Ausgabe 
15.12.1798
 
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Nr. L. <5. Deeembr. 179g;

Giesser JlttelligenMatt.

Die richtigste und nuzbarste Anlegang und Wartung des Spargels.

Verfolg.

§. 8.

Wartung der Spargelbeete im Herbst.

Im Oktober schneide man die reifen­den und vertrocknenden Spargelstengel, worunter die höchsten und stärksten, die so leicht, zum Ruin der ganzen Pflanze, Durch den Wind rc. können abgebrochen und lvsgerissen werden, besonders in den erster» Jahren iw Julius und August, mit kleinen Staben unterstüzt und angebun­den zu werden bedürfen, mit einem scharfen Messer ab, und zwar einen Fuß hoch über dtt Erde. Ja nicht niedriger, damit die zurückbleibenden Stummel durch hie Winterbedeckung des Beets hervorra­gen, und durch sie denen Wurzeln die ih­nen ganz unentbehrliche Kommunikation mit der äussern Luft erhalten werden könne. Sonst, wenn nemlich die Stengel zu kurz abgestuzt, und die Stummel oben Mit Mist belegt, oder aus Unachtsamkeit gar unten abgebrochen werden, müssen die Wurzeln ersticken und verfaulen; wel­ches sehr oft bei der sorgfältigsten übrigen Pflege sich ereignet, ohne daß der treue Wärter oder der gegen sie gütige Eigen- thümer die wahre Ursache entdeckt. Da­her denn zuweilen unnöthige Klagen über Pflanzen, Erdreich, Frost, Klima, u. Dgl. Die abgeschnittene Stengel lasse man bei Seite tragen auf den Unkrauts­haufen , und die etwa abgefallene rothe Beeren sorgfältig aufsgmmeln, nm ei­

ner verkehrten, nachtheiligen Vermehrung des Spargelvorraths zuvorzukommen.

Die beste, Winterbedeckung des Spars- gels ist überjährige Kuhdünge, die Ende Novembers, oder doch im December in ei­ner dünnen ebenen Lage aufs Beet ge­bracht wird. Sie ist eigentlich nicht zur Abhaltung des Frostes da. Denn die Spargelwurzeln, erfrieren so leicht nicht; und ohnehin würde eine jede andere Be­deckung von Laub, Stroh, Gerberlohe u. dgl. für den Frost die nämlichen Dienste thun können. Allein, die öhlichten Theile der Kuhdünge, diese nahrhaften Säfte sind es, die durch die Winterfeuchtigkeit in die Erde gezogen, und den Wurzeln zu ihrem künftigen frischen Wüchse zugeführt werden sollen.

9*

Wartung der Spargelbette im Frühjahr.

- Im Merz wird der Mist mit einem behenden kleinen eisernen Hacken zwischen den Pfahlen durchgestoßen, der gröbste davon in die Stiege gezogen, und da uns tergegraben, der kurze aber mit der Erde des Beetes flach umgestochen. Beim Um­stechen ist alle Vorsicht nöthig, daß der Spaden nicht die zarten Keime des Spar-, gels berühre und beschädige. Und hier thun die erwähnten Pfähle wesentliche Dienste; wenn nur der Arbeiter es sich genau werkt, an welcher Seite derftlben die Pflanze liegt. Das Beet wird darauf mit Erde, die von der Oberfläche des zu­gleich mit dem langen Miste tiefumqegra-- denen und wohl durchgehakten StiegeS aufgeschaufelt wird,, alle Frühjahr mit ei­nen bis zwei Zoll erhöhet, so daß die Wur-. zeln in lockern Boden einen ganzen Fuß hoch