahre. Es ist ein nicht fenener jrrtbum , zu glauben, daß man durch Wegschnerden der kleinen dünnen Sprossen der Wurzel und den übrigen noch' vorhandenen Keimen derselben mehr Nah­rung zufuhre. Allein, bei genauer Auf­merksamkeit wird man dagegen finden, daß

sich

hoch Erde über sich erhalten , und dann vollends mit dem Rechen eben gemacht. Dre aus Samen angelegten Beete müssen m den erster» Jahren alle Frühjahr drei vtS vier Zoll mit Erde erhöhet werden, da- mit d«e noch nahe an der Oberfläche liegen, den Pflanzen nach drei oder vier Jahren reichlich mit acht Zoll Erde bedeckt feyn rönnen.

. Sind etwa im vorigen Sommer ei­nige Pflanzen weggeblieben, so werden jezt der Zurechtmachung der Beete die leeren Irenen, die man an den aufgezogenen Pfählen gleich erkennen kann , (f. §.4.) auf vorbeschriebene Art wieder mit jungen Pflanzen besetzt. Geschieht d/es Nachpflan, zen auf alteren Beeten , wo schon Spar­gel gestochen werden, so bezeichne man dre neugepflanzte Staude mit einem klei­nen Stöckchen, oder durch Hervorziehuna des nebenstehenden kleinen Pfahls, damit man eine solche Pflanze beim Stechen er* kennen, und unberührt lassen könne.

§. io.

Dom Stechen des Spargels.

Neu angelegte Spargelbeeteaus Pflan­zen dürfen billig nicht eher als im dritten, die aus Samen hingen nicht eher als im vierten Jahre gestochen werden, wenn sie auch gleich vorher gute erwachsene Spros­sen hervortreiben. Denn die Mutter­pflanze wird nur dadurch geschwächt. Zwar kostet es dem Liebhaber viele Ueberwin- dung. Allein seine Enthaltsamkeit wird ihm sicher einst durch einen größeren Er­trag und eine längere Dauer seiner Spar­gelbeete reichlich wieder vergolten werden.

Zum Stechen des Spargels ist die Morgenstunde am geschicktesten, tpeik die vorhandenen längsten Sprossen sonst den Tag über allzulang werden, und ihre zarte Helle Farbe an der Luft verliehren würden. Die brauchbarste Länge der Sprossen über